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Freitag, 17.08.2018

Große Unterschiede bei Masern

Duisburg, Berlin oder Köln: Schaut man sich die größeren Masernausbrüche der vergangenen Jahre an, fällt auf, dass insbesondere Ballungsräume betroffen sind. Warum?

Eine Abbildung, die mithilfe eines Transmissionselektronenmikroskops gemacht wurde, zeigt Teile eines Masernvirus (Symbolfoto).
Eine Abbildung, die mithilfe eines Transmissionselektronenmikroskops gemacht wurde, zeigt Teile eines Masernvirus (Symbolfoto).

© Cynthia Goldsmith/Centers for Disease Control/dpa

Berlin. Bei der Häufigkeit von Masern bestehen Experten zufolge große regionale Unterschiede. „In einigen Bundesländern treten die Masern nur noch selten in Erscheinung, wie in Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland oder Sachsen-Anhalt“, heißt es in einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Häufiger träten Masern hingegen etwa in Berlin und Nordrhein-Westfalen auf. Unter den fast jedes Jahr betroffenen Bundesländern seien insbesondere solche mit hoher Bevölkerungsdichte oder großen Ballungszentren, hieß es.

Dort begünstigen dem Bericht zufolge mehrere Faktoren eine schnelle Ausbreitung: Die Menschen lebten dichter zusammen. Außerdem erreichten durch Touristen, Studenten und Migranten importierte Masernfälle insbesondere die Ballungsgebiete. Dort sei es dann auch am wahrscheinlichsten, auf Menschen ohne Impfschutz zu treffen.

Entsprechend verzeichnet im ersten Halbjahr 2018 etwa auch das bevölkerungsreichste Bundesland, Nordrhein-Westfalen, die höchsten Fallzahlen (173). Es hat auch pro eine Million Einwohner gerechnet besonders viele Fälle.

Bundesweit erkrankten nachweislich 387 Menschen an Masern - das war deutlich weniger als im Vergleichszeitraum 2017 (knapp 800). Ähnliche Schwankungen der Gesamtzahlen gab es stets in den vergangenen Jahren. Schon länger sieht das RKI bei Masernzahlen jedoch keine rückläufige Tendenz mehr.

Das hängt auch mit den Impfquoten zusammen. Es gebe - nicht näher benannte - Land- und Stadtkreise mit Nachholbedarf, schreiben die RKI-Experten. Laut dem Bericht liegen die Gründe für fehlende Impfungen weniger in einer „grundsätzlich impfkritischen Haltung“. Eher würden Impfungen verschoben und vergessen oder die Menschen wüssten nicht über die Empfehlungen Bescheid.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt die Elimination der Masern an. Die Krankheit geht mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher. Sie schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern. (dpa)

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