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Montag, 25.06.2018

Zeitfahrer am Scheibesee trotzten Regen und Wind

Von Werner Müller

Die Zukunft des Hoyerswerdaer Radsports: Philipp Koppusch (links) belegte mit 24:49min. Platz 2 in der Altersklasse m13-14 beim 13,5-Einzelzeitfahren; Ben Lottra (rechts) gewann das Rennen der Zehnjährigen in 33:17min.Foto: Werner Müller
Die Zukunft des Hoyerswerdaer Radsports: Philipp Koppusch (links) belegte mit 24:49 min. Platz 2 in der Altersklasse m 13-14 beim 13,5-Einzelzeitfahren; Ben Lottra (rechts) gewann das Rennen der Zehnjährigen in 33:17 min. Foto: Werner Müller

© Werner Müller

Am Freitagabend wurden als gleichzeitige Doppelveranstaltung die 19. offene Kreismeisterschaft des Landkreises Bautzen und die 13. Stadtmeisterschaft von Hoyerswerda im Einzelzeitfahren rund um den Hoyerswerdaer „Haussee“, den Scheibesee, auf dem 13,5-Kilometer-Rundkurs ausgefahren. Am Start waren trotz Regenwetter 43 Radsportler der verschiedenen Altersklassen. Der größte Teil der Radsportler kam aus Hoyerswerda mit 13 Sportlern; immerhin acht Sportler vom RSV Bautzen hatten sich gleichfalls eingefunden.

„Vielen Dank für einen tollen Wettkampf. Auch Regen kann uns nicht stoppen. Danke für eure Disziplin. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht“, so Rocco Schäfer vom den Wettbewerb ausrichtenden SC Hoyerswerda nach dem Abschluss des Einzelzeitfahrens an die Sportler.

Gefahrenquelle Kienäpfel

Aber noch mal zurück „auf Anfang“: Der Regen (der übrigens pünktlich mit der Zielüberquerung des letzten Fahrers sein zum Teil schauerartiges Fallen einstellte), erforderte von den Fahrern größte Vorsicht, nicht zuletzt in den nassen Kurven, in denen Kienäpfel zusätzliche Sturzgefahr bedeuteten. Reiner Neumann vom BSV Chemie Tschernitz bei Weißwasser schätzte sehr treffend ein: „Ich hatte die erste Hälfte mit Rückenwind Geschwindigkeiten von gut 50 km/h drauf. Auf der Strecke waren sehr viele Kienäppel, kleine Äste und Nässe. Das war gefährlich, da war Vorsicht geboten. Aber ich fuhr als Zweiter der M 50-59 dennoch 19:15 Minuten.“ Trotz der wettermäßigen Misslichkeiten: fast alle Sportler kamen gesund durch. Nur Christian Hartmann vom SSV Hoyerswerda hatte Pech, als er auf der regennassen Straße über einen Ast stürzte und vorzeitig das Zeitfahren beenden musste. Aus dem Geschilderten erhellt, dass 2018 nicht die ganz tollen Geschwindigkeiten wie in den letzten Jahren erreicht wurden: Vor zwei Jahren, also 2016, erreichte Christian Müller, im damaligen Vorjahr, also 2015, Weltmeister der UWCT (Amateur-Vereinigung der Straßenrennenrennfahrer) und Vize-Weltmeister im UWCT-Einzelzeitfahren 2015, beim Trainingslauf am Scheibesee einen Streckenrekord mit 48,60 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, nahm die 13,5-km-Strecke in 16:10 Minuten.

Bestzeiten waren schlicht unmöglich

Ähnliches war diesmal, wie gerade begründet, nicht machbar. Der Schnellste des Jahres 2018 war Jens Bunar vom RSV Peitz in 17:59 Minuten, gefolgt von Christian Thomschke von der SG Oberlichtenau in 18:21 Minuten und Andreas Berg vom Team Issaac Torgau in 18:45 Minuten. Hoyerswerdaer Stadtmeister 2018, also der schnellste Einheimische, wurde Jonas Zschornack vom Verein LARG Hoyerswerda in 19:58 Minuten.

Ungeachtet der Wetter-Kapriolen war es ein perfekter Tag. Die Teilnehmer waren begeistert und bedankten sich bei den Organisatoren André Karg und Rocco Schäfer vom SC Hoyerswerda (Abteilung Radsport).

Dennoch denken die Organisatoren darüber nach, die Veranstaltung in Zukunft etwas anders zu organisieren. Denn die Anforderungen und der Organisationsaufwand werden immer höher. Aus einem kleinen Treffen von Radsportlern des SC Hoyerswerda ist inzwischen eine Veranstaltung geworden, die zum festen Termin vieler Radsportler der Region im Jahreskalender gehört, wie André Karg am Rande der Veranstaltung erzählte.

Mit 72 rast man nicht mehr

Robert Lüderitz (PT Harzbecker / Lauta wurde in seiner Altersklasse M 19-29 in 18:06 Minuten Zweiter, musste sich nur Roland Ludwig vom SSV Heidenau (17:19 min) geschlagen geben.

Jürgen Scadock (Jahrgang ’46 und damit ältester Teilnehmer der Meisterschaft (Team Sparkasse Cervalo) beendete das Rennen der Altersklasse M 70-90 in glatt 24 Minuten: „Ich bin auf dieser wunderbaren Strecke das 10. Mal dabei. Unter diesen Bedingungen rast man als 72-Jähriger nicht, da muss man sich ein wenig zurücknehmen.“ Trotzdem: Ein Normal-Radler kann nur staunend den Hut ziehen, was auf dieser Runde um den Scheibesee möglich ist. Vor Nachahmungs-Versuchen wird freilich außerhalb der Wettkampfzeiten dringendst abgeraten.

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