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Oktober: Was Nieskyer über ihre Stadt denken

Stadt soll Vereine gut unterstützen

Aus Niesky bin ich nie weggewesen. An der Bautzener Straße geboren, gehöre ich zu dem Sebald-Halke-Clan. Als Kinder sind wir immer auf Achse gewesen, haben im alten Raubschloss in Quitzdorf gespielt, haben Brunnenkresse und Sauerampfer von der Wiese gegessen. Es gab damals nichts, kein Telefon, keinen Fernseher, aber viele Freiheiten. Es ärgert mich, wie heute mancher mit Nahrungsmitteln umgeht. Schmeckt nicht? Weg damit. Das geht doch nicht. Von meinem Konfirmationsgeld hab ich mir ein Fahrrad gekauft. Und wenn der Zug nicht fuhr, ging es damit zur Ausbildung nach Bad Muskau. Als Jugendlicher war ich im Schwimmverein, hab Hockey gespielt. In den 1960er und -70er Jahren habe ich vieles in Niesky mit aufgebaut und so manches Mal auch was für öffentliche Einrichtungen ranorganisiert, was es eigentlich nicht gab. Auch unser Haus in Neuhof habe ich alleine aufgebaut. Der nächste Umbau ist schon in Sicht, eine Enkelin wird mit einziehen. Unser Rodelberg in Neuhof ist ein schöner Spaß für die Kinder und kostet die Eltern gar nichts. Den haben ein Nachbar und ich vor Jahren zusammengeschoben. Es freut mich, dass der Rodelberg gemulcht wird, da können die Kinder gleich beim ersten Schnee schon drauf. Als Liberaldemokrat habe ich in der Nieskyer Stadtverordnetenversammlung gesessen und auch nach der Wende in der ersten Wahlperiode noch mitgemischt. Es würde mich freuen, wenn auch die Außenbereiche der Stadt mal mit Straßenbau bedacht würden. Und ich wünsche mir von der Stadt, dass sie die Vereine so gut wie möglich unterstützt, damit sich alle Eltern leisten können, die Kinder hinzuschicken. Ich bin Jäger seit 1972 und habe ganz Niesky als Jagdgebiet. Mir gefällt gut, dass zum Stadtjubiläum die Spaziergänge angeboten werden. Als Schliefenmeister bin ich auch zuständig für die Schliefenanlage. Darin wird geprüft, ob Hunde für die Baujagd unter der Erde geeignet sein. Das ist wichtig für die Zucht. Da hat es mir gut gefallen, den Leuten beim Stadtspaziergang durch Neuhof die Schliefenanlage zu zeigen und zu erklären, wozu sie da ist. Sie ist auch Veranstaltungsort als Lernort Natur oder Ziel für Wandertage von Schulklassen. Das wissen nur wenige Nieskyer.

Fritz Sebald (78) wurde in Niesky geboren, hat im VEB Bau und Terminbau gearbeitet, ist Jäger im Revier Niesky und Schliefenmeister.
Stadt soll Vereine gut unterstützen Aus Niesky bin ich nie weggewesen. An der Bautzener Straße geboren, gehöre ich zu dem Sebald-Halke-Clan. Als Kinder sind wir immer auf Achse gewesen, haben im alten Raubschloss in Quitzdorf gespielt, haben Brunnenkresse und Sauerampfer von der Wiese gegessen. Es gab damals nichts, kein Telefon, keinen Fernseher, aber viele Freiheiten. Es ärgert mich, wie heute mancher mit Nahrungsmitteln umgeht. Schmeckt nicht? Weg damit. Das geht doch nicht. Von meinem Konfirmationsgeld hab ich mir ein Fahrrad gekauft. Und wenn der Zug nicht fuhr, ging es damit zur Ausbildung nach Bad Muskau. Als Jugendlicher war ich im Schwimmverein, hab Hockey gespielt. In den 1960er und -70er Jahren habe ich vieles in Niesky mit aufgebaut und so manches Mal auch was für öffentliche Einrichtungen ranorganisiert, was es eigentlich nicht gab. Auch unser Haus in Neuhof habe ich alleine aufgebaut. Der nächste Umbau ist schon in Sicht, eine Enkelin wird mit einziehen. Unser Rodelberg in Neuhof ist ein schöner Spaß für die Kinder und kostet die Eltern gar nichts. Den haben ein Nachbar und ich vor Jahren zusammengeschoben. Es freut mich, dass der Rodelberg gemulcht wird, da können die Kinder gleich beim ersten Schnee schon drauf. Als Liberaldemokrat habe ich in der Nieskyer Stadtverordnetenversammlung gesessen und auch nach der Wende in der ersten Wahlperiode noch mitgemischt. Es würde mich freuen, wenn auch die Außenbereiche der Stadt mal mit Straßenbau bedacht würden. Und ich wünsche mir von der Stadt, dass sie die Vereine so gut wie möglich unterstützt, damit sich alle Eltern leisten können, die Kinder hinzuschicken. Ich bin Jäger seit 1972 und habe ganz Niesky als Jagdgebiet. Mir gefällt gut, dass zum Stadtjubiläum die Spaziergänge angeboten werden. Als Schliefenmeister bin ich auch zuständig für die Schliefenanlage. Darin wird geprüft, ob Hunde für die Baujagd unter der Erde geeignet sein. Das ist wichtig für die Zucht. Da hat es mir gut gefallen, den Leuten beim Stadtspaziergang durch Neuhof die Schliefenanlage zu zeigen und zu erklären, wozu sie da ist. Sie ist auch Veranstaltungsort als Lernort Natur oder Ziel für Wandertage von Schulklassen. Das wissen nur wenige Nieskyer. Fritz Sebald (78) wurde in Niesky geboren, hat im VEB Bau und Terminbau gearbeitet, ist Jäger im Revier Niesky und Schliefenmeister.

@ Jens Trenkler

Der Holzhauslauf ist ein Erlebnis

Mit Niesky verbindet mich in erster Linie die Arbeit. Das begann mit meiner Berufsausbildung bei der Deutschen Post. Die Praxis erwarb ich mir im Postamt Niesky, in dem ich anschließend bis zu meinem ersten Kind arbeitete. Seit 2006 bin ich wieder in Niesky – als selbstständige Nageldesignerin, wobei der Ort meines Geschäftes mehrmals wechselte. Seit drei Jahren bin ich im Haus der CK-Friseure in der Horkaer Straße und fühle mich dort wohl. Wie meine Kunden. 70 Prozent von ihnen kommen aus Niesky.
Ich finde schon, dass die Nieskyer in der Lage sind, etwas auf die Beine zu stellen. Das zeigte sich zum Familienfest im Juni und zum Herbstfest mit dem großen Umzug vergangenen Monats. Die Organisatoren und Mitwirkenden verdienen ein großes Lob dafür. Von solchen Höhepunkten mal abgesehen, habe ich aber den Eindruck, dass sich die Nieskyer nur schwer locken lassen, selbst Initiative zu ergreifen. Das sehe ich in der Horkaer Straße. Zum Herbstfest gab es in der Vergangenheit eine große und viel beachtete Modenschau hiesiger Händler. Auf der bin ich auch schon mitgelaufen. Aber nachdem die Initiatorin ihr Geschäft nicht mehr in Niesky hat, finden Modenschauen nur noch im kleinen Rahmen statt. Das finde ich schade.
Eine gute Idee ist der Nieskyer Holzhauslauf. Dieses Mal habe ich zum ersten Mal daran teilgenommen. Neben dem sportlichen Aspekt zeigt er den Läufern, wie schön Niesky geworden ist. Daran sollte die Stadt festhalten. Denn über sportliche Angebote kann ich nicht klagen. Ich besuche ein Fitnessstudio, aber es gibt auch genügend andere Möglichkeiten, in der Stadt sportlich aktiv zu sein.
Was aber gar nicht geht, sind die fehlenden beziehungsweise unzureichenden Verkehrsanbindungen zu den Dörfern. Ich wohne in Kollm, und ohne Auto ist man dort aufgeschmissen. Unsereins kümmert sich ja, aber es gibt viele alte Menschen, die das allein nicht mehr können.

