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Montag, 22.02.2016

Worüber spricht das Internet?

Dresdner Forscher schauen bei Facebook & Co. genauer hin und stellen fest: Die Community wird ernster.

Von Jana Mundus

Die Menschen lieben Skandale. Sie waren geschockt über die Anschläge von Paris. Und sie diskutieren gern über die Flüchtlingspolitik. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Langzeitstudie der Technischen Universitäten Dresden und Darmstadt. Sie beschäftigt sich mit der Nachrichtenverbreitung auf Internetplattformen wie Facebook oder Twitter im vergangenen Jahr.

Die Forscher sahen sich die Artikel auf den 15 beliebtesten Nachrichtenseiten im Internet an. Deren Karriere in den Sozialen Netzen wurde nachverfolgt. Für das Jahr 2015 gingen mehr als 487 000 Artikel in die Untersuchungen ein. Die Leser gaben diese Artikel mehr als 123 Millionen Mal weiter, 2014 waren es noch 83 Millionen Mal. Das geschah 116,7 Millionen Mal über das Anklicken von „Gefällt mir“ auf Facebook. Marktbeherrschendes Medium für die Weitergabe von Nachrichten ist also weiterhin Facebook mit einem noch wachsenden Marktanteil von derzeit 94 Prozent. Twitter verlor dagegen stark. Nur noch 3,5 Prozent der Artikel wurden über den Kurznachrichtendienst geteilt. „Der Niedergang von Twitter zeigt sich deutlich“, so Professor Thorsten Strufe, Leiter des Fachgebiets Datenschutz und Datensicherheit am Fachbereich Informatik der TU Dresden.

Die beliebteste Quelle für geteilte Nachrichten war wie schon im Vorjahr Bild.de. Focus Online, im vergangenen Jahr noch auf Platz vier, schaffte es auf Rang zwei. Spiegel Online verlor einen Platz und rutschte auf Platz drei. Bemerkenswert ist: Der Ton in den Sozialen Medien ist ernster geworden. Terroranschläge, Flüchtlingsdebatte, Politik und Skandale beherrschten das Netz. (jam)

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