• Einstellungen
Dienstag, 04.09.2018

Fisch altert im Zeitraffer

Von Walter Willems

Der Türkise Prachtgrundkärpfling wird in nur 14 Tagen fortpflanzungsfähig. Foto: R. Blazek/dpa
Der Türkise Prachtgrundkärpfling wird in nur 14 Tagen fortpflanzungsfähig. Foto: R. Blazek/dpa

© R. Blazek

Brünn. Wenn es erst mal so weit ist, geht alles ganz schnell: Innerhalb von nur zwei Wochen entwickelt sich der Türkise Prachtgrundkärpfling (Nothobranchius furzeri) nach dem Schlüpfen aus dem Ei bis zum fortpflanzungsfähigen Fisch.

Damit sei er das am schnellsten reifende Wirbeltier, schreiben Forscher um Martin Reichard von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften im Fachblatt Current Biology. Die Eile bei der rasanten Entwicklung hat einen Grund: Die Fische leben in der afrikanischen Savanne unter äußerst trockenen Bedingungen in Wasserlöchern, die sich nach den seltenen Regenfällen füllen und dann binnen einiger Wochen wieder austrocknen. In diesem kurzen Zeitfenster müssen die Kärpflinge schlüpfen, ihre Endgröße von etwa vier bis fünf Zentimetern erreichen und Nachwuchs produzieren.

Die nur einen Millimeter kleinen Eier können dann in den Sedimenten der Wasserlöcher lange Trockenphasen überstehen – ähnlich wie Samen von Pflanzen. Füllen sich die trockenen Kuhlen dann wieder mit Wasser, schlüpfen die Fische binnen drei Tagen, wie die Forscher im Süden von Mosambik an acht solchen Wasserlöchern beobachteten. Ihre volle Körpergröße erreichen beide Geschlechter dann nach 14 bis 15 Tagen.

(dpa)

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.