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Freitag, 15.06.2018

ADAC nimmt Spediteure in die Pflicht

Für den Autoclub ist nicht nur die Politik für überfüllte Rastplätze verantwortlich. Er mahnt zur Vorsicht.

Dicht an dicht stehen die Sattelzüge auf dem Parkplatz an einer Autobahn-Raststätte.
Dicht an dicht stehen die Sattelzüge auf dem Parkplatz an einer Autobahn-Raststätte.

© Ralf Hirschberger / dpa

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, weil nachts unbeleuchtete Lkw in den Einfahrten von Rastplätzen geparkt haben. Autofahrer müssen deshalb zu diesen Zeiten besonders vorsichtig sein. Das rät auch der ADAC auf Nachfrage der SZ. „Die Leute müssen im Kopf haben, dass es dieses Problem gibt“, sagt Sprecherin Melanie Mikulla. Das sei nämlich noch nicht immer der Fall. Autofahrer sollten deshalb vorausschauend und vorsichtig auf die Rastplätze fahren und nach Lkw Ausschau halten. „Augen auf“, laute die Devise, sagt Mikulla. Auf der Fahrspur der Autobahn sollte deshalb allerdings noch nicht gebremst werden. Denn auch das sei gefährlich.

Ansonsten könnten Autofahrer nicht viel machen. „Wenn man raus muss, muss man raus“, sagt die ADAC-Sprecherin. Sei es, weil der Tank leer ist oder man dringend auf Toilette muss. Weiterfahren hilft da nicht weiter, zumal es auf dem nächsten Rastplatz ähnlich aussehen könnte.

Dass sich Autofahrer der Gefahr parkender Lkw bewusst werden, ist auch deshalb wichtig, weil der Mangel an Stellplätzen sich nicht so rasch beheben lässt. Denn wirkliche Abhilfe schafft nur der Neubau beziehungsweise die Erweiterung von Rastplätzen. Der Aufwand sei hoch. So werde es immer schwerer, Flächen zu bekommen, erklärt Mikulla.

Außerdem würden Bauvorhaben lange dauern. Kurzfristig könne die bessere Ausnutzung der vorhandenen Parkplätze helfen – beispielsweise durch das Kolonnenparken. Dabei werden die Lkw gestaffelt nach Abfahrtszeiten auf dem Rastplatz abgestellt. Die Fahrzeuge mit der gleichen Parkdauer stehen in einer Reihe hintereinander. Weil sie so dichter zusammen parken können, wird der vorhandene Platz besser genutzt.

Autohöfe könnten ihre Kapazitäten ebenfalls ausbauen. Diese werden privat betrieben. Deshalb müssten Lkw oft bezahlen, wenn sie dort parken wollen. Die Fahrer zahlen die Gebühr häufig aus eigener Tasche. Das könne nicht sein, sagt die ADAC-Sprecherin. Die Spediteure würden die Fahrer allein lassen. (SZ/bb)

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