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Montag, 30.07.2018

Zwei Titel für Leichtathletik-Talente

Von Alexander Hiller

Jonathan Schmidt feiert seinen Titel. Am linken Oberarm trägt der 18-Jährige den Trauerflor für seine verstorbene Trainerin. Foto: Wolfgang Birkenstock
Jonathan Schmidt feiert seinen Titel. Am linken Oberarm trägt der 18-Jährige den Trauerflor für seine verstorbene Trainerin. Foto: Wolfgang Birkenstock

© Wolfgang Birkenstock

Zwei Titel bringen die Nachwuchs-Leichtathleten des Dresdner SC von der deutschen U18- und U 20-Meisterschaft aus Rostock mit. Und die beiden neuen deutschen Meister aus der Elbmetropole sind zwei Talente mit einer jeweils ganz besonderen Biografie.

Da ist zum einen der hoch veranlagte Mittelstreckler Jonathan Schmidt. Der 18-Jährige holte sich über 1 500 Meter mit einer taktischen Meisterleistung Gold – und verteidigte damit seinen Titel aus dem Vorjahr. 600 Meter vor dem Ziel setzte sich der Blondschopf an die Spitze des Feldes und setzte sich durch eine unwiderstehliche Tempoverschärfung 300 Meter vor Schluss entscheidend von seiner Konkurrenz ab. Nach 4:05,02 Minuten lief der gebürtige Magdeburger jubelnd ins Ziel. „Endlich konnte ich meinen Kick hintenraus zeigen“, sagte Schmidt und spielt damit auf sein Aus im Vorlauf der U20-WM an.

Das Talent war mit Trauerflor am linken Oberarm ins Rennen gegangen. Auf diese Art und Weise gedachte Schmidt seiner im Mai verstorbenen Trainerin Katja Hermann. Für Schmidt war die frühere Junioren-Europameisterin mehr als nur die Trainerin. „Am Ende ist das, was von ihr bleibt, alles das, was mich ein bisschen ausmacht. Dass man mutig läuft, sich zeigt, wenn man wirklich etwas draufhat. Einfach im richtigen Moment hellwach sein“, erzählte er. Nun wird er in Dresden von Erika Falz betreut, die Trainingspläne entwirft der zuständige Nachwuchs-Bundestrainer Andreas Michalek. Schmidt wird diesen Titel wohl einem Trainer-Trio widmen.

Czudaj-Sohn gewinnt Stadionrunde

Der zweite DSC-Champion trägt einen berühmten Nachnamen. Jannik Czudaj kürte sich zum besten deutschen 400-m-Sprinter im U18-Bereich. Der Sohn von Bob-Olympiasieger Harald Czudaj war über dieselbe Distanz im Vorjahr noch Zwölfter geworden und wies mit seinem Goldlauf mit neuer persönlicher Bestleistung von 49,05 Sekunden eine eindrucksvolle Entwicklung nach. Mit letzter Kraft warf sich der Sachse ins Ziel. „Ich bin ganz ohne Erwartungen in das Rennen gegangen, ich wollte mir keinen Druck machen“, erklärte Jannik Czudaj nach dem besten Rennen seiner bisherigen Karriere.

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