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Montag, 16.04.2018

Kretschmer will lange Übergangszeit bei Braunkohle-Ausstieg

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Sachsens Ministerpräsident beim Besuch eines Braunkohletagebaus der Mitteldeutschen Braunkohle AG (MIBRAG) in Pödelwitz am 26. März 2018 (Symbolfoto).
Sachsens Ministerpräsident beim Besuch eines Braunkohletagebaus der Mitteldeutschen Braunkohle AG (MIBRAG) in Pödelwitz am 26. März 2018 (Symbolfoto).

© Sebastian Willnow/dpa

Leipzig. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert beim Ausstieg aus der Braunkohle eine Schonfrist von 20 Jahren. „Wir haben die Chance und das Geld, um den Strukturwandel verantwortlich zu gestalten“, sagte der CDU-Politiker der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag). „Dafür brauchen wir bei der Braunkohle noch 20 Jahre Zeit. Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist dabei unser Verbündeter.“

Ein harter Strukturbruch wie 1990 nach dem Ende der DDR „darf sich bei der Kohle keinesfalls wiederholen“, betonte der Regierungschef mit Blick auf die demnächst beginnende Arbeit der Kohle-Kommission der Bundesregierung. Gleichzeitig müssten neue Perspektiven jetzt und nicht irgendwann entstehen. „Das heißt, wir brauchen ganz dringend überall den schnellen Internetzugang und die Elektrifizierung der Bahn. Planung und Realisierung dürfen nicht Jahrzehnte dauern.“

In der Lausitz gibt es große Braunkohletagebaue. Ein Aus hat Folgen für die Wirtschaftsstruktur vor Ort. Die Kommunen im Mitteldeutschen Revier haben sich jüngst zusammengeschlossen, um Ideen und Strategien umzusetzen. Dabei geht es unter anderem darum, genügend neue Jobperspektiven zu schaffen.

„Kretschmer schürt Panik - ohne hinreichenden Grund“, kritisierte Anike Peters von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. In den Lausitzer Braunkohletagebauen und -kraftwerken arbeiteten noch etwa 8300 Menschen und für einen sozialverträglichen Kohleausstieg blieben zwölf Jahre Zeit. „Natürlich muss die Politik gute Lösungen für diese betroffenen Menschen entwickeln“, sagte sie. Kretschmer müsse neue Perspektiven schaffen statt Ängste zu schüren. (dpa)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Manfred Hengst

    Wovon Kretschmer nicht spricht, wieviele Menschen verlieren bis dahin ihre Heimat. Ist ja auch egal es ist ja nicht seine !

  2. Berg

    "Kretschmer will.." ist erstmal Unsinn, Er nimmt lediglich eine Jahrhundertentwicklung realistisch wahr. Es ist doch so: um neue schöne Seeenlandschaften zu bekommen, muss Jahrzehnte ausgegraben werden und danach ein Jahrzehnt geflutet. So. Dann ist aus der alten "Heimat" (kahle Sandlandschaft) die neue "Heimat", eine reizvolle Wasserlandschaft geworden. DAS DAUERT! Und das spricht nun auch der neue Sachsen-MP aus, wie alle anderen vor ihm auch. In Brandenburg läuft dasselbe ab.

  3. Oberlausitzer

    @ Manfred Hengst: Die Leute verlieren nicht mehr ihre Heimat, das war zu Zeiten der DDR - Diktatur so. Huetzutage bekommen die Leute eine neue Heimat oder werden großzügig entschädigt. Fragen Sie mal in der Gegend die Leute, die meisten sind sauer, wenn sie nicht umgesiedelt werden. Der Strukturwandel wird kommen, aber man sollte ihm Zeit lassen. Das Lausitzer Seenalnd ist ein guter Beweis dafür, dass die Gegend nach der Braunkohle besser aussieht als vorher.

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