Mireille Beck (46) ist ausgebildete Nageldesignerin und arbeitet seit elf Jahren in Niesky. Mit ihrer Familie wohnt sie in Kollm.
Der Holzhauslauf ist ein Erlebnis Mit Niesky verbindet mich in erster Linie die Arbeit. Das begann mit meiner Berufsausbildung bei der Deutschen Post. Die Praxis erwarb ich mir im Postamt Niesky, in dem ich anschließend bis zu meinem ersten Kind arbeitete. Seit 2006 bin ich wieder in Niesky – als selbstständige Nageldesignerin, wobei der Ort meines Geschäftes mehrmals wechselte. Seit drei Jahren bin ich im Haus der CK-Friseure in der Horkaer Straße und fühle mich dort wohl. Wie meine Kunden. 70 Prozent von ihnen kommen aus Niesky. Ich finde schon, dass die Nieskyer in der Lage sind, etwas auf die Beine zu stellen. Das zeigte sich zum Familienfest im Juni und zum Herbstfest mit dem großen Umzug vergangenen Monats. Die Organisatoren und Mitwirkenden verdienen ein großes Lob dafür. Von solchen Höhepunkten mal abgesehen, habe ich aber den Eindruck, dass sich die Nieskyer nur schwer locken lassen, selbst Initiative zu ergreifen. Das sehe ich in der Horkaer Straße. Zum Herbstfest gab es in der Vergangenheit eine große und viel beachtete Modenschau hiesiger Händler. Auf der bin ich auch schon mitgelaufen. Aber nachdem die Initiatorin ihr Geschäft nicht mehr in Niesky hat, finden Modenschauen nur noch im kleinen Rahmen statt. Das finde ich schade. Eine gute Idee ist der Nieskyer Holzhauslauf. Dieses Mal habe ich zum ersten Mal daran teilgenommen. Neben dem sportlichen Aspekt zeigt er den Läufern, wie schön Niesky geworden ist. Daran sollte die Stadt festhalten. Denn über sportliche Angebote kann ich nicht klagen. Ich besuche ein Fitnessstudio, aber es gibt auch genügend andere Möglichkeiten, in der Stadt sportlich aktiv zu sein. Was aber gar nicht geht, sind die fehlenden beziehungsweise unzureichenden Verkehrsanbindungen zu den Dörfern. Ich wohne in Kollm, und ohne Auto ist man dort aufgeschmissen. Unsereins kümmert sich ja, aber es gibt viele alte Menschen, die das allein nicht mehr können. Mireille Beck (46) ist ausgebildete Nageldesignerin und arbeitet seit elf Jahren in Niesky. Mit ihrer Familie wohnt sie in Kollm.

@ Steffen Gerhardt

Die Musik bringt mich nach Niesky

Dass Niesky zu meinem zweiten Arbeitsort geworden ist, habe ich Carmen Funke zu verdanken. Sie holte mich 2002 als Musiklehrerin an die heutige Musikschule „Dreiländereck“, wo ich an drei Tagen in der Woche Gesang unterrichte. Zudem bin ich seit zwei Jahren künstlerische Leiterin des Frauenchores Niesky.
Zuvor kannte ich Niesky nur durch die Schultafeln in Bautzen. Sie sind im Möbelwerk Niesky hergestellt.
An der Stadt Niesky begeistert mich ihre Architektur, besonders die Vielfalt der Holzhäuser. Der Frauenchor sang bereits mehrmals vor dem Wachsmann-Haus und das wollen wir zur Tradition werden lassen. Ich fühle mich in Niesky freundlich aufgenommen und habe es mit netten Menschen zu tun. Ich fahre gern nach Niesky.
Die Stadt ist an Jahren noch jung, erst 275, hat aber viel Traditionelles, wie eben die Holzhäuser, zu bieten. Dennoch sollte sich die Stadt auch dem Neuen unserer Zeit zuwenden um auch jungen Leuten eine Perspektive zu geben. Was den Sport, die Vereinstätigkeit, aber auch die musikalische Ausbildung betrifft bietet die Stadt eine Vielfalt. Woran es mangelt sind kulturelle Freizeitangebote, vor allem für die Jugend. Das sagen mir auch die Musikschüler. Nur mit Ruhe und einer schönen Gegend lockt man Jugendliche nach ihrer Ausbildung nicht in eine Stadt zurück.
Mir gefällt der Zinzendorfplatz, aber er ist zu unbelebt. Nur die Gaststätte sorgt zumindest an einer Ecke für städtisches Flair. Hier verschenkt sich die Stadt eine gute Möglichkeit, ihr Zentrum zu beleben.

Christiane Brendler (42) ist Musikschullehrerin und unterrichtet in Niesky Gesang. Zudem leitet sie den Frauenchor Niesky. Sie lebt mit ihrer Tochter (16) in Bautzen.
Die Musik bringt mich nach Niesky Dass Niesky zu meinem zweiten Arbeitsort geworden ist, habe ich Carmen Funke zu verdanken. Sie holte mich 2002 als Musiklehrerin an die heutige Musikschule „Dreiländereck“, wo ich an drei Tagen in der Woche Gesang unterrichte. Zudem bin ich seit zwei Jahren künstlerische Leiterin des Frauenchores Niesky. Zuvor kannte ich Niesky nur durch die Schultafeln in Bautzen. Sie sind im Möbelwerk Niesky hergestellt. An der Stadt Niesky begeistert mich ihre Architektur, besonders die Vielfalt der Holzhäuser. Der Frauenchor sang bereits mehrmals vor dem Wachsmann-Haus und das wollen wir zur Tradition werden lassen. Ich fühle mich in Niesky freundlich aufgenommen und habe es mit netten Menschen zu tun. Ich fahre gern nach Niesky. Die Stadt ist an Jahren noch jung, erst 275, hat aber viel Traditionelles, wie eben die Holzhäuser, zu bieten. Dennoch sollte sich die Stadt auch dem Neuen unserer Zeit zuwenden um auch jungen Leuten eine Perspektive zu geben. Was den Sport, die Vereinstätigkeit, aber auch die musikalische Ausbildung betrifft bietet die Stadt eine Vielfalt. Woran es mangelt sind kulturelle Freizeitangebote, vor allem für die Jugend. Das sagen mir auch die Musikschüler. Nur mit Ruhe und einer schönen Gegend lockt man Jugendliche nach ihrer Ausbildung nicht in eine Stadt zurück. Mir gefällt der Zinzendorfplatz, aber er ist zu unbelebt. Nur die Gaststätte sorgt zumindest an einer Ecke für städtisches Flair. Hier verschenkt sich die Stadt eine gute Möglichkeit, ihr Zentrum zu beleben. Christiane Brendler (42) ist Musikschullehrerin und unterrichtet in Niesky Gesang. Zudem leitet sie den Frauenchor Niesky. Sie lebt mit ihrer Tochter (16) in Bautzen.

@ Jens Trenkler

Zusammenhalt muss bleiben

Als gebürtige Schlesierin aus der Grafschaft Glatz habe ich in Niesky eine neue Heimat gefunden. Durch meine Arbeit bin ich als junges Mädchen in die Stadt gekommen und habe hier zuerst in einer Wohnung gelebt, ehe ich zusammen mit meinem Mann in Neuhof ein Haus kaufte. Meine Kinder sind in Niesky geboren worden und haben sich hier ebenfalls sehr wohl gefühlt. Inzwischen lebe ich in Königshain, komme aber immer wieder gern und vor allem regelmäßig nach Niesky zurück – nicht nur, weil meine Schwiegermutter hier lebt und ich sie im Alter unterstütze. Mir gefällt vor allem, dass die Stadt überschaubar und alles gut zu Fuß erreichbar ist. Das Tempo ist hier so entschleunigt, dass man ein gutes Lebensgefühl haben kann. Dazu tragen natürlich auch die freundlichen Menschen in der Stadt bei, die zu mir immer aufgeschlossen und entgegenkommend waren. Was mir so an Niesky und seinen Einwohnern gefällt, habe ich auch in einem kleinen Heft zu Papier gebracht, das man in der Comenius-Buchhandlung bekommen kann. In „Nieskyer in Wort und Bildern“ beschreibe ich die Lebenswege von Menschen, die mir wegen ihrer besonderen Leistungen und liebenswürdigen Art aufgefallen sind.
Ich denke, Niesky und die Nieskyer sollten so bleiben, wie ich sie über die Jahre kennen gelernt habe. Vor allem der Zusammenhalt untereinander darf nicht verloren gehen.

Marianne Scholz-Paul  ebte von 1966 bis 2008 in Niesky und wohnt jetzt in Königshain. Sie ist untrennbar mit dem Schlesischen Heimatverein Niesky verbunden. Auf dem Schlesischen Tippelmarkt in Görlitz tritt sie als „Schlesisches Tippelweib“ auf.
Zusammenhalt muss bleiben Als gebürtige Schlesierin aus der Grafschaft Glatz habe ich in Niesky eine neue Heimat gefunden. Durch meine Arbeit bin ich als junges Mädchen in die Stadt gekommen und habe hier zuerst in einer Wohnung gelebt, ehe ich zusammen mit meinem Mann in Neuhof ein Haus kaufte. Meine Kinder sind in Niesky geboren worden und haben sich hier ebenfalls sehr wohl gefühlt. Inzwischen lebe ich in Königshain, komme aber immer wieder gern und vor allem regelmäßig nach Niesky zurück – nicht nur, weil meine Schwiegermutter hier lebt und ich sie im Alter unterstütze. Mir gefällt vor allem, dass die Stadt überschaubar und alles gut zu Fuß erreichbar ist. Das Tempo ist hier so entschleunigt, dass man ein gutes Lebensgefühl haben kann. Dazu tragen natürlich auch die freundlichen Menschen in der Stadt bei, die zu mir immer aufgeschlossen und entgegenkommend waren. Was mir so an Niesky und seinen Einwohnern gefällt, habe ich auch in einem kleinen Heft zu Papier gebracht, das man in der Comenius-Buchhandlung bekommen kann. In „Nieskyer in Wort und Bildern“ beschreibe ich die Lebenswege von Menschen, die mir wegen ihrer besonderen Leistungen und liebenswürdigen Art aufgefallen sind. Ich denke, Niesky und die Nieskyer sollten so bleiben, wie ich sie über die Jahre kennen gelernt habe. Vor allem der Zusammenhalt untereinander darf nicht verloren gehen. Marianne Scholz-Paul ebte von 1966 bis 2008 in Niesky und wohnt jetzt in Königshain. Sie ist untrennbar mit dem Schlesischen Heimatverein Niesky verbunden. Auf dem Schlesischen Tippelmarkt in Görlitz tritt sie als „Schlesisches Tippelweib“ auf.

@ Jens Trenkler

Ein Friedenslied für Niesky

Als Kriegskind in Niesky geboren, sind meine ersten Eindrücke an Niesky Flucht und Angst vor dem Krieg. An einem Februartag 1945 stiegen wir in einen Zug Richtung Bayern. Unterwegs Fliegeralarm, raus aus den Waggons, Unterschlupf im Wald. Nach einem Vierteljahr Rückkehr im Güterwagen. Gegenüber dem Nieskyer Bahnhof wurde Kriegsgerät, vor allem Panzer, zusammengekarrt. Das bleibt mir immer gegenwärtig. Etwa zehn Jahre nach Kriegsende half ich in meiner Geburtsstadt mit, Kriegsschäden zu beseitigen. 1959 begann ich im Stahlbau. Diesem Betrieb bin ich seitdem mit vielen anderen Stahlbauern im Verein „Alte Stahlbauer“ bis heute eng verbunden. Erst unlängst haben wir das Einschieben der neuen Bahnbrücke über die Spree bei Uhyst begleitet. So sorgen wir wenigstens moralisch auch dafür, dass es um die beiden Großbetriebe Waggonbau und Stahlbau, die für Niesky lebensnotwendig sind, nie ruhig sein darf. Gefreut habe ich mich, dass zwei meiner Enkel-Jungs im Waggon- beziehungsweise Stahlbau die Berufsausbildung in einem Metallberuf begonnen haben. Mit der Inbetriebnahme der Betriebsgaststätte, dem heutigen Bürgerhaus, wurde eine Kulturstätte geschaffen, die über die Stadtgrenze hinaus bekannt ist. 1979 gründeten wir das Betriebsensemble des Stahlbau Niesky, aus dem wurde 1992 als Nachfolger der Verein Nieskyer Heidespatzen - Gesang und Laienspiel gegründet. Kultur ist anspruchsvoller Muntermacher und Kraftspender, denn der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein. Anmerken möchte ich an all jene, die äußern, in Niesky sei nichts los: Macht doch einfach selber was los, in Niesky gibt es weit über 50 Vereine. Sie alle warten auf eure Mitwirkung. Die Heidespatzen haben ein neues Friedenslied einstudiert, damit unser Niesky ein lebens- und liebenswertes, kleines, feines Städtchen im Frieden bleibt. Deshalb erklingt jetzt zu geeigneten Anlässen unser Lied: „Frieden bewahren ist unsere Pflicht“.

Egbert Stephan (76)  ist aktiv bei den Nieskyer „Heidespatzen“ und lebt in Rothenburg.
Ein Friedenslied für Niesky Als Kriegskind in Niesky geboren, sind meine ersten Eindrücke an Niesky Flucht und Angst vor dem Krieg. An einem Februartag 1945 stiegen wir in einen Zug Richtung Bayern. Unterwegs Fliegeralarm, raus aus den Waggons, Unterschlupf im Wald. Nach einem Vierteljahr Rückkehr im Güterwagen. Gegenüber dem Nieskyer Bahnhof wurde Kriegsgerät, vor allem Panzer, zusammengekarrt. Das bleibt mir immer gegenwärtig. Etwa zehn Jahre nach Kriegsende half ich in meiner Geburtsstadt mit, Kriegsschäden zu beseitigen. 1959 begann ich im Stahlbau. Diesem Betrieb bin ich seitdem mit vielen anderen Stahlbauern im Verein „Alte Stahlbauer“ bis heute eng verbunden. Erst unlängst haben wir das Einschieben der neuen Bahnbrücke über die Spree bei Uhyst begleitet. So sorgen wir wenigstens moralisch auch dafür, dass es um die beiden Großbetriebe Waggonbau und Stahlbau, die für Niesky lebensnotwendig sind, nie ruhig sein darf. Gefreut habe ich mich, dass zwei meiner Enkel-Jungs im Waggon- beziehungsweise Stahlbau die Berufsausbildung in einem Metallberuf begonnen haben. Mit der Inbetriebnahme der Betriebsgaststätte, dem heutigen Bürgerhaus, wurde eine Kulturstätte geschaffen, die über die Stadtgrenze hinaus bekannt ist. 1979 gründeten wir das Betriebsensemble des Stahlbau Niesky, aus dem wurde 1992 als Nachfolger der Verein Nieskyer Heidespatzen - Gesang und Laienspiel gegründet. Kultur ist anspruchsvoller Muntermacher und Kraftspender, denn der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein. Anmerken möchte ich an all jene, die äußern, in Niesky sei nichts los: Macht doch einfach selber was los, in Niesky gibt es weit über 50 Vereine. Sie alle warten auf eure Mitwirkung. Die Heidespatzen haben ein neues Friedenslied einstudiert, damit unser Niesky ein lebens- und liebenswertes, kleines, feines Städtchen im Frieden bleibt. Deshalb erklingt jetzt zu geeigneten Anlässen unser Lied: „Frieden bewahren ist unsere Pflicht“. Egbert Stephan (76) ist aktiv bei den Nieskyer „Heidespatzen“ und lebt in Rothenburg.

@ André Schulze

Begeistert von der Holzhaussiedlung

Eigentlich fühle ich mich noch als Frankfurterin. Dort bin ich aufgewachsen und habe 20 Jahre bei der Märkischen Oderzeitung als Grafikerin gearbeitet. Vor zwei, drei Jahren haben wir überlegt, hierherzukommen, da unsere Tochter mit ihrem Mann und unseren zwei Enkelkindern in Rietschen lebt. So haben wir uns entschlossen, den Schritt zu wagen - trotz Job und Haus. Auch in Niesky haben wir uns nach Baugrundstücken umgesehen und dann aber in Rietschen das passende gefunden. Zwei Jahre habe ich von Frankfurt/Oder alles geplant, den Hausneubau und den Umzug. Niesky haben wir über Konrad Wachsmann kennengelernt, denn der war ein gebürtiger Frankfurter. Zuerst führte uns unser Weg in Niesky in das Konrad-Wachsmann-Haus. Wir waren begeistert, wie modern der damals schon gedacht und geplant hat. Unsere erste Idee war, ein Holzhaus zu bauen. Natürlich schauten wir uns auch die tollen Holzhaussiedlungen an. Die finde ich sehr schön. Mit den Enkeln war ich in den Tongruben in Niesky baden und begeistert. Sie erinnern mich auch an Badeseen in Frankfurt. Hier an der Stadt und der Umgebung gefällt mir, dass einem die Menschen mit einem Lächeln begegnen und absolut freundlich sind. Meine Fühler habe ich bereits ausgestreckt zum Tennisverein, denn ich spiele leidenschaftlich gern Tennis. Ich würde mir für Niesky wünschen, dass die Stadt ihre vielen kleinen Geschäfte behält. Deshalb meine Bitte an die Nieskyer: Schaut mal wieder in die kleinen Läden um die Ecke hinein. Dort kümmern sich der Inhaber und seine Mitarbeiter persönlich um die Kundenwünsche. Das sollte sich Niesky bewahren.

Tanja Weiß (52) lebt seit diesem Jahr in Rietschen und arbeitet als Anzeigenberaterin seit dem Juni in Niesky.

Foto: Jens Trenkler / Jens Trenkler / Jens Trenkler
Begeistert von der Holzhaussiedlung Eigentlich fühle ich mich noch als Frankfurterin. Dort bin ich aufgewachsen und habe 20 Jahre bei der Märkischen Oderzeitung als Grafikerin gearbeitet. Vor zwei, drei Jahren haben wir überlegt, hierherzukommen, da unsere Tochter mit ihrem Mann und unseren zwei Enkelkindern in Rietschen lebt. So haben wir uns entschlossen, den Schritt zu wagen - trotz Job und Haus. Auch in Niesky haben wir uns nach Baugrundstücken umgesehen und dann aber in Rietschen das passende gefunden. Zwei Jahre habe ich von Frankfurt/Oder alles geplant, den Hausneubau und den Umzug. Niesky haben wir über Konrad Wachsmann kennengelernt, denn der war ein gebürtiger Frankfurter. Zuerst führte uns unser Weg in Niesky in das Konrad-Wachsmann-Haus. Wir waren begeistert, wie modern der damals schon gedacht und geplant hat. Unsere erste Idee war, ein Holzhaus zu bauen. Natürlich schauten wir uns auch die tollen Holzhaussiedlungen an. Die finde ich sehr schön. Mit den Enkeln war ich in den Tongruben in Niesky baden und begeistert. Sie erinnern mich auch an Badeseen in Frankfurt. Hier an der Stadt und der Umgebung gefällt mir, dass einem die Menschen mit einem Lächeln begegnen und absolut freundlich sind. Meine Fühler habe ich bereits ausgestreckt zum Tennisverein, denn ich spiele leidenschaftlich gern Tennis. Ich würde mir für Niesky wünschen, dass die Stadt ihre vielen kleinen Geschäfte behält. Deshalb meine Bitte an die Nieskyer: Schaut mal wieder in die kleinen Läden um die Ecke hinein. Dort kümmern sich der Inhaber und seine Mitarbeiter persönlich um die Kundenwünsche. Das sollte sich Niesky bewahren. Tanja Weiß (52) lebt seit diesem Jahr in Rietschen und arbeitet als Anzeigenberaterin seit dem Juni in Niesky. Foto: Jens Trenkler / Jens Trenkler / Jens Trenkler

@ Jens Trenkler

Schockiert über die Unzufriedenheit

Nach meiner Kindheit, die ich in See verbracht habe, studierte ich an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden. Wie durch ein Wunder, wurde für mich in Niesky eine Stelle geschaffen, so dass ich wieder in die Heimat ziehen konnte. Seit August vergangenen Jahres wohne ich in Niesky und habe die vielen Vorteile einer Kleinstadt lieben und schätzen gelernt. Niesky hat eine sehr positive Ausstrahlung. Die Menschen hier sind liebenswert und hilfsbereit. Hinzu kommt, dass man alle Einkäufe auf kurzem Weg und per Fahrrad erledigen kann. Wenn ich mal die Natur genießen möchte, bin ich in nur drei Minuten an den Stadtrand spaziert und kann mich am See oder in den heimischen Wäldern erholen. Es ist sehr gut, dass es alle Bildungseinrichtungen für Kinder, eine Bibliothek und Freizeitangebote, wie Sportvereine, eine Musikschule und viele Betätigungsfelder in den Kirchengemeinden gibt. Was für mich persönlich fehlt, sind ein Bio-Laden und ein Kino. Für meine Arbeit ist es sehr gut, dass die Nieskyer so aufgeschlossen und dankbar für kulturelle Angebote sind. Mich beeindruckt immer wieder die Geschichte von Niesky – gegründet von böhmischen Glaubensflüchtlingen – und ich hoffe, dass wir dadurch eine weltoffenere Stadt sind. Ein Zeichen dafür ist auch der Eine-Welt-Laden. Schockiert bin ich dagegen über die scheinbare Unzufriedenheit vieler Menschen, wo wir uns doch glücklich schätzen könnten, über eine so schöne Heimat, trotz mancher Probleme. Jeder Vierte in der Stadt sympathisiert mit einer fremdenfeindlichen Partei – das kann ich nicht verstehen.

Theresa Haupt (26) ist Kantorin bei der evangelischen Kirchgemeinde Niesky.
Schockiert über die Unzufriedenheit Nach meiner Kindheit, die ich in See verbracht habe, studierte ich an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden. Wie durch ein Wunder, wurde für mich in Niesky eine Stelle geschaffen, so dass ich wieder in die Heimat ziehen konnte. Seit August vergangenen Jahres wohne ich in Niesky und habe die vielen Vorteile einer Kleinstadt lieben und schätzen gelernt. Niesky hat eine sehr positive Ausstrahlung. Die Menschen hier sind liebenswert und hilfsbereit. Hinzu kommt, dass man alle Einkäufe auf kurzem Weg und per Fahrrad erledigen kann. Wenn ich mal die Natur genießen möchte, bin ich in nur drei Minuten an den Stadtrand spaziert und kann mich am See oder in den heimischen Wäldern erholen. Es ist sehr gut, dass es alle Bildungseinrichtungen für Kinder, eine Bibliothek und Freizeitangebote, wie Sportvereine, eine Musikschule und viele Betätigungsfelder in den Kirchengemeinden gibt. Was für mich persönlich fehlt, sind ein Bio-Laden und ein Kino. Für meine Arbeit ist es sehr gut, dass die Nieskyer so aufgeschlossen und dankbar für kulturelle Angebote sind. Mich beeindruckt immer wieder die Geschichte von Niesky – gegründet von böhmischen Glaubensflüchtlingen – und ich hoffe, dass wir dadurch eine weltoffenere Stadt sind. Ein Zeichen dafür ist auch der Eine-Welt-Laden. Schockiert bin ich dagegen über die scheinbare Unzufriedenheit vieler Menschen, wo wir uns doch glücklich schätzen könnten, über eine so schöne Heimat, trotz mancher Probleme. Jeder Vierte in der Stadt sympathisiert mit einer fremdenfeindlichen Partei – das kann ich nicht verstehen. Theresa Haupt (26) ist Kantorin bei der evangelischen Kirchgemeinde Niesky.

@ Jens Trenkler

Niesky ist lebenswert

Seit nunmehr 27 Jahren bin ich hier als Fahrlehrer tätig und habe somit täglich Kontakt mit den Menschen aus dieser Region. Niesky hat sich in den letzten Jahren zu einer schicken Kleinstadt für unterschiedlichste Generationen entwickelt. Alles, was man für das tägliche Leben benötigt, kann ich hier auf kurzem Weg bei den regionalen Händlern oder aber auch im Einkaufsmarkt besorgen. Ich schätze gerade das etwas ruhigere und familiäre Leben hier. Zudem findet man in Niesky unterschiedliche Betätigungsfelder für die Freizeit, wie auch das Eisstadion, welches auch bei mir des öfteren auf dem Terminplan steht. Kurzum ist Niesky als Kleinstadt so gut, wie es ist. Für die Zukunft wünsche ich mir gerade für die jüngere Generation noch mehr Aktivitäten und Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel eine Diskothek oder speziell dafür abgestimmte Kulturangebote. Auch in Sachen Nahverkehr sehe ich derzeit noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass nach Fertigstellung der neuen Bahntrasse die Fahrpläne so abgestimmt werden, dass man auch mal in den Abendstunden nach Görlitz und zurück fahren kann. Ich denke, dass viele Nieskyer solch ein Angebot nutzen würden.

Thomas Zorn (58) wohnt in Petershain und arbeitet als Fahrschullehrer in Niesky
Niesky ist lebenswert Seit nunmehr 27 Jahren bin ich hier als Fahrlehrer tätig und habe somit täglich Kontakt mit den Menschen aus dieser Region. Niesky hat sich in den letzten Jahren zu einer schicken Kleinstadt für unterschiedlichste Generationen entwickelt. Alles, was man für das tägliche Leben benötigt, kann ich hier auf kurzem Weg bei den regionalen Händlern oder aber auch im Einkaufsmarkt besorgen. Ich schätze gerade das etwas ruhigere und familiäre Leben hier. Zudem findet man in Niesky unterschiedliche Betätigungsfelder für die Freizeit, wie auch das Eisstadion, welches auch bei mir des öfteren auf dem Terminplan steht. Kurzum ist Niesky als Kleinstadt so gut, wie es ist. Für die Zukunft wünsche ich mir gerade für die jüngere Generation noch mehr Aktivitäten und Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel eine Diskothek oder speziell dafür abgestimmte Kulturangebote. Auch in Sachen Nahverkehr sehe ich derzeit noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass nach Fertigstellung der neuen Bahntrasse die Fahrpläne so abgestimmt werden, dass man auch mal in den Abendstunden nach Görlitz und zurück fahren kann. Ich denke, dass viele Nieskyer solch ein Angebot nutzen würden. Thomas Zorn (58) wohnt in Petershain und arbeitet als Fahrschullehrer in Niesky

@ Jens Trenkler

Hier selbstständig geworden

Gemeinsam mit meinen Eltern bin ich 1960 nach Niesky gezogen und habe hier meine Kindheit verbracht. Als Jugendlicher führte mich mein Weg dann nach Frankfurt/Oder, wo ich im damaligen Halbleiterwerk arbeitete und ein Fernstudium in der Mikroelektronik abschloss. Mit meiner Frau, welche ebenfalls aus Niesky kommt, lebte ich dort insgesamt 15 Jahre. Danach zog es mich wieder in diese schöne Kleinstadt, wo wir auf dem elterlichen Grundstück ein Haus erbauten. Schließlich erfüllte ich mir 1992 den Traum von der Selbstständigkeit und eröffnete ein Sportgeschäft, in dem auch mein Sohn seit 2001 tätig ist. Gerade die Menschen hier in der kleinen Stadt und der persönliche Umgang miteinander sind sehr herzlich und machen es hier in Niesky für mich lebens- und arbeitswert. Auf kurzem Weg kann man eine Menge von Einkaufsmöglichkeiten nutzen und vielfältigen Freizeitaktivitäten und Sportarten nachgehen. So eine Infrastruktur hat nicht jede Stadt dieser Größenordnung zu bieten. Mit etwas Sorge blicke ich hingegen auf den Wegzug vieler junger Menschen in die Großstädte. Auch der Verlust des Kreissitzes und die Konzentration der Ämter in Görlitz sind gerade durch die heutigen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten nicht nachvollziehbar !

