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Donnerstag, 21.06.2018

Pommes und Chips belohnen das Gehirn

Eine Kombination der Inhaltsstoffe ist der Grund, warum viele Menschen die Finger nicht von ungesundem Essen lassen können.

Köln. Fett- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Pommes, Chips oder Sahnetorte haben nach einer Studie einen besonders starken Einfluss auf das Belohnungssystem des Gehirns. Die Folge: Obwohl solches Essen ungesund ist, können viele Menschen die Finger nicht davon lassen. „Wahrscheinlich werden wir durch Muttermilch darauf geprägt, besonders intensiv auf Nahrung, die reich an Kohlenhydraten und Fetten ist, zu reagieren und diese als besonders belohnend wahrzunehmen, weil dies überlebenswichtig ist“, sagt Forschungsgruppenleiter Marc Tittgemeyer vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln. Die Forscher zeigten, dass fettiges oder kohlenhydratreiches Essen jeweils für sich genommen das Belohnungssystem aktivieren. Beides in Kombination verstärke den Effekt, erklärt Tittgemeyer. Dabei überlagerten die Belohnungssignale offenbar das Sättigungsgefühl. „Deshalb hören wir meistens nicht auf zu essen, obwohl wir satt sind.“

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler untersucht, wie sehr Menschen aus unterschiedlichen Kalorienquellen bestehende Nahrung bevorzugen. Dazu ließen sie 40 Freiwillige gegen einen Computer um Lebensmittel spielen – wer mehr Geld bot als die Maschine, konnte das entsprechende Essen ersteigern. Ergebnis: Für fett- und kohlenhydratreiche Nahrung wie Torten, Kekse oder Schokonüsse boten die Probanden das meiste Geld. Bei nur fetthaltigem Essen wie Käse und Salami oder bei Essen, das nur Kohlenhydrate enthielt – etwa Salzstangen und Brötchen –, war die Zahlungsbereitschaft deutlich niedriger.

Während des Spiels zeichneten die Forscher die Gehirnaktivität der Teilnehmer mit einem Magnetresonanztomografen auf. Die Messungen bestätigten die Spiel-Ergebnisse und zeigten, dass eine Kombination aus Fetten und Kohlenhydraten die Gehirnareale des Belohnungssystems am stärksten aktivierte. (dpa)

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