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Montag, 17.09.2018

Wo es in Bautzens Innenstadt klemmt

Große und kleine Sorgenkinder: das ruhende Lauenareal, staubige Straßen, defekte Brunnen und geschlossene Toiletten.

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Kein attraktiver Anblick: Auf dem Lauenareal in Bautzen tut sich nichts, und das wird noch eine Weile so bleiben. Probleme gibt’s auch an anderer Stelle.Archivfoto: SZ/Uwe Soeder
Kein attraktiver Anblick: Auf dem Lauenareal in Bautzen tut sich nichts, und das wird noch eine Weile so bleiben. Probleme gibt’s auch an anderer Stelle. Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

© Uwe Soeder

Bautzen. Parkende Autos vor der Kulisse maroder Häuser – seit Jahren bietet sich am Eingangstor zur Bautzener Innenstadt dieser Anblick. Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Das machte Baubürgermeisterin Juliane Naumann beim Einwohnerforum für den Stadtteil Bautzen-Mitte deutlich. Auf dem Lauenareal sei „in absehbarer Zeit nicht mit einer Entwicklung zu rechnen“. Denn bei dem Investor, der ursprünglich auf dem Gelände das Lauencenter errichten wollte und dann altengerechtes Wohnen ins Spiel brachte, sei diese Idee mittlerweile in den Hintergrund gerückt. Und etwas anderes Spruchreifes gebe es noch nicht.

Wie es mit einem anderen Teil des Areals, der alten Posthalterei, weitergeht, könnte sich „zum Jahresende herauskristallisieren“. Noch prüft die Stiftung für das sorbische Volk, ob sich dort ein Teil des sorbischen Instituts ansiedeln lässt. Neben dem Lauenareal kam auf dem nur schwach besuchten Forum noch anderes zur Sprache, wo es in der Innenstadt zurzeit klemmt – oder Besserung in Sicht ist.

Altstadtstraßen: Viel Staub nach Reparatur-Aktion

Pflaster statt Asphalt – das gehört einfach zum besonderen Flair in der Altstadt. Allerdings macht es die Unterhaltung der Straßen aufwendig. Fugen waschen sich aus, Pflastersteine lockern sich. In diesem Frühjahr ließ die Stadt deshalb in einer größeren Aktion betroffene Stellen neu verfüllen. „Mit dem Ergebnis sind wir aber nicht zufrieden“, sagt Naumann. Es hätte mehr Feuchtigkeit gebraucht, damit sich das Material festigt. Doch durch die wochenlange Trockenheit blieben die Straßen zum Ärger der Anwohner nach der Aktion sehr staubig. Laut Naumann wurde sogar ein Kehrverbot erlassen, um den Staub nicht noch zusätzlich aufzuwirbeln. „Wir haben daraus gelernt. Wir machen so etwas nicht mehr im Frühjahr und auch nicht mehr in der gesamten Altstadt zugleich.“

Springbrunnen: An zwei Stellen sprudelt kein Wasser

Zum Flair in der Innenstadt gehören in den wärmeren Monaten auch die Springbrunnen. Doch der am Stadtwall ist nun schon das dritte Jahr trocken. Im Frühjahr 2016 war das eingefüllte Wasser gleich wieder ausgelaufen. Die genaue Ursache zu finden, hat sich längere Zeit hingezogen, räumt Juliane Naumann ein. Aber nun sei das Becken neu abgedichtet. „Wir werden es wieder mit Wasser befüllen und hoffen, dass es damit getan ist.“ Auch im Brunnenhof zwischen Haupt- und Fleischmarkt sprudelt kein Wasser. Dort will die Verwaltung aber nicht nur auf Fehlersuche am Springbrunnen gehen. „Wir wollen den gesamten Hof völlig neu betrachten“, sagt die Baubürgermeisterin. Denn der sei nicht sonderlich attraktiv.

Toiletten: Öffnungszeiten sind ein Problem

Gleich zwei Stadtführer waren unter den wenigen Besuchern des Einwohnerforums, und sie treibt ein Thema besonders um. Wenn sie mit Reisegruppen in der Stadt unterwegs sind und die Gäste mal austreten müssen, stehen sie bei den öffentlichen Toiletten am Reichenturm und am Rathaus oft vor verschlossener Tür. Juliane Naumann sagte zu, die Öffnungszeiten der beiden Anlagen kritisch unter die Lupe zu nehmen. Zugleich wies sie darauf hin, dass es nach Abschluss der Sanierung des Bahnhofs auch dort wieder öffentliche Toiletten geben wird.

Verkehr: Zugeparkte Busstellflächen, Kritik an Fußweg-Radlern

Bautzen will Touristen anlocken. Doch wenn Reisegruppen mit dem Bus ankommen und in der Innenstadt aussteigen wollen, haben sie es nicht immer leicht. „Die Busparkflächen am Hotel Best Western sind oft zugeparkt“, ist Stadtführer Albrecht Ludwigs Erfahrung. Ordnungsamtsleiter Olaf Trotzky kennt das Problem: „Wir strafen dort oft ab.“ Mehr könne man allerdings nicht tun. Die Kapazität für Busse sei ja bereits erhöht worden. Früher durften sie nur vorm Hotel stehen. Mittlerweile ist auch auf der gegenüberliegenden Seite des Wendischen Grabens eine Fläche ausgewiesen. Kritisch angesprochen wurde auch, dass oft widerrechtlich auf Fußwegen Rad gefahren wird – und dass auf der Reichenstraße jetzt Radeln erlaubt ist. Die Stadt reagiere damit – zunächst versuchsweise – auf einen von Bürgern geäußerten Wunsch, so Naumann. Ob das Radfahren in der Fußgängerzone dauerhaft ermöglicht wird, werde anhand der Resonanz entschieden.

Bis Ende November könne jeder seine Meinung dazu äußern unter [email protected]

Spreebrücke: Kommt der Bürgerentscheid?

Die geplante Fußgängerbrücke über die Spree bewegt die Gemüter. Was vielen besonders am Herzen liegt, wurde auch im Einwohnerforum gefragt: Wird es einen Bürgerentscheid geben? „Wir stehen dem sehr offen gegenüber“, sagt die Baubürgermeisterin. Allerdings seien noch so viele Details zu klären, dass man derzeit keinerlei Aussagen machen könne, wann der geeignete Zeitpunkt dafür sei. Zurzeit arbeiten Studenten der TU Dresden an Vorschlägen zur Brückenkonstruktion.

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