• Einstellungen
Donnerstag, 06.09.2018

Mehr als 7 000 Jahre alte Käsereste

University Park. Im Mittelmeerraum haben Menschen anscheinend schon vor mehr als 7 000 Jahren Käse hergestellt. Darauf weisen Rückstände auf Tonscherben hin, die Forscher um Sarah McClure von der Pennsylvania State University analysiert haben. Möglicherweise habe die Verfügbarkeit von verarbeiteten Milchprodukten wie Käse zu einem Rückgang des Säuglingssterbens geführt, schreiben die Forscher im Fachmagazin Plos One.

Die Wissenschaftler haben Fettsäurereste an Tonscherben untersucht, die sie in zwei Ortschaften an der dalmatinischen Küste Kroatiens gefunden hatten.

Bereits an 7 700 Jahre alten Tonscherben wiesen die Forscher Milchreste nach. Spuren von Käse fanden sie erst an 7 200 Jahre alten Gefäßen. Der Wandel der Technologie lasse gemeinsam mit den Ergebnissen der Fettsäuren-Analyse darauf schließen, dass Milch ab einem gewissen Zeitraum zu dem festen Milcherzeugnis, Käse, weiterverarbeitet wurde. Das Team um McClure vermutet, dass die

Verfügbarkeit von tierischer Milch es den Frauen auch ermöglicht habe, früher abzustillen und schneller erneut schwanger zu werden. Die höhere Überlebensrate der Kleinkinder gemeinsam mit der steigenden Geburtenrate könnte den demografischen Wandel begünstigt haben, der auch eine Ausbreitung in den kühleren Norden erlaubte. (dpa)

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.