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Dienstag, 02.01.2018

Nur ein Feinstaub-Ausreißer

Zu Silvester wurde an nur einer Messstation in Sachsen der Grenzwert für Feinstaub überschritten. Beim vorherigen Jahreswechsel gab es noch 14 teils deutliche Ausreißer. Wie kann das sein?

Von Fabian Schröder

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In den ersten Minuten des neuen Jahres ist am 1. Januar 2018 in Dresden das Silvesterfeuerwerk über der angestrahlten barocken Stadtsilhouette zu sehen.
In den ersten Minuten des neuen Jahres ist am 1. Januar 2018 in Dresden das Silvesterfeuerwerk über der angestrahlten barocken Stadtsilhouette zu sehen.

© Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Kurz vor Silvester hat das Umweltbundesamt eine Statistik zur Feinstaubbelastung zum Jahreswechsel herausgebracht. Ergebnis: Wenn Deutschland Raketen abfeuert, steigen die Verschmutzungswerte explosionsartig. In einer Silvesternacht werden durch Feuerwerk fast 5 000 Tonnen PM10, also Feinstaub, freigesetzt, heißt es in dem Bericht der Behörde. Das entspricht etwa 15 Prozent der jährlich von Kraftfahrzeugen ausgestoßenen Menge der winzigen Partikel.

Der Blick auf die PM10-Messwerte am 1. Januar überrascht jedoch. Statt der eigentlich zu erwartenden hohen Belastung im ganzen Freistaat zeigt nur eine Messstation in Sachsen einen Wert jenseits des Zulässigen an: Auf der Leipziger Straße in Chemnitz ging es laut Sächsischem Umweltministerium (SMUL) rauf auf 62 µg/m³ - erlaubt sind maximal 50 µg/m³. Zum Vergleich: Beim Jahreswechsel 2016/2017 ging es an 14 Messpunkten über die Grenzwerte - und das teils deutlich. Spitzenreiter waren Glauchau (137 µg/m³), Leipzig Lützner Straße (133 µg/m³) und Klingenthal (128 µg/m³).

Über das Jahr verteilt darf der Grenzwert nur 35 Mal überschritten werden. In Sachsen war das seit 2015 an keiner Messstelle mehr der Fall. Dennoch ist oft schon am ersten Tag des Jahres ein Überschreitungstag verbraucht. Diesmal aber nicht. Wieso?

„Dass die Werte dieses Jahr verhältnismäßig niedrig ausfallen, hat vielleicht ein bisschen mit der wachsenden Vernunft der Menschen zu tun“, sagt Dr. Andrea Hausmann, die beim Umweltministerium über die Luftqualität in Sachsen wacht, eher scherzhaft. „Es dürfte in diesem Jahr aber am Wetter gelegen haben. Es war ziemlich windig“, schiebt die Expertin die plausible Erklärung hinterher. Vielerorts gab es Windgeschwindigkeiten zwischen 20 und 30 km/h. Das habe zu einer schnellen Durchmischung der Luft und damit zu einer geringeren Konzentration von Feinstaubstaub geführt.

Noch dazu geben die PM10-Werte ein Tagesmittel an. „Die Feinstaubkonzentration ist nur für ein paar Stunden deutlich erhöht und geht im Tagesverlauf zurück“, so Hausmann. Durch den Wind würde dieser Vorgang beschleunigt, sodass der Mittelwert geringer ausfällt. Ein weiterer Grund für die geringere Konzentration sei das ebenfalls wetterbedingt niedrige Ausgangsniveau gewesen. So wurde etwa an der Ausreißer-Messstation in der Leipziger Straße in Chemnitz einen Tag vor Silvester nur 9 µg/m³ ermittelt.

Mehr Wind zu Silvester ändert jedoch nichts an der entstandenen Feinstaubmenge. Die Partikel werden nur schneller verwirbelt und verbreitet. Feinstaub kann die Atemwege reizen. Eine dauerhaft hohe Belastung kann die Lungenfunktion stören. Besonders für Asthmatiker ist das gefährlich.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 15 Kommentare

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  1. SZ Redaktion

    @ 7. Michael H: Es gab in Sachsen seit 2015 natürlich noch an vielen Tagen Grenzwertüberschreitungen. Nur nicht mehr als die zulässigen 35 pro Station pro Jahr.

  2. Matze

    zu erst leben wir in Sachsen da lautet es zu Silvester, wir müssen nicht von Süddeutschland vierten vor 12 alles übernehmen...da wundert man sich über weniger Feinstaub. Es kommt immer auf den Luftdruck und Feuchtigkeit und Windverhältnisse an, aber wir sind dank EU immer gut auf dem Weg....

  3. Fritz

    Ich frage mich , wie haben wir die DDR- Zeit überlebt und die Wessis das Ruhrgebiet ? Wir müßten eigentlich schon alle nicht mehr leben.

  4. XXX

    @Frage #10: Kann schon sein, daß dieser Vorschlag von den Grünen kommt, oder von der CDU-Leuten oder SPD oder Linken oder Freien Bürgern ... ist doch völlig egal. Mir geht die Knallerei auch immer mehr auf den Senkel.

  5. Kalle

    Eine gute Nachricht, die einem aufatmen lassen könnte aber nein, der geneigte Sachse (oder die üblichen verdächtigen) verfallen in Schnappatmung. In vielen deutschen Großstädten stieg die Feinstaubbelastung auch diesmal wieder an, sodass die Erklärung der Expertin (wetterbedingt) durchaus plausibel erscheinen könnte. Aber nein, es kann nicht sein, was nicht sein darf und gerade bei einem so vermeintlich grünen Thema wie Luftreinheit, darf nun mal recht wenig, also werden die Messung und Grenzwerte generell in Zweifel gezogen. Man könnte es Jammern nennen, aber auch das kann natürlich nicht sein.

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