Andreas Vetter (60) ist Inhaber von „Sport-Vetter“. Er lebt in Niesky.
Hier selbstständig geworden Gemeinsam mit meinen Eltern bin ich 1960 nach Niesky gezogen und habe hier meine Kindheit verbracht. Als Jugendlicher führte mich mein Weg dann nach Frankfurt/Oder, wo ich im damaligen Halbleiterwerk arbeitete und ein Fernstudium in der Mikroelektronik abschloss. Mit meiner Frau, welche ebenfalls aus Niesky kommt, lebte ich dort insgesamt 15 Jahre. Danach zog es mich wieder in diese schöne Kleinstadt, wo wir auf dem elterlichen Grundstück ein Haus erbauten. Schließlich erfüllte ich mir 1992 den Traum von der Selbstständigkeit und eröffnete ein Sportgeschäft, in dem auch mein Sohn seit 2001 tätig ist. Gerade die Menschen hier in der kleinen Stadt und der persönliche Umgang miteinander sind sehr herzlich und machen es hier in Niesky für mich lebens- und arbeitswert. Auf kurzem Weg kann man eine Menge von Einkaufsmöglichkeiten nutzen und vielfältigen Freizeitaktivitäten und Sportarten nachgehen. So eine Infrastruktur hat nicht jede Stadt dieser Größenordnung zu bieten. Mit etwas Sorge blicke ich hingegen auf den Wegzug vieler junger Menschen in die Großstädte. Auch der Verlust des Kreissitzes und die Konzentration der Ämter in Görlitz sind gerade durch die heutigen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten nicht nachvollziehbar ! Andreas Vetter (60) ist Inhaber von „Sport-Vetter“. Er lebt in Niesky.

@ jens trenkler

Bin ein Befürworter des Eisstadions

Abitur habe ich am Nieskyer Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium gemacht. In Niesky habe ich Freunde, Verwandte und Bekannte, also einen gemischten Kreis an Leuten. Zuhause bin ich in dem kleinen Ortsteil Zedlig. Ich bin ein Befürworter des Eisstadions, denn ich spiele hobbymäßig in der Freitagsgruppe. Das ist eine Freizeittruppe, die sich freitags trifft. Wir sind ein bunt gewürfelter Haufen und uns geht es nicht um die Liga oder Pokale, sondern ums Eishockeyspielen. Über Bekannte vermittelt, habe ich die Zeit während des Umbaus in anderen Truppen ausweichmäßig gespielt. Aber bald können wir wieder in Niesky aufs Eis.
Beim Festumzug zum Stadtfest haben wir unseren kleinen Ortsteil vorgestellt. Denn dass es den gibt, das ist gar nicht so vielen geläufig. Höchstens Pilzsammlern und Inlineskatern. Im Grunde genommen ist Zedlig eine kleine Siedlung von 16 oder 18 Häusern auf einer Lichtung im Wald. Nur frühere Gymnasiasten kennen Zedlig noch, weil es ein Schulobjekt gab, in dem gearbeitet und gefeiert wurde. Und so haben wir mit unserem Umzugswagen die Idee verfolgt, den Festumzug zu beleben und gleich noch unseren schönen kleinen Ortsteil im Norden von Niesky vorzustellen. Das haben wir geschafft, denn mit unseren historischen Kostümen und den alten Landwirtschaftsgeräten sind wir vielen positiv aufgefallen. Niesky ist eine ruhige Kleinstadt, mit einem jetzt besseren Herbstfest als früher. Was nicht so toll ist: Als Ortsteil vom Ortsteil - wir gehören zu Kosel – muss man immer auf sich aufmerksam machen, beispielsweise, wenn es um den Straßenzustand oder schnelles Internet geht. Deshalb gehen wir auch zum Ortschaftsrat. Dort haben wir mit Sandro Simmank jemanden, der sich auch um Zedlig kümmert und immer wieder in Niesky nachfragt.

Tim Mrusek (28) ist Diplom-Landwirt und arbeitet als Bereichsleiter Ackerbau in Kodersdorf. Er lebt in Zedlig.
Bin ein Befürworter des Eisstadions Abitur habe ich am Nieskyer Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium gemacht. In Niesky habe ich Freunde, Verwandte und Bekannte, also einen gemischten Kreis an Leuten. Zuhause bin ich in dem kleinen Ortsteil Zedlig. Ich bin ein Befürworter des Eisstadions, denn ich spiele hobbymäßig in der Freitagsgruppe. Das ist eine Freizeittruppe, die sich freitags trifft. Wir sind ein bunt gewürfelter Haufen und uns geht es nicht um die Liga oder Pokale, sondern ums Eishockeyspielen. Über Bekannte vermittelt, habe ich die Zeit während des Umbaus in anderen Truppen ausweichmäßig gespielt. Aber bald können wir wieder in Niesky aufs Eis. Beim Festumzug zum Stadtfest haben wir unseren kleinen Ortsteil vorgestellt. Denn dass es den gibt, das ist gar nicht so vielen geläufig. Höchstens Pilzsammlern und Inlineskatern. Im Grunde genommen ist Zedlig eine kleine Siedlung von 16 oder 18 Häusern auf einer Lichtung im Wald. Nur frühere Gymnasiasten kennen Zedlig noch, weil es ein Schulobjekt gab, in dem gearbeitet und gefeiert wurde. Und so haben wir mit unserem Umzugswagen die Idee verfolgt, den Festumzug zu beleben und gleich noch unseren schönen kleinen Ortsteil im Norden von Niesky vorzustellen. Das haben wir geschafft, denn mit unseren historischen Kostümen und den alten Landwirtschaftsgeräten sind wir vielen positiv aufgefallen. Niesky ist eine ruhige Kleinstadt, mit einem jetzt besseren Herbstfest als früher. Was nicht so toll ist: Als Ortsteil vom Ortsteil - wir gehören zu Kosel – muss man immer auf sich aufmerksam machen, beispielsweise, wenn es um den Straßenzustand oder schnelles Internet geht. Deshalb gehen wir auch zum Ortschaftsrat. Dort haben wir mit Sandro Simmank jemanden, der sich auch um Zedlig kümmert und immer wieder in Niesky nachfragt. Tim Mrusek (28) ist Diplom-Landwirt und arbeitet als Bereichsleiter Ackerbau in Kodersdorf. Er lebt in Zedlig.

@ André Schulze

Niesky hat ein ganz besonderes Flair

Ich bin ein waschechtes Nieskyer Kind und habe hier die schwere Zeit nach dem Krieg erlebt. Ich freue mich, in dieser Stadt aufgewachsen zu sein, weil sie ein Flair besitzt, in das man gern wieder eintaucht. Nach jeder Reise komme ich gerne nach Hause in mein Niesky zurück. Hier gefällt mir besonders die Landschaft mit ihren Wäldern, Heidegebieten und Tongruben.
Ich finde, Niesky hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Es gibt viele Angebote für Kinder und Jugendliche, vor allem im sportlichen Bereich. Wenn ich daran denke, dass in Kürze das Eisstadion neu eröffnet wird, dann bin ich regelrecht begeistert. Aber auch die Zusammenarbeit der Nieskyer Kirchgemeinden empfinde ich als gut. Und schließlich ist die Kriminalität in unserer Stadt relativ gering.
Schade und verbesserungswürdig finde ich, dass es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln keine direkte Verbindung nach Görlitz gibt, sonst würde ich gern viel öfter das dortige Theater besuchen. Generell sollte man schauen, dass die Nahverkehrsstruktur verbessert wird. Man könnte zum Beispiel über den Einsatz von Mikrobussen nachdenken, mit denen man viel flexibler wäre. Damit würde man auch den Anschluss der umliegenden Dörfer an Niesky verbessern, um den oft älteren Einwohnern die Teilhabe am öffentlichen Leben in unserer Stadt zu ermöglichen.

