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Donnerstag, 12.07.2018

Fernerkundung gegen Pflanzenschädlinge

Von Walter Willems

Ispra. Der Erreger befällt Hunderte Pflanzenarten und hinterlässt katastrophale Schäden. Das aus Amerika stammende Bakterium Xylella fastidiosa verbreitet sich seit einigen Jahren in Asien und Europa und wurde auch schon in Deutschland gesichtet. Sorge macht Experten insbesondere, dass befallene Bäume monatelang keine Anzeichen einer Infektion zeigen.

Nun stellt ein internationales Forscherteam eine Möglichkeit vor, sie mithilfe von Luftbildaufnahmen zu identifizieren. Das helfe, Epidemien einzudämmen, schreibt das Team um Pablo Zarco-Tejada von der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission im italienischen Ispra im Fachblatt Nature Plants. Die Forscher untersuchten dafür über zwei Jahre mehr als 7 000 Olivenbäume auf 15 Anbauflächen in Apulien (Italien). X. fastidiosa zähle zu den gefährlichsten Pflanzenschädlingen überhaupt, schreibt das Team. Das Bakterium, im Deutschen auch Feuerbakterium genannt, werde von Zikaden übertragen. Es kann mehr als 350 Pflanzenarten befallen und absterben lassen – darunter Rebstöcke, viele Obstsorten sowie Mandel- und Olivenbäume, aber auch Ulmen, Eichen und Ahornbäume. Vor allem in Süditalien hat der Erreger den Olivenanbau schwer geschädigt.

Um