• Einstellungen
Montag, 12.02.2018

Ich weiß genau, wo du steckst

Die Hälfte der Eltern würde ihre Kinder tracken. Doch das Thema polarisiert.

2

Immer wissen, wo das Kind ist. Mit Tracking-Apps ist das möglich.
Immer wissen, wo das Kind ist. Mit Tracking-Apps ist das möglich.

© Lino Mirgeler/dpa

Den Nachwuchs auf Schritt und Tritt im Blick zu haben, ist technisch kein Problem mehr. Möglich ist das etwa via App, die das Smartphone des Kindes verfolgt und den aktuellen Standort anzeigt oder über Smartwatches für Kinder. Mit ihnen können Eltern über SIM-Karte und GPS-Funktion den Standort ihres Kindes mit einer App nachverfolgen.

Solche Tracking-Methoden anzuwenden, kann sich nahezu die Hälfte der Eltern von drei- bis 14-jährigen Kindern grundsätzlich vorstellen. Das zeigt eine Studie, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im November und Dezember 2017 rund 1050 Eltern im Auftrag des Marktwächterportals des Verbraucherzentrale Bundesverbandes befragt hat. Die große Mehrheit davon (92 Prozent) überwacht ihre Kinder nicht.

Aber die Frage, ob sie sich generell eine solche Kontrolle vorstellen können, polarisiert: Während 48 Prozent der Eltern, die aktuell keine Ortung ihrer Kinder praktizieren, nicht dazu bereit wären, könnten sich das 46 Prozent durchaus vorstellen. Für sie ist vor allem eine Ortung via Smartphone-App (37 Prozent) oder einer GPS-fähigen Uhr (19 Prozent) denkbar. Die befragten Eltern, die sich ein Tracking ihrer Kinder nicht vorstellen können, geben vor allem eine Begründung an: „Man muss seinen Kindern auch vertrauen können“ ist mit Abstand (91 Prozent) die häufigste Nennung. Viele empfinden eine solche Nutzung auch als zu starkes Eindringen in die Privatsphäre des Kindes (74 Prozent). Die Hälfte dieser Befragtengruppe (49 Prozent) gibt an, dass ihr Kind auch ohne eine Standortverfolgung sicher sei. Auch Datenschutz-Sorgen spielen in die Entscheidung hinein. So fürchten die Befragten den Zugriff Dritter auf die Daten (39 Prozent) und sie sorgen sich, was mit den Daten noch geschieht (34 Prozent).

„Immer zu wissen, wo das eigene Kind steckt, klingt für besorgte Eltern sicher ver-heißungsvoll. Aber wir beobachten auch Risiken, die mit der Nutzung dieser Tracking-Technologie einhergehen“, resümiert Miriam Rusch-Rodosthenous von Marktwächter Digitale Welt. So informieren einige Anbieter nicht deutlich darüber, wie sie mit den erfassten Daten umgehen. Weitere Probleme deckte bereits die Bundesnetzagentur auf: Sie verbot den Verkauf von Kinderuhren mit Abhörfunktion und ist schon gegen mehrere Angebote im Netz vorgegangen. Auch eine Untersuchung norwegischer Verbraucherschützer von GPS-Uhren hat gravierende technische Mängel aufgedeckt: So kann bei einigen Uhren etwa der Standort des Kindes manipuliert werden. In so einem Fall kann den Eltern ein Ort angezeigt werden, an dem sich das Kind gar nicht befindet. (rnw)

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Serientipp

    Filmtipp dazu: Folge 2 der Staffel 4 der Serie BLACK MiRROR 'Arkangel' - da sieht man wohin sowas führen kann... ScienceFiction Blick in die Zukunft...gut gemeint, böse geendet....übrigens alle anderen Staffeln und Folgen mit sehenswertem Stoff zum Nachdenken...auch die Dinge die heute schon geschehen und sich abzeichnen....

  2. Peter

    @1: ich habe bei der Überschrift auch direkt an diese Folge gedacht und wollte einen entsprechenden Kommentar schreiben, aber ich war wohl zu langsam :-) . Eine der besten Serien mit vielen Themen zum nachdenken

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.