Wolfgang Küttner wohnt in Niesky und war bei der Brüder-Unität zuständiger Geschäftsstellenleiter für die Immobilienverwaltung. Darüber hinaus initiierte er die Hilfstransporte für die Tschernobylopfer in der Ukraine.
Niesky hat ein ganz besonderes Flair Ich bin ein waschechtes Nieskyer Kind und habe hier die schwere Zeit nach dem Krieg erlebt. Ich freue mich, in dieser Stadt aufgewachsen zu sein, weil sie ein Flair besitzt, in das man gern wieder eintaucht. Nach jeder Reise komme ich gerne nach Hause in mein Niesky zurück. Hier gefällt mir besonders die Landschaft mit ihren Wäldern, Heidegebieten und Tongruben. Ich finde, Niesky hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Es gibt viele Angebote für Kinder und Jugendliche, vor allem im sportlichen Bereich. Wenn ich daran denke, dass in Kürze das Eisstadion neu eröffnet wird, dann bin ich regelrecht begeistert. Aber auch die Zusammenarbeit der Nieskyer Kirchgemeinden empfinde ich als gut. Und schließlich ist die Kriminalität in unserer Stadt relativ gering. Schade und verbesserungswürdig finde ich, dass es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln keine direkte Verbindung nach Görlitz gibt, sonst würde ich gern viel öfter das dortige Theater besuchen. Generell sollte man schauen, dass die Nahverkehrsstruktur verbessert wird. Man könnte zum Beispiel über den Einsatz von Mikrobussen nachdenken, mit denen man viel flexibler wäre. Damit würde man auch den Anschluss der umliegenden Dörfer an Niesky verbessern, um den oft älteren Einwohnern die Teilhabe am öffentlichen Leben in unserer Stadt zu ermöglichen. Wolfgang Küttner wohnt in Niesky und war bei der Brüder-Unität zuständiger Geschäftsstellenleiter für die Immobilienverwaltung. Darüber hinaus initiierte er die Hilfstransporte für die Tschernobylopfer in der Ukraine.

@ jens trenkler

Ich bin ein Fan der Nieskyer Vereine

Fußball und Eishockey sind meine Leidenschaft. Mit beiden fühle ich mich in Niesky gut aufgehoben. Ich besuche regelmäßig die Spiele von Eintracht und den Tornados – und das seit 20 Jahren. Deshalb kann ich es kaum erwarten, wenn das neue Stadion eröffnet wird. Ich verfolge den Bau mit, schaue mir das Geschehen dort mindestens einmal im Monat an. Das erste Spiel gegen die Füchse lasse ich mir nicht entgehen.
Genau 20 Jahre arbeite ich schon in der Werkstatt für Behinderte in Niesky. Vor 14 Jahren bin ich von Rothenburg nach Niesky gezogen. Nach Hause in die Richard-Neumann-Straße habe ich es nicht weit, die Werkstatt liegt gleich nebenan. Für mich als behinderter Mensch ist es wichtig, einen kurzen Weg zu haben. Dennoch schnappe ich mir oft mein Elektro-Fahrrad und bin in der Stadt unterwegs. Oder im Sommer an die umliegenden Seen. Nicht überall lässt es sich damit gut fahren. Besonders die Rothenburger Straße, zwischen Penny und Landratsamt, müsste dringend gemacht werden.
Aber nicht nur die Arbeit ist für mich nahe, auch das Einkaufen. Somit brauche ich kein Auto, zumal ich keine Fahrerlaubnis besitze. Aber will ich nach Görlitz, bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Es wäre schön, wenn ich mit dem Zug von Niesky aus wieder fahren könnte.
Mein Motto ist: Wo was los ist, muss ich hin. Daher finde ich die Angebote gerade für meine Altersgruppe in Niesky sehr dürftig. Ach, was war früher im „Stern“ alles los! So etwas fehlt mir. Aber dass die Stadt Feste organisieren kann, hat sie beim Herbstfest bewiesen. Das hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe auf eine Fortsetzung.

Olivia Schmidt (44) wohnt und arbeitet in Niesky. Sie ist gelernte Näherin und hat einen 14-jährigen Sohn.
Ich bin ein Fan der Nieskyer Vereine Fußball und Eishockey sind meine Leidenschaft. Mit beiden fühle ich mich in Niesky gut aufgehoben. Ich besuche regelmäßig die Spiele von Eintracht und den Tornados – und das seit 20 Jahren. Deshalb kann ich es kaum erwarten, wenn das neue Stadion eröffnet wird. Ich verfolge den Bau mit, schaue mir das Geschehen dort mindestens einmal im Monat an. Das erste Spiel gegen die Füchse lasse ich mir nicht entgehen. Genau 20 Jahre arbeite ich schon in der Werkstatt für Behinderte in Niesky. Vor 14 Jahren bin ich von Rothenburg nach Niesky gezogen. Nach Hause in die Richard-Neumann-Straße habe ich es nicht weit, die Werkstatt liegt gleich nebenan. Für mich als behinderter Mensch ist es wichtig, einen kurzen Weg zu haben. Dennoch schnappe ich mir oft mein Elektro-Fahrrad und bin in der Stadt unterwegs. Oder im Sommer an die umliegenden Seen. Nicht überall lässt es sich damit gut fahren. Besonders die Rothenburger Straße, zwischen Penny und Landratsamt, müsste dringend gemacht werden. Aber nicht nur die Arbeit ist für mich nahe, auch das Einkaufen. Somit brauche ich kein Auto, zumal ich keine Fahrerlaubnis besitze. Aber will ich nach Görlitz, bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Es wäre schön, wenn ich mit dem Zug von Niesky aus wieder fahren könnte. Mein Motto ist: Wo was los ist, muss ich hin. Daher finde ich die Angebote gerade für meine Altersgruppe in Niesky sehr dürftig. Ach, was war früher im „Stern“ alles los! So etwas fehlt mir. Aber dass die Stadt Feste organisieren kann, hat sie beim Herbstfest bewiesen. Das hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe auf eine Fortsetzung. Olivia Schmidt (44) wohnt und arbeitet in Niesky. Sie ist gelernte Näherin und hat einen 14-jährigen Sohn.

@ jens trenkler

Genieße das Leben in der Kleinstadt

Ich bin hier zur Schule gegangen und habe später meine Lehre im Stahlbau Niesky absolviert. Schon immer bin ich tief mit Niesky und See verbunden. Seit meiner Geburt lebe ich in See und habe niemals daran gedacht, meine Heimat aus welchen Gründen auch immer zu verlassen. Gerade nach der Wende war es hier nicht immer leicht, einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Von hier wegzuziehen war somit keine Option. Das ruhige Leben in und um Niesky habe ich im Laufe der Jahre liebgewonnen. Ich könnte mir nicht vorstellen, in einer Großstadt und mit der damit verbundenen Hektik zu leben. Wenn mir und meiner Frau mal danach ist, fahren wir schon mal zu einem Konzert in eine größere Stadt wie Görlitz oder Dresden. Wenn wir dann aber wieder in unserer heimischen Umgebung sind, fühlen wir uns richtig wohl. Schließlich hat auch Niesky eine recht gute Infrastruktur. Es gibt gleich mehrere Einkaufs- und Baumärkte. Das können nicht alle kleinen Städte vorweisen. Niesky ist eine schicke Kleinstadt geworden. Das zeigt auch jedes Jahr die Gestaltung und Bepflanzung des Zinzendorfplatzes, welche hoffentlich auch in den kommenden Jahren so gestaltet wird. Und auch für die Gestaltung der Freizeit finden hier jung und alt reichlich Betätigungsfelder. So engagiere auch ich mich seit Jahren im Karnevalsclub der Stadt. Hier wünsche ich mir für die Zukunft viele junge Menschen, die unsere Tradition fortführen. Gerade männliche Vereinsmitglieder wünsche ich mir in unserem Vereinsleben, da diese immer weniger werden. Von der Verwaltung wünsche ich mir noch mehr Kundennähe und einen der Zeit angepassten Service. Es ist schade, das es im Rathaus kein Standesamt mehr gibt und es schwierig geworden ist, einen Wunschtermin für die Trauung zu bekommen.

Fred Fleischer (50) lebt seit seiner Geburt in See und kann sich ein Leben in einer Großstadt nicht vorstellen.
Genieße das Leben in der Kleinstadt Ich bin hier zur Schule gegangen und habe später meine Lehre im Stahlbau Niesky absolviert. Schon immer bin ich tief mit Niesky und See verbunden. Seit meiner Geburt lebe ich in See und habe niemals daran gedacht, meine Heimat aus welchen Gründen auch immer zu verlassen. Gerade nach der Wende war es hier nicht immer leicht, einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Von hier wegzuziehen war somit keine Option. Das ruhige Leben in und um Niesky habe ich im Laufe der Jahre liebgewonnen. Ich könnte mir nicht vorstellen, in einer Großstadt und mit der damit verbundenen Hektik zu leben. Wenn mir und meiner Frau mal danach ist, fahren wir schon mal zu einem Konzert in eine größere Stadt wie Görlitz oder Dresden. Wenn wir dann aber wieder in unserer heimischen Umgebung sind, fühlen wir uns richtig wohl. Schließlich hat auch Niesky eine recht gute Infrastruktur. Es gibt gleich mehrere Einkaufs- und Baumärkte. Das können nicht alle kleinen Städte vorweisen. Niesky ist eine schicke Kleinstadt geworden. Das zeigt auch jedes Jahr die Gestaltung und Bepflanzung des Zinzendorfplatzes, welche hoffentlich auch in den kommenden Jahren so gestaltet wird. Und auch für die Gestaltung der Freizeit finden hier jung und alt reichlich Betätigungsfelder. So engagiere auch ich mich seit Jahren im Karnevalsclub der Stadt. Hier wünsche ich mir für die Zukunft viele junge Menschen, die unsere Tradition fortführen. Gerade männliche Vereinsmitglieder wünsche ich mir in unserem Vereinsleben, da diese immer weniger werden. Von der Verwaltung wünsche ich mir noch mehr Kundennähe und einen der Zeit angepassten Service. Es ist schade, das es im Rathaus kein Standesamt mehr gibt und es schwierig geworden ist, einen Wunschtermin für die Trauung zu bekommen. Fred Fleischer (50) lebt seit seiner Geburt in See und kann sich ein Leben in einer Großstadt nicht vorstellen.

@ jens trenkler

In dieser Stadt fühle ich mich heimisch

Vor 25 Jahren kam ich aus dem schönen Thüringen der Arbeit wegen nach Niesky und fand es hier erst einmal ziemlich öde. Als leidenschaftliche Freizeitradlerin war die Umstellung von den Bergen und den herrlichen Fichtenwäldern in die flache Heide- und Teichlandschaft rund um Niesky eher eine Enttäuschung.
Inzwischen habe ich aber viele schöne Ecken der Lausitz entdeckt und liebe die vielen Badeseen in der Umgebung. Eingebunden in eine große und dennoch familiäre Dienstgemeinschaft in Emmaus, habe ich Menschen kennengelernt, die mir sehr viel bedeuten. Hermann Hesse drückte es so aus: Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die Welt für eine Stunde wie Heimat aus. Und so kann ich sagen, dass ich mich in dieser Stadt heimisch fühle.
Für mich ist Niesky sowohl klein als auch groß genug. Ich kann abseits vom stinkenden Großstadtgewimmel leben, und habe dennoch genug Möglichkeiten, kulturelle oder kulinarische Angebote in der Region wahrzunehmen. Vereine oder Kirchgemeinden bieten genug Spielraum, sich sinnvoll einzubringen. Auch ist in der Region immer etwas los, wie zum Beispiel der Freundestag in Emmaus, der an diesem Sonntag stattfindet. Die Mitarbeitenden haben sich verschiedene Angebote einfallen lassen und freuen sich auf möglichst viele Gäste.

Sigrun Enkelmann (51) arbeitet als Sekretärin in der Medizinischen Berufsfachschule Niesky. Sie wohnt in Niesky und ist ledig.
In dieser Stadt fühle ich mich heimisch Vor 25 Jahren kam ich aus dem schönen Thüringen der Arbeit wegen nach Niesky und fand es hier erst einmal ziemlich öde. Als leidenschaftliche Freizeitradlerin war die Umstellung von den Bergen und den herrlichen Fichtenwäldern in die flache Heide- und Teichlandschaft rund um Niesky eher eine Enttäuschung. Inzwischen habe ich aber viele schöne Ecken der Lausitz entdeckt und liebe die vielen Badeseen in der Umgebung. Eingebunden in eine große und dennoch familiäre Dienstgemeinschaft in Emmaus, habe ich Menschen kennengelernt, die mir sehr viel bedeuten. Hermann Hesse drückte es so aus: Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die Welt für eine Stunde wie Heimat aus. Und so kann ich sagen, dass ich mich in dieser Stadt heimisch fühle. Für mich ist Niesky sowohl klein als auch groß genug. Ich kann abseits vom stinkenden Großstadtgewimmel leben, und habe dennoch genug Möglichkeiten, kulturelle oder kulinarische Angebote in der Region wahrzunehmen. Vereine oder Kirchgemeinden bieten genug Spielraum, sich sinnvoll einzubringen. Auch ist in der Region immer etwas los, wie zum Beispiel der Freundestag in Emmaus, der an diesem Sonntag stattfindet. Die Mitarbeitenden haben sich verschiedene Angebote einfallen lassen und freuen sich auf möglichst viele Gäste. Sigrun Enkelmann (51) arbeitet als Sekretärin in der Medizinischen Berufsfachschule Niesky. Sie wohnt in Niesky und ist ledig.

@ André Schulze

Der Sport verbindet mich mit Niesky

Durch den Sport bin ich nach Niesky gekommen. Seit zwei Jahren trainiere ich beim TSV und spiele in der Ostsachsenliga mit. Handball ist meine große Leidenschaft, ich spielte bereits schon beim OSV Zittau. Über den Sport habe ich auch meinen Freund kennengelernt, er ist ein Nieskyer. Somit verbindet mich mit Niesky nicht nur der Handball. Wir beide wohnen aber in Görlitz, dort arbeite ich als Nageldesignerin in einem Sonnen- und Nagelstudio auf der Biesnitzer Straße.
An Niesky gefällt mir, dass es eine niedliche, kleine Stadt ist. Im Vergleich zu Görlitz wird hier mehr auf Ordnung und Sauberkeit geachtet. Aber nicht nur zum Handball komme ich gern nach Niesky. Im Sommer sind wir oft Eisessen im Café Becker und baden im Blauen Loch. Außerdem hat Niesky ein Geschäft von Rossmann, das in Görlitz nicht mehr ist. Das ist für mich ein weiterer Grund, nach Niesky zu fahren. Nur nerven die Baustellen zwischen Görlitz und Niesky. Besonders, wenn die B 115 gesperrt wird und wir die Umleitung durch Neißeaue fahren müssen.

Susanna Kurtycz  (32) spielt beim TSV Niesky Handball in der Ostsachsenliga. Sie wohnt mit ihrem Freund in Görlitz.
Der Sport verbindet mich mit Niesky Durch den Sport bin ich nach Niesky gekommen. Seit zwei Jahren trainiere ich beim TSV und spiele in der Ostsachsenliga mit. Handball ist meine große Leidenschaft, ich spielte bereits schon beim OSV Zittau. Über den Sport habe ich auch meinen Freund kennengelernt, er ist ein Nieskyer. Somit verbindet mich mit Niesky nicht nur der Handball. Wir beide wohnen aber in Görlitz, dort arbeite ich als Nageldesignerin in einem Sonnen- und Nagelstudio auf der Biesnitzer Straße. An Niesky gefällt mir, dass es eine niedliche, kleine Stadt ist. Im Vergleich zu Görlitz wird hier mehr auf Ordnung und Sauberkeit geachtet. Aber nicht nur zum Handball komme ich gern nach Niesky. Im Sommer sind wir oft Eisessen im Café Becker und baden im Blauen Loch. Außerdem hat Niesky ein Geschäft von Rossmann, das in Görlitz nicht mehr ist. Das ist für mich ein weiterer Grund, nach Niesky zu fahren. Nur nerven die Baustellen zwischen Görlitz und Niesky. Besonders, wenn die B 115 gesperrt wird und wir die Umleitung durch Neißeaue fahren müssen. Susanna Kurtycz (32) spielt beim TSV Niesky Handball in der Ostsachsenliga. Sie wohnt mit ihrem Freund in Görlitz.

@ André Schulze

Freue mich auf das Eisstadion 

In der Weißen Schule habe ich die zehnte Klasse abgeschlossen, bin dann nach Görlitz zur Kellnerlehre gegangen. Gleich nach der Lehre habe ich im Stadtcafé angefangen, in der Pizzeria, im Hotel Restaurant des Stahlbaus, dem späteren Bürgerhaus, gearbeitet. Kurzum: Ich bin immer in Niesky gewesen. Mir gefällt, dass du hier sofort in jeder Richtung in der Natur bist. Sehr genieße ich es, von Mai bis Mitte September schwimmen zu gehen in der Kiesgrube. Bei 18 Grad Wassertemperatur und sieben Grad Lufttemperatur habe ich das für dieses Jahr beendet. Das morgendliche Schwimmen und danach noch ein bisschen sitzen an der Kieser – das ist meine Stunde! Sehr wohlfühle ich mich auch bei den Heidespatzen. Wer sich mal ausprobieren möchte: Wir proben jeden Montag, ab 17 Uhr. Viele Nieskyer schimpfen ja, dass nicht viel los ist in der Stadt. Aber wenn sie erst mal draußen sind, dann gehen sie richtig ab. Es gibt viele schöne Angebote in Niesky, auch kulturell. Gerade war ich bei der Travestieshow im Bürgerhaus, das war toll. Außerdem sind ja auch Bautzen, Görlitz und Dresden nicht weit. Aber Nieskyer schätzen nicht so sehr, was wir hier haben, wie manch anderer. Das sagen immer wieder Gäste der Stadt, auch die vielen Radfahrer, die Niesky ansteuern. Sehr bin ich für das Eisstadion, und freue mich darauf. Eishockey ist doch ein Highlight für Niesky.

Sieglinde Jurke  (63) ist gerade offiziell Rentnerin geworden, und kellnert trotzdem immer noch in Nieskyer Gaststätten.
Freue mich auf das Eisstadion In der Weißen Schule habe ich die zehnte Klasse abgeschlossen, bin dann nach Görlitz zur Kellnerlehre gegangen. Gleich nach der Lehre habe ich im Stadtcafé angefangen, in der Pizzeria, im Hotel Restaurant des Stahlbaus, dem späteren Bürgerhaus, gearbeitet. Kurzum: Ich bin immer in Niesky gewesen. Mir gefällt, dass du hier sofort in jeder Richtung in der Natur bist. Sehr genieße ich es, von Mai bis Mitte September schwimmen zu gehen in der Kiesgrube. Bei 18 Grad Wassertemperatur und sieben Grad Lufttemperatur habe ich das für dieses Jahr beendet. Das morgendliche Schwimmen und danach noch ein bisschen sitzen an der Kieser – das ist meine Stunde! Sehr wohlfühle ich mich auch bei den Heidespatzen. Wer sich mal ausprobieren möchte: Wir proben jeden Montag, ab 17 Uhr. Viele Nieskyer schimpfen ja, dass nicht viel los ist in der Stadt. Aber wenn sie erst mal draußen sind, dann gehen sie richtig ab. Es gibt viele schöne Angebote in Niesky, auch kulturell. Gerade war ich bei der Travestieshow im Bürgerhaus, das war toll. Außerdem sind ja auch Bautzen, Görlitz und Dresden nicht weit. Aber Nieskyer schätzen nicht so sehr, was wir hier haben, wie manch anderer. Das sagen immer wieder Gäste der Stadt, auch die vielen Radfahrer, die Niesky ansteuern. Sehr bin ich für das Eisstadion, und freue mich darauf. Eishockey ist doch ein Highlight für Niesky. Sieglinde Jurke (63) ist gerade offiziell Rentnerin geworden, und kellnert trotzdem immer noch in Nieskyer Gaststätten.

@ André Schulze

Kaum noch hässliche Ecken

Ich stamme ursprünglich aus Nieder Neundorf, einem Ortsteil von Rothenburg. 1983 hat es mich beruflich und infolgedessen zu meiner jetzigen Frau nach Niesky verschlagen. Die Stadt hatte mir schon damals gut gefallen. Anders als in den Großstädten, kennt man hier die Nachbarn und kommt auch schnell mit ihnen in Kontakt. In einer Wohnung der damaligen AWG, jetzt Wobag, haben wir unser Zuhause gefunden, in der wir schon 31 Jahre wohnen. Trotz beengtem Wohnraum haben wir zwei Kinder aufgezogen und wir uns immer hier wohl gefühlt.
Wenn man jetzt durch die Stadt spaziert, so fällt einem auf, das sich seit der Wende sehr viel in Niesky getan hat. Viele Häuser wurden saniert und auch die Grünanlagen, Parks und Spielplätze wurden auf Vordermann gebracht oder neu gestaltet. Man sieht kaum noch hässliche Ecken. Es gibt reichlich Einkaufsmöglichkeiten und vor allem kurze Wege dahin. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist alles gut zu erreichen. Es wurden in den letzten Jahren auch viele altersgerechte Wohnungen gebaut. Da es in Zukunft immer mehr ältere Bürger gibt, muss man sich natürlich auch auf diese Situation einstellen.
Aber wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Leider hat sich die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren stark verringert. Viele mussten die Stadt verlassen, um Arbeit zu finden. Es folgten die geburtenschwachen Jahrgänge. Das Angebot kultureller Veranstaltungen für die Jugend reduzierte sich auch Jahr für Jahr. Da fehlt es an entsprechenden Örtlichkeiten und natürlich Geld. Wer eine ärztliche Behandlung benötigt, hat es mitunter mit sehr langen Wartezeiten zu tun. Wohl dem, der noch einen Hausarzt hat, denn unsere Ärzte werden leider auch nicht jünger und es fehlt an Nachwuchs.
Noch zu sagen wäre, dass viele gastronomische Einrichtungen aus dem Nieskyer Stadtleben verschwunden sind. Das ist schade, denn das Leben besteht nicht nur aus Arbeit.

Siegfried Schoof (56) ist Mitarbeiter im Rathaus Niesky. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Web-Seiten unter anderem der des Nieskyer Karnevalclubs.
Kaum noch hässliche Ecken Ich stamme ursprünglich aus Nieder Neundorf, einem Ortsteil von Rothenburg. 1983 hat es mich beruflich und infolgedessen zu meiner jetzigen Frau nach Niesky verschlagen. Die Stadt hatte mir schon damals gut gefallen. Anders als in den Großstädten, kennt man hier die Nachbarn und kommt auch schnell mit ihnen in Kontakt. In einer Wohnung der damaligen AWG, jetzt Wobag, haben wir unser Zuhause gefunden, in der wir schon 31 Jahre wohnen. Trotz beengtem Wohnraum haben wir zwei Kinder aufgezogen und wir uns immer hier wohl gefühlt. Wenn man jetzt durch die Stadt spaziert, so fällt einem auf, das sich seit der Wende sehr viel in Niesky getan hat. Viele Häuser wurden saniert und auch die Grünanlagen, Parks und Spielplätze wurden auf Vordermann gebracht oder neu gestaltet. Man sieht kaum noch hässliche Ecken. Es gibt reichlich Einkaufsmöglichkeiten und vor allem kurze Wege dahin. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist alles gut zu erreichen. Es wurden in den letzten Jahren auch viele altersgerechte Wohnungen gebaut. Da es in Zukunft immer mehr ältere Bürger gibt, muss man sich natürlich auch auf diese Situation einstellen. Aber wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Leider hat sich die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren stark verringert. Viele mussten die Stadt verlassen, um Arbeit zu finden. Es folgten die geburtenschwachen Jahrgänge. Das Angebot kultureller Veranstaltungen für die Jugend reduzierte sich auch Jahr für Jahr. Da fehlt es an entsprechenden Örtlichkeiten und natürlich Geld. Wer eine ärztliche Behandlung benötigt, hat es mitunter mit sehr langen Wartezeiten zu tun. Wohl dem, der noch einen Hausarzt hat, denn unsere Ärzte werden leider auch nicht jünger und es fehlt an Nachwuchs. Noch zu sagen wäre, dass viele gastronomische Einrichtungen aus dem Nieskyer Stadtleben verschwunden sind. Das ist schade, denn das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Siegfried Schoof (56) ist Mitarbeiter im Rathaus Niesky. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Web-Seiten unter anderem der des Nieskyer Karnevalclubs.

@ Jens Trenkler

Kitazeiten sind ausbaufähig

Seit 2004 wohne ich in Niesky, und ich bin ja auch nicht ohne Grund hierhergezogen. Ich hatte damals schon meine Arbeit in der Stadt und bin ohne Auto ausgekommen. Für Kinder ist perspektivisch vom Kindergarten bis zum Gymnasium alles vorhanden. Überhaupt für das alltägliche Leben: Alles ist da und außerdem gut erreichbar. Das betrifft nicht nur die Geschäfte, sondern auch Ärzte, die Bibliothek und die Parks. Der Zinzendorfplatz als Zentrum ist sehr schön gestaltet. Wir haben ohne Frage auch ein paar schöne Gaststätten, eine schöne Musikkneipe fehlt mir aber. Da könnte man mit den Freunden einen schönen Abend verbringen. Niesky ist eine nette Kleinstadt, in der man sich kennt und hilft.
Aufgrund meines Berufes halte ich aber die Öffnungszeiten der Kinderbetreuung in den Kindergärten für ausbaufähig. Früh ist es schon ab 6 Uhr möglich, die Kinder zu bringen. Aber nachmittags ist es schwierig, sie bis 16.30 Uhr zu holen, wenn man bis 18 Uhr oder sogar noch länger für die Kunden im Laden steht. So geht es mir mit unserer jüngsten Tochter, aber auch Freunde und Kunden kritisieren das.

Roland Mitschke (40) ist einer von zwei Geschäftsführern der Expert Oberlausitz GmbH in Niesky und Weißwasser.
Kitazeiten sind ausbaufähig Seit 2004 wohne ich in Niesky, und ich bin ja auch nicht ohne Grund hierhergezogen. Ich hatte damals schon meine Arbeit in der Stadt und bin ohne Auto ausgekommen. Für Kinder ist perspektivisch vom Kindergarten bis zum Gymnasium alles vorhanden. Überhaupt für das alltägliche Leben: Alles ist da und außerdem gut erreichbar. Das betrifft nicht nur die Geschäfte, sondern auch Ärzte, die Bibliothek und die Parks. Der Zinzendorfplatz als Zentrum ist sehr schön gestaltet. Wir haben ohne Frage auch ein paar schöne Gaststätten, eine schöne Musikkneipe fehlt mir aber. Da könnte man mit den Freunden einen schönen Abend verbringen. Niesky ist eine nette Kleinstadt, in der man sich kennt und hilft. Aufgrund meines Berufes halte ich aber die Öffnungszeiten der Kinderbetreuung in den Kindergärten für ausbaufähig. Früh ist es schon ab 6 Uhr möglich, die Kinder zu bringen. Aber nachmittags ist es schwierig, sie bis 16.30 Uhr zu holen, wenn man bis 18 Uhr oder sogar noch länger für die Kunden im Laden steht. So geht es mir mit unserer jüngsten Tochter, aber auch Freunde und Kunden kritisieren das. Roland Mitschke (40) ist einer von zwei Geschäftsführern der Expert Oberlausitz GmbH in Niesky und Weißwasser.

@ André Schulze