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Samstag, 15.09.2018

Zu wem gehörte der Epitaph?

Ein seltener freistehender Grabstein auf dem Friedhof in Neusalza-Spremberg weckt das Interesse der IG Ortsgeschichte.

Von Gabriela Lachnit

Gedenkstein auf dem Friedhof in Neusalza-Spremberg.
Gedenkstein auf dem Friedhof in Neusalza-Spremberg.

© Lothar Neumann

Neusalza-Spremberg. Auf einen Epitaph sind die Freunde der Interessengemeinschaft Ortsgeschichte (IGO) in Neusalza-Spremberg auf dem Bergfriedhof Lindenberg gestoßen. „Die Inschrift ist nicht zu entziffern, sie ist zu stark verwittert“, berichtet Lutz Mohr, Mitglied der IGO. „Die Symbolik ist christlich, hat aber auch maritime Teile wie einen Anker.“ Bislang ist es nicht gelungen, den Epitaph einer bestimmten Person zuzuordnen oder in eine bestimmte Zeit einzuordnen. „Wir vermuten, dass es sich dabei um einen Gedenkstein für eine in der Stadt relevante Person handeln muss“, sagt Lutz Mohr. Die Gestaltung des Epitaphs lasse darauf schließen. Epitaphe können aufwendig gestaltet sein. Im Unterschied zu einem Grabmal stehen sie aber nicht zwangsläufig am Bestattungsort. Ob diese Person vielleicht über den Seeweg mit Leinwand gehandelt hat – wegen des Ankers auf dem Stein – ist nicht nachweisbar. Vorstellen können sich das die Heimatfreunde aber schon, denn es habe im 18. und 19. Jahrhundert in Neu-salz auch etliche Fernhandelsbeziehungen von Einwohnern gegeben. Das sei erwiesen, berichtet Lutz Mohr. „Aber vielleicht handelt es sich doch nur um eine christliche Symbolik.“

Den Freunden aus der Interessengemeinschaft ist es bislang trotz aller Nachforschungen und Entzifferungsversuchen nicht gelungen herauszufinden, was es mit dem Stein auf sich hat. „Vielleicht findet unser lokalgeschichtlicher Baustein aus Neusalza-Spremberg das Interesse eines Experten vom Amt für Denkmalpflege Sachsen?“, fragt Lutz Mohr. Diesen Gedanken hat die IGO noch nicht aufgegeben.

Die IGO ist dem Verein der Kultur- und Heimatfreunde Neusalza-Spremberg angeschlossen. In ihr arbeiten heimatgeschichtlich interessierte Bürger aus der Stadt mit, aber auch gebürtige Neusalza-Spremberger, die jetzt anderswo ihren Lebensmittelpunkt haben. Sie pflegen dennoch den Kontakt zur Heimat und deren Geschichte.

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