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Mittwoch, 14.03.2018

Zeit für Heimspiele

Die A-cappella-Band Medlz widmet sich in ihrem neuen Programm mal ganz der deutschen Sprache.

Von Henry Berndt

Und noch mal von vorn. Seit Monaten üben die Medlz fleißig in ihrem Probenraum an der Pfotenhauer Straße.
Und noch mal von vorn. Seit Monaten üben die Medlz fleißig in ihrem Probenraum an der Pfotenhauer Straße.

© Christian Juppe

Der Papa ist noch immer kritisch. „Eine kleine Ecke fehlt noch“, sagt Volker Kaufmann, der selbst fast 30 Jahre lang Solohornist an der Philharmonie war. Jetzt sitzt er hier im Probenraum der Medlz in einem Hinterhaus an der Pfotenhauerstraße und will auch noch das letzte Stück Perfektion aus den Sängerinnen rauskitzeln.

Auf dem Probenplan steht Beethovens „Ode an die Freude“. Tochter Sabine „Bine“ Kaufmann hat aus der Orginal-Orchesterpartitur für potenziell Hunderte Musiker und Sänger eine Version für vier Frauenstimmen gezaubert. Bei der Probe stehen die vier Medlz im Kreis und haben die Augen geschlossen. Jede dirigiert mit zarten Handbewegungen vor sich hin. Für den Laien sitzt das Arrangement perfekt. Bis hier hin sei es aber auch ein sehr langer Weg gewesen, sagt Bine. Seit dem Sommer wurde geübt, geübt, geübt. „Für die Proben brauchen wir Tee und Kaffee und ab einem gewissen Punkt Schokolade.“

Keine Frage: Die „Ode an die Freude“, dieses außergewöhnliche Stück A-capella-Klassik, wird zu den Höhepunkten des neuen Programms gehören. Das heißt „Heimspiel“. Die Premiere am 29. April im Boulevardtheater ist längst ausverkauft.

Auf der Bühne zu erleben sind die Medlz aber auch davor schon. Insgesamt neun sogenannte Testkonzerte geben sie – so zum Beispiel an diesem Freitag um 20 Uhr in der Börse Coswig. Dafür gibt es auch noch Tickets.

„Durch die Testkonzerte spielt sich noch einiges ein“, sagt Bine. „Dann rast bei der Premiere der Puls nicht mehr ganz so.“ So wurden zum Beispiel nach den ersten Auftritten noch die Reihenfolge der Titel und einige Abmoderationen geändert. Bei früheren Programmen hätten sie direkt mit dem Auftritt in Dresden begonnen, mit Freunden und Familie im Publikum. „Wir müssen irre gewesen sein“, sagt Bine.

In ihrem „Heimspiel“ widmen sich die Medlz diesmal ausschließlich deutschen Titeln – dafür aber aus allen erdenklichen Genres. Pop, Rock, Klassik, Schlager. Alles dabei. Auch einige eigene Kompositionen.

Die Medlz wollen alle überraschen, nicht nur mit Beethoven. In einem Medley kombinieren sie die Texte von Prinzen-Hits mit Musik von Udo Jürgens. Wer wissen möchte, wie „Küssen verboten“ auf die Melodie von „Mit 66 Jahren“ klingt, der sollte unbedingt in eines ihrer Konzerte kommen. Zwei Jahre lang werden die Medlz nun mit ihrem „Heimspiel“ auf Tour sein. In dieser Zeit soll auch eine weitere Live-Platte entstehen.

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