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Dienstag, 15.05.2018

Das grüne Wunder

Der Mai ist Hauptpflanzzeit für die meisten Gemüsesorten. SZ-Gartendoktor Katrin Keiner zeigt, was jetzt alles zu tun ist.

Von Gabriele Fleischer

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Die warme Witterung lockt auch Joachim Pester aus Burgstädt in seinen Garten. Gemeinsam mit Gartendoktor Katrin Keiner aus Dresden setzt er Paprikapflanzen ins Gemüsebeet.
Die warme Witterung lockt auch Joachim Pester aus Burgstädt in seinen Garten. Gemeinsam mit Gartendoktor Katrin Keiner aus Dresden setzt er Paprikapflanzen ins Gemüsebeet.

© Andreas Seidel

Die Spätfröste sind noch gar nicht so lange her. Aber im Garten von Joachim Pester in Burgstädt bei Chemnitz sind die Beete bereits jetzt gut bestückt: mit Porree, gelber und roter Beete, Fenchel, Hokkaido, Pastinaken, Bohnen. Bei den gesteckten Kartoffeln lugt das erste Grün aus der Erde, auch der Salat zeigt schon zarte Blättchen. Fachberaterin und Gartendoktor Katrin Keiner aus Dresden, die mit der SZ jeden Monat einen anderen Kleingarten besucht, lobt die gute Vorbereitung. Allerdings sei sie selbst vor den Eisheiligen, die laut Kalender bis Dienstag dauern, vorsichtig und setze Gemüsepflanzen erst danach ins Freie. „Dieses Jahr ist das aber kein Problem, weil wir vom Winter gleich in den Frühsommer gestartet sind“, sagt Keiner.

„Kündigt sich noch Frost an, bekommen meine Pflänzchen eine Folienhaube“, sagt Gärter Pester. Zehn Prozent Verlust seien für ihn normal. Katrin Keiner nickt. „Pflanzen können auch eingehen, wenn sie nicht richtig vorgezogen wurden, oder es machen sich Schädlinge breit.“

„Zum Glück habe ich dieses Jahr noch keine Schnecken gesichtet“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Vorsichtshalber lege ich Schneckenlinsen um die Pflanzen und an den Zaun, um mich vor Angreifern aus den Nachbargärten zu schützen“, sagt er. Wer die Plage im Garten hat, dem empfiehlt Katrin Keiner regelmäßiges Ablesen. Bierfallen würden nicht helfen, sondern allenfalls Nachbars Schnecken anlocken, sagt sie.

Pester gärtnert nach Gefühl und mit 30-jähriger Erfahrung, sein Nachbar nach dem Mondkalender. Davon hält Pester nichts. Allerdings bleiben Tomaten und Gurken auch bei ihm noch im Gewächshaus. Dafür reihen sich die Paprikapflanzen schon neben Zucchini, Pastinaken und Fenchel ein. Katrin Keiner hilft beim Einsetzen und schaut, dass genug Abstand ist. Bei Paprika empfiehlt sie jeweils 40 Zentimeter zwischen den und innerhalb der Reihen. Während sie Joachim Pester die Pflanzen reicht, genießt sie die Ruhe. Hier finden nicht nur die Hobbygärtner Entspannung, sondern auch die vielen Nutztiere.

Auch wenn Wühlmäuse neben Schnecken und Waschbären zu den gefürchteten Gartenbesuchern gehören, denkt Pester nicht daran, Fallen aufzustellen. „Ich sehe doch, wo sie sich ihren Gang graben, da pflanze ich ein Stück entfernt neu an. Irgendwann verschwinden die Mäuse“, sagt der Tierliebhaber. Was er wie alle Gärtner nicht mag, ist Unkraut, das fleißig wächst. Regelmäßiges Hacken und Harken verlangsame den Wuchs, so Keiner. Zwischen Stauden und Sträuchern ist Mulchen gut. So werden das Unkraut verdrängt und die Feuchtigkeit gespeichert.

Beim Rundgang entdeckt Frau Gartendoktor hinter der Laube auch einen Weinstock. „Der wächst ja hervorragend“, sagt sie. Dabei hat der Gartenverein weder Wasser- noch Stromanschluss. Joachim Pester zeigt auf vier Fässer für Regenwasser. „Das ist besser für die Pflanzen als Leitungswasser“, sagt Keiner. Letzteres sei oft zu kalt und enthalte manchmal zu viel Kalk.

Solarzellen auf Pesters Gartenhäuschen sorgen für den nötigen Strom: „Das reicht fürs Rasenmähen, aber auch fürs Fernsehen. Das Wasserfass auf dem Dach speist die Freilanddusche.“

Überall im Garten stehen Blumen in Blüte. Leuchtend rot entfaltet sich gerade eine Freilandazalee. Verwelktes, rät Keiner, sollte immer gleich entfernt werden. „Die Sorten habe ich so gewählt, dass in der ganzen Saison etwas blüht“, sagt Pester: Rittersporn, Lavendel, Rosen, Kugeldistel, Astern, Nelken und Leberblümchen.

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