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Donnerstag, 12.07.2018

Flaute im Horst

Es gibt Probleme mit den Störchen rund um die Sächsische Schweiz: Nachwuchs will sich nicht einstellen. Das hat einen ganz bestimmten Grund.

Von Verena Schulenburg

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In Wilsdruff ist das Familienglück offenbar noch perfekt. Ein Jungtier hat das Storchenpaar Hilde und Horst zur Welt gebracht. Der Jungstorch wurde mittlerweile auch schon bei ersten Flugversuchen beobachtet. Anderswo in der Region haben die Weißstörche nicht so viel Glück mit ihrer Brut.
In Wilsdruff ist das Familienglück offenbar noch perfekt. Ein Jungtier hat das Storchenpaar Hilde und Horst zur Welt gebracht. Der Jungstorch wurde mittlerweile auch schon bei ersten Flugversuchen beobachtet.

© Roland Halkasch

Es ist kaum zwei Wochen her, da herrschte auf dem Horst weit über den Possendorfer Dächern noch ein reges Ein- und Ausfliegen. Eifrig war das Storchenpaar damit beschäftigt, Nahrung heranzuholen. Aus der Kinderstube heraus wurde ein kleines Schnäblein gesichtet. „Nachwuchs hat sich eingestellt“, verkündete Rathausmitarbeiterin Kerstin Ryssel die frohe Botschaft von Possi und Possine, wie das Storchenpaar hier genannt wird.

Und nun? Von einem kleinen hungrigen Schnäbelchen im Horst ist nichts mehr zu sehen. Schlimmer noch. Vor ein paar Tagen wurde ein toter junger Storch am Fuße des Schornsteines entdeckt. Ist die einzige Brut verloren? „Genau wissen wir es noch nicht“, sagt Andreas Kunzmann. Bisher sei unklar, ob die Weißstörche in Possendorf ein oder zwei Junge hatten. Kunzmann ist ehrenamtlicher Regionalbeauftragter beim Naturschutzdienst und kümmert sich um die Weißstörche im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Grund zur Euphorie sieht er auch anderswo nicht. Die Hitze der vergangenen Wochen habe den Zugvögeln in der gesamten Region arg zugesetzt.

Das Storchenpaar in Reinholdshain, das voriges Jahr sogar fünf Junge zur Welt brachte, hat dieses Jahr seine Brut aufgegeben. Die Nester in Struppen und Cotta wurden im Frühjahr gar nicht erst besetzt. Die beiden Weißstörche, die in diesem Jahr erstmals in Paulsdorf an der Malter einen Platz für sich fanden, haben nicht gebrütet, so die Bilanz des Naturschützers. Grund zur Hoffnung gebe es noch bei den Störchen in Wilsdruff. Dort lebt derzeit ein Junges bei seinen Eltern. „Wir hoffen, dass es durchkommt“, sagt Kunzmann.

Nachdem die Störche 2017 im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit insgesamt 28 Jungtieren so erfolgreich brüteten wie schon lange nicht mehr, scheint sich diesmal kein reicher Kindersegen einstellen zu wollen. „Die Störche finden schlichtweg keine oder nur unzureichend Nahrung“, erklärt Andreas Kunzmann. Schuld daran sei maßgeblich die lange anhaltende Hitze und Trockenheit, die seit dem Frühjahr besteht.

Birgit Hertzog, Umweltamtsleiterin im Pirnaer Landratsamt, bestätigt das. „Es gibt zu wenig Feuchtbiotope in diesem Teil des Landkreises, die angesichts der allgemeinen Trockenheit als Nahrungshabitat dienen könnten“, erklärt sie. Hinzu komme, dass das Grünland im Umfeld der Horste bis auf wenige Ausnahmen bereits im Mai gemäht wurde. Seitdem sei wegen des fehlenden Regens kaum etwas nachgewachsen. Unter diesen Bedingungen ausreichend Nahrung für sich und den Nachwuchs zu finden, sei ein Problem für die Störche. Erst recht in dieser Region.

Die Störche, die linkselbisch brüten, hätten es ohnehin schwerer als ihre Gleichgesinnten auf der rechten Seite der Elbe. Dort gebe es weitläufigere Wiesen und Feuchtbiotope, in denen Storchenleckerlis wie Frösche, Mäuse oder Blindschleichen leichter zu haben sind.

Noch können die Naturschützer nicht genau sagen, wie viele Jungtiere die Störche im Landkreis dieses Jahr durchbekommen. „Im August wissen wir sicher mehr“, sagt Kunzmann. Die Situation bleibe angespannt, auch wenn die jüngsten Niederschläge ein kleiner Segen für die nahrungssuchenden Störche sein dürften.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Horster

    Der Horst, wenn ich das schon wieder hör! Sowas! Das geht ja gar ni!

  2. Black Forrest

    vielleicht liegt es ja auch an etwas anderem? Wohin fliegt den der schwule Storch?? zu seinem Horst! Bei uns im Schwarzwald auf dem Schornstein und Strommast der Firma leben/wohnen jedes Jahr Storchenpaare mit reichlich Jungtieren die ringsherum alles vollkoten. Das stört schon übelst, aber keiner regt sich auf, aber wehe ein Hund/Katze oder anderes Haustier würde so etwas machen...

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