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Donnerstag, 11.10.2018 Aus dem Gerichtssaal

Zeugen haben nichts gesehen

Einem Mann aus Waldheim wird vorgeworfen, auf zwei andere eingeprügelt zu haben. Zur Tat schweigt der Angeklagte jedoch.

Von Helene Krause

Symbolbild: Ein Waldheimer soll einem Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.
Symbolbild: Ein Waldheimer soll einem Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

© Claudia Hübschmann

Döbeln. Ein 40-jähriger Waldheimer soll in der Nacht des 3. Mai 2018 nach einer Grillfeier in eine Wohnung an der Bahnhofstraße in Waldheim eingedrungen sein. Dort soll er einem 32-jährigen Gast, den er angeblich verwechselt hatte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Danach soll er den Wohnungsinhaber vom Sofa gezerrt und ihn ebenfalls mit der Faust ins Gesicht geschlagen und auch getreten haben. Später schlug er vor dem Haus noch einmal auf den Gast ein. Außerdem stieß er ihn zu Boden und rangelte mit ihm. Wegen all dieser Vorfälle steht der 40-Jährige jetzt vor dem Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen wird ihm Körperverletzung.

Dem Gast wurde bei den Auseinandersetzungen ein Schneidezahn herausgeschlagen. Die Halswirbelsäule und die Schulter wurden geprellt und seine Lippe platzte auf. Der Wohnungsinhaber erlitt Rippenprellungen.

Zu den Taten schweigt der Beschuldigte. Der geschädigte Gast schildert, dass der Angeklagte die Wohnung betreten und ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen hätte. „Dann sagte er, dass es eine Verwechslung wäre“, so der Gast im Zeugenstand. Ob der Angeklagte den Wohnungsinhaber ebenfalls geschlagen hat, weiß der Zeuge nach eigenen Angaben nicht. „Meine Freundin hat mich nach draußen gezogen“, schildert er. Später hätte der Angeklagte dort noch mit ihm gerangelt.

Die Freundin des Gastes schildert in der Zeugenbefragung, dass der Angeklagte die Wohnung schon aufgebracht betrat. Die Tür hätte offen gestanden. „Ich wollte ihn beruhigen, aber er ging auf meinen Freund los und schlug ihn mit der Faust ins Gesicht “, sagt sie. Was sich später, als sie ihren Freund nach draußen gebracht hatte, in der Wohnung ereignet hat, weiß sie nicht. Weitere Zeugen haben von den Vorfällen gar nichts gesehen. Sie saßen entweder auf der Bordsteinkante vorm Haus oder waren mit dem Wohnungsinhaber allein in der Wohnung. „Ich habe nur eine laute Auseinandersetzung gehört“, sagt eine Zeugin. „Dann kamen Polizei und Sanitäter.“

Weil der Wohnungsinhaber nicht als Zeuge zur Verhandlung gekommen ist, wird das Verfahren fortgesetzt. Er muss für sein Nichterscheinen vor Gericht ein Ordnungsgeld von 100 Euro zahlen oder ersatzweise für drei Tage in Haft.

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