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Mittwoch, 13.06.2018

Wo Senioren willkommen sind

Gleich drei große Bauprojekte in Rietschen legen den Fokus auf ältere und behinderte Einwohner. Ein Überblick.

Von Carla Mattern

Die SZ hat sich umgehört

Jeannett und Linda Spretz (von links) betrachten im Obergeschoss des künftigen Landambulatoriums in Rietschen die Muster für den Fußbodenbelag. Im Hintergrund sind bereits Maler mit der Wandgestaltung beschäftigt.
Jeannett und Linda Spretz (von links) betrachten im Obergeschoss des künftigen Landambulatoriums in Rietschen die Muster für den Fußbodenbelag. Im Hintergrund sind bereits Maler mit der Wandgestaltung beschäftigt.

© Jens Trenkler

Die Fassade am alten Landambulatorium gleich am Bahnübergang sieht aus wie neu. Am Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Gasthofes „Zur Eisenbahn“ ist der Putz dran. Und auch das neue Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Lausitzer Ecks an der Mallmann-Kreuzung ist längst kein Rohbau mehr. Alle drei Häuser werden künftig direkt oder indirekt in der Altenpflege zum Einsatz kommen.

Die SZ hat sich umgehört

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Landambulatorium: Mehr Platz für Mitarbeiter der Altenpflege Lausitz

Das ehemalige Landambulatorium in Rietschen ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die graue Maus hat sich zu einem architektonisch ansehenswerten Gebäude gemausert. Teilweise hat da schon viel Wasser geholfen, mit dem die Klinkerfassade vom jahrzehntelangen Schmutz befreit und wieder aufgefrischt wurde. In den drei Etage samt Keller sind Handwerker aller Gewerke zugange. Das knapp 100 Jahre alte Gebäude war einst Rietschens Landambulatorium, zuletzt nutzten das Energieunternehmen Leag und die kommunale Firma Artour der Gemeinde Rietschen das Haus. In wenigen Wochen wird das Landambulatorium als Verwaltungssitz der Firma Altenpflege Lausitz dienen. Neben Büro- und Besprechungsräumen werden auch Beratungsräume für Kunden und Angehörige eingerichtet, sagt Linda Spretz. Ihr gehört das Gebäude. Sie arbeitet als Pflegedienstleiterin bei der Firma Altenpflege Lausitz für den Standort Rietschen und ist rechte Hand, Partnerin und Tochter von Jeannett Spretz. Beim Baugeschehen am Landambulatorium gibt es eine kleine Verzögerung. „Wir hoffen, im Juli dort einziehen zu können“, sagt Jeannett Spretz. Den Handwerkern sei eine Frist bis Ende Juni gesetzt. Auf jeden Fall werde es einen Tag der offenen Tür geben. Dann sind alle Interessierten eingeladen, sich in dem Haus umzusehen. Der ursprünglich geplante Termin am 8.Juli ist nicht mehr zu schaffen, so Jeannett Spretz. Auf jeden Fall wird es ein Sonntagnachmittag, sagt sie. Aus zwei Büroräumen im Heil- und Pflegezentrum der Altenpflege Lausitz an der Görlitzer Straße werden künftige Räume für betreutes Wohnen. Dafür werden aber keine neuen Mieter gesucht. Zwei der Bewohner ziehen dann aus Zweibettzimmern in Einzelzimmer um. „Wir erhöhen für sie die Qualität“, so die Chefin der Altenpflege Lausitz.

Lausitzer Eck: Acht barrierefreie kleine Wohnungen mit Terrasse

Zurzeit arbeiten die Gewerke Sanitärinstallation/Heizung, Elektriker und Trockenbauer in den acht Wohnungen in dem neuen Haus am ehemaligen Lausitzer Eck/Kino. Weitere Gewerke, wie Außenputz, Malerarbeiten innen, Fußbodenlegerarbeiten und Fliesenlegerarbeiten, sind vergeben, teilt Wilhelm Fischer mit, Geschäftsführer der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Niesky GWG und der Wohnungsbaugesellschaft Rietschen WGR. „Mit der Fertigstellung der Vermietbarkeit der Wohnungen rechnen wir nach wie vor mit August 2018. Im Zeitplan gab es durch Kapazitätsengpässe bei den ausführenden Firmen Verschiebungen, die jedoch den Fertigstellungstermin nicht gefährden sollten“, so Wilhelm Fischer. Für Interessenten wird es einen zweiten Tag der offenen Tür geben, ein Termin dafür steht noch nicht fest. Vier Mietinteressenten haben sich gemeldet, mit einem künftigen Mieter wurde ein Vorvertrag abgeschlossen, weitere Besichtigungstermine sind vereinbart. Bei einem ersten Tag der offenen Tür Ende Januar hatten sich auf der Baustelle etwa 100 Leute umgesehen.

Betreutes Wohnen beim ehemaligen Gasthof „Zur Eisenbahn“: Alles im Plan

Platz für 25 Menschen im betreuten Wohnen schafft das Familienunternehmen Kunze aus Weißwasser in Rietschen. Zuerst wurde die Ruine des Gasthofes „Zur Eisenbahn“ abgerissen, seit September entsteht der Neubau. Ende Mai, als zum Richtfest eingeladen war, standen noch die Baugerüste. Mittlerweile sind die wieder abgebaut, die helle Farbe ist auf die Fassade aufgebracht worden. Eine witterungsbedingte Verzögerung wurde durch die Bauleute und Handwerker aufgeholt. Zeitlich und finanziell sei man im Plan, so Christian Buhse, der im Familienunternehmen Kunze Chef der zentralen Dienste und damit auch zuständig für das Bauprojekt ist. Rund 25 Quadratmeter groß werden die Wohneinheiten für die neuen Mieter. In Rietschen können auch 14 Gäste in einer Tagespflege betreut werden, und das Familienunternehmen betreibt in Rietschen ein Pflegedienstbüro. Für Anfang November ist der Einzug der ersten Bewohner eingeplant.

Wie weit die Bauleute sind, was die Bauherren zur künftigen Nutzung sagen und ob die Häuser den Rietschenern und Interessierten aus anderen Orten auch vorgestellt werden, bevor sie in Betrieb genommen werden: