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Donnerstag, 14.06.2018

Wo ist Sebnitz’ stadtbekannte Katze Felizitas?

Der Tierschutz in Sebnitz feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Die Mitglieder haben so einige skurrile Geschichten erlebt.

Von Anja Weber

Rosemarie Lange gehörte vom ersten Tag an dem Tierschutz Sebnitz an, pflegt auch Katzen bei sich zu Hause. Sie ist praktisch die Begründerin der Tierhilfe in der Stadt. Ihr Traum, ein Tierheim in Sebnitz, hat sich allerdings nicht erfüllt.
Rosemarie Lange gehörte vom ersten Tag an dem Tierschutz Sebnitz an, pflegt auch Katzen bei sich zu Hause. Sie ist praktisch die Begründerin der Tierhilfe in der Stadt. Ihr Traum, ein Tierheim in Sebnitz, hat sich allerdings nicht erfüllt.

© Dirk Zschiedrich

Sebnitz. Eine Handvoll Frauen hatte sich am 23. Juni 1993 zusammengefunden, um in Sebnitz die Arbeitsgruppe Tierhilfe zu gründen. Es waren vor allem die vielen verwahrlosten Tiere, denen sie helfen wollten. Inzwischen ist aus der Arbeitsgruppe der Tierschutzverein Franz von Assisi geworden, mit 24 Mitgliedern. In 25 Jahren haben die Sebnitzer Tierschützer viel erlebt.

Große Aufregung um einen weißen Stadtschleicher

Die Katze Felicitas hielt nicht nur die Tierschützer in Atem. Sie war in ganz Sebnitz bekannt, schlich über den Wochenmarkt oder war Dauergast in einigen Sebnitzer Geschäften. Und wenn Katze Felicitas verschwunden war, suchten viele Sebnitzer mit. Selbst, als sie einen Ausflug in die tschechische Nachbarstadt Dolni Poustevna unternommen hatte, wurde sie zurückgebracht. Groß war die Anteilnahme, als man Felizitas in einem zugebundenen Sack an der Straße zwischen Sebnitz und Ulbersdorf gefunden hatte. Auch da kam sie zurück. Doch inzwischen ist die Katze aus dem Stadtbild verschwunden. Selbst die Tierschützer wissen nicht, wo sie ist. In Sebnitz wurde sie nie mehr gesehen.

Kuriose Rettungsaktion mit Feuerwehr und Fassadenkletterer

In den 25 Jahren Tierschutz gab es auch so manche Rettungsaktionen, bei denen die Sebnitzer Feuerwehr mit ihrer Technik ausrücken musste, wie in der Gartenanlage am Hammerberg. Dort war eine Katze auf einen Baum geflüchtet und traute sich nicht wieder herunter. Die Feuerwehr rückte mit der Drehleiter an und brachte das Tier in Sicherheit. Ein ähnlicher Versuch in einem Grundstück am Mannsgrabenweg schlug fehl. Dort konnte die Feuerwehr nichts ausrichten. Die Katzenbesitzerin ließ einen Experten kommen, der mühelos Fassaden und Bäume erklimmen kann, der hatte Erfolg. Feuerwehrleute mussten aber auch in die Tiefe steigen, um Katzen aus dem Sebnitzbach zu retten.

Tiere aus schlechter Haltung befreit


Die vorläufige Spitze hatte die Tierrettung aus verwahrloster Haltung verzeichneten die Sebnitzer Tierschützer in Waitzdorf bei Hohnstein. 2014 holten sie 30 Katzen aus einem Grundstück, alle krank und verwahrlost. Ähnlich war es 2004 im Johannistal. Dort wurden 24 Katzen befreit. Mit einer Einfangaktion konnten 2009 in Mittelndorf 19 Katzen aufgegriffen werden. Weitere Aktionen liefen im Schäferräumicht (10 Katzen) und in Hertigswalde (8).


Sorgen bleiben auch nach 25 Jahren Tierschutz

Größtes Problem der Sebnitzer Tierschützer sind die Fundtiere. Die meisten von ihnen tragen sogar ein Halsband. Doch es meldet sich kein Besitzer. In dem Fall werden Katze oder Hund zum Tierarzt und ins Tierheim gebracht. Die Kosten trägt der Verein. Und das kann teuer werden. Wird eine kleine kastrierte Katze im Tierheim abgegeben, zahlt der Verein 35 Euro, bei einer großen sind es 105 Euro und bei einer unkastrierten Katze 60 Euro. Von der Stadt Sebnitz erhält der Verein pro Jahr 500 Euro. Der überwiegende Teil des benötigten Geldes muss über Spenden gesammelt werden. Deshalb hoffen die Tierschützer auch im 25. Jahr auf tierliebe Menschen.

Spendenkonto: Tierschutzverein e.V. „Franz von Assisi“ Sebnitz, IBAN DE23 8506 000 0100 0813 680

Kontakt: Rosemarie Lange: Telefon 035971 53893

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