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Dienstag, 10.07.2018

Wölfin erschossen und im See versenkt

Spaziergänger fanden das tote Tier bei Mortka. Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt.

Unbekannte haben eine Wölfin getötet und im Tagebausee Mortka versenkt. Das Landeskriminalamt ermittelt.
Unbekannte haben eine Wölfin getötet und im Tagebausee Mortka versenkt. Das Landeskriminalamt ermittelt.

© Symbolfoto: dpa

Mortka. Eine einjährige Wölfin ist im Kreis Bautzen getötet und dann im Tagebausee Mortka versenkt worden. Spaziergänger hatten den in Ufernähe im Wasser treibenden Kadaver bereits im Juni gefunden. Der Brustraum des Tieres wies mehrere Löcher auf. Um den Bauch war ein Strick gebunden, an dessen anderem Ende ein Betongewicht befestigt war. Nach einer Untersuchung stet eindeutig fest, dass die Wölfin geschossen wurde, teilte das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ jetzt mit.

Wölfe sind nach EU-Recht und nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art. Ihre unerlaubte Tötung stellt eine Straftat dar. Das Landratsamt Bautzen hat deshalb Strafanzeige gestellt, das Landeskriminalamt Sachsen hat die Ermittlungen übernommen. Seit 2009 wurden in Sachsen den Angaben aus dem Kontaktbüro zufolge bereits acht illegal getötete Wölfe festgestellt. In sieben Fällen waren die Tiere geschossen worden, ein Wolf wurde vorsätzlich überfahren.

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) strebt an, den Artenschutz für den Wolf zu überprüfen und klären zu lassen, ob der heutige Bestand ausreichend ist, damit sich die Art auch ohne den strengen Schutz selbstständig erhalten kann. Bisher sind derartige Überlegungen aber europaweit noch nicht vorangekommen. In Deutschland werden derzeit 35 Wolfsrudel, zehn Paare und drei Einzeltiere gezählt. In diesem Jahr wurden insgesamt 129 Welpen nachgewiesen. (SZ/ju)