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Freitag, 12.10.2018

Zwinger-Orangen verlassen Dresden

Von Sandro Rahrisch

Die Bitterorangen kehren im Mai zurück nach Dresden.
Die Bitterorangen kehren im Mai zurück nach Dresden.

© Rene Meinig

Die Tage sind zwar noch warm, doch die ersten Nachtfröste rücken allmählich näher. Und Kälte vertragen die mediterranen Bitterorangen im Dresdner Zwinger ganz und gar nicht. Deshalb haben die insgesamt 76 Bäumchen nun die Reise in ihr Winterquartier angetreten.

In der Orangerie des Heidenauer Barockgartens Großsedlitz werden die Pomeranzen auf den nächsten Frühling warten. „Wir werden sie verschneiden und den Boden in den Kübeln auffrischen“, sagt Uli Kretzschmar vom Schlösserland Sachsen. Am 18. Mai 2019 sollen sie nach Dresden zurückkehren.

Die Orangen geben dem Zwinger jenen Namen zurück, den er bis vor 130 Jahren tragen durfte – Orangerie. Im 19. Jahrhundert gingen die Dresdner sehr unflätig mit den Pflanzen um. Besucher sollen sogar in die Erde uriniert haben. Stürme taten ihr Übriges – bis die Orangerie verschwand.

Erst im vergangenen Jahr ist Augusts alter Zitrusgarten wieder zum Leben erweckt worden. Die Bäume stammen aus einer Baumschule südlich von Rom. Citrus aurantium ist ihr botanischer Name. Die ersten beiden Jahre in Dresden hätten sie super überstanden, so Kretzschmar. „Wie für Jungpflanzen üblich gab es ab und zu kleine Schwächephasen. Doch unsere Profis haben das in den Griff bekommen.“

Den Sommer hätten die Bitterorangen bestens vertragen. Kein Wunder, Temperaturen jenseits der 30 Grad sind sie normalerweise aus dem Mittelmeerraum gewohnt. Für das Winterhalbjahr hatte das Schlösserland in Dresden keine Winterunterkunft finden können. Perspektivisch will der Staatsbetrieb im Großen Garten eine Orangerie bauen.

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