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Dienstag, 24.07.2018

Schattenbälle auf Wasserspeichern

Cambridge. Die Idee klang ungewöhnlich, aber irgendwie plausibel: Mit Millionen ins Wasser gekippten „Schattenbällen“ wollten Experten im Jahr 2015 die Verdunstung in einem großen Wasserspeicher in Los Angeles bremsen. So sollte der anhaltenden Dürre etwas entgegengesetzt werden.

Doch die vermeintlich schnelle technologische Lösung überzeugt Experten um Erfan Haghighi vom Massachusetts Institute of Technology nicht: Die Herstellung der Plastikbälle habe mehr Wasser verbraucht als diese während der Dürre zurückgehalten haben, berichten die Forscher im Fachblatt Nature Communication. Dass über Gewässern große Mengen Wasser ungenutzt verdampfen, könne vor allem in Zeiten von Wasserknappheit als große Verschwendung erscheinen, schreiben die Forscher. Um dem Problem während der Dürrephase in Kalifornien von 2011 bis 2017 etwas entgegenzusetzen, entwickelten Fachleute die Idee mit den Schattenbällen. Insgesamt entließen sie im Jahr 2015 rund 96 Millionen der schwarzen, hohlen Bälle von der Größe eines Apfels in das Sylmar-Wasserreservoir in Los Angeles. Sie sollten auch die Wasserqualität erhalten und das Wachstum von Algen verhindern. Ob Letzteres geklappt hat, ist nach Angaben der Forscher noch unklar.

Die Verdunstung jedenfalls scheinen die auf der Oberfläche schwimmenden Bälle tatsächlich gebremst zu haben: Behörden in Los Angeles schätzten die Einsparung auf jährlich bis zu 1,15 Millionen Kubikmeter Wasser. So einfach sei die Rechnung aber nicht, gibt das Team um Haghighi zu bedenken: Die Bälle werden aus Plastik hergestellt, für dessen Produktion Rohöl, Erdgas und Strom verbraucht würden. Die Gewinnung der Rohstoffe verbrauche genau wie die Erzeugung von Strom viel Wasser.

Die Forscher ermittelten, dass abhängig von der Dicke der Bälle – sie liegt zwischen einem und fünf Millimetern – 0,25 bis 2,9 Millionen Kubikmeter Wasser benötigt werden, um die geschätzten 1,15 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich einzusparen.

Die Forscher errechneten weiter, dass sich die Wasserbilanz des Ball-Einsatzes unter gleichen Voraussetzungen ab Februar 2018 ins Positive gekehrt haben könnte. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die Dürre bereits vorbei.

(dpa)

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