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Montag, 15.10.2018

Zuschlag für Regiobus

Der Kreistag hat jetzt Aufträge für den regionalen Nahverkehr vergeben – aber nur für drei statt zehn Jahre. Das hat seinen Grund.

Von Tilo Berger

Die gelb-blauen Busse werden auch in den nächsten drei Jahren die Fahrpläne im Landkreis sowie den Großteil des Schülerverkehrs bedienen. Der Kreistag hat Regiobus dafür den Zuschlag erteilt.
Die gelb-blauen Busse werden auch in den nächsten drei Jahren die Fahrpläne im Landkreis sowie den Großteil des Schülerverkehrs bedienen. Der Kreistag hat Regiobus dafür den Zuschlag erteilt.

© Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Regionalbus Oberlausitz GmbH (Regiobus) wird auch in den nächsten drei Jahren die Fahrpläne im Landkreis sowie den Großteil des Schülerverkehrs bedienen. Der Kreistag vergab auf seiner jüngsten Sitzung an das Bautzener Unternehmen den entsprechenden Auftrag, der insgesamt mehr als 9,8 Millionen Kilometer pro Jahr umfasst.

Außerdem werden im neuen Verkehrsvertrag zwischen dem Landkreis und Regiobus einige Festlegungen getroffen, die es bisher nicht gab. Dazu gehören ein Höchstalter für die Fahrzeuge, eine Mindestquote für den Einsatz barrierefreier Busse sowie verbesserte Fahrgast-Information im Bus, an den Fahrzeugen und beim Service-Telefon. Auf die europaweite Ausschreibung hatte sich Regiobus als einziges Unternehmen gemeldet. Das Liniennetz des Bautzener Verkehrsdienstleisters reicht künftig von Weißenberg und Schwarze Pumpe bis nach Dresden. – Fünf kleinere Buslinien-Bündel wurden nicht mit im Paket an Regiobus vergeben. Das betrifft außer dem Stadtverkehr von Hoyerswerda auch Linien in und um Bischofswerda, im Raum Neschwitz/Wittichenau, in Göda sowie einige Verbindungen im Bautzener Süden.

Diese Aufträge gehen an im Vergleich zu Regiobus kleinere Busunternehmen aus der Region. „Die Angebote der Verkehrsunternehmen liegen vor“, erklärte Dunja Reichelt von der Pressestelle des Landratsamtes gegenüber der SZ. „Über die Vergabe der Aufträge soll in den nächsten Tagen entschieden werden.“ Das europäische Recht räumt diese Möglichkeit der Direktvergabe ein.

Ursprünglich sollte der Auftrag über zehn statt drei Jahre vergeben werden.

Allerdings nimmt das Landratsamt derzeit das gesamte Busnetz im Kreis unter die Lupe, sagte Landrats-Beigeordnete Birgit Weber (parteilos). Das Busnetz soll mit Blick auf die allgemeine und wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis optimiert werden. So werde erwogen, große Unternehmen wie Müller-Milch in Leppersdorf oder die Deutsche Accumotive in Kamenz besser mit Busverbindungen zu versorgen. „Wir wollen mehr Busverkehr von und zu Großbetrieben“, sagte die Beigeordnete jetzt vor dem Kreistag. Allerdings dürfe es auch nicht passieren, dass Busse leer durch die Gegend fahren. Darauf müsse bei der Neuplanung des Busnetzes geachtet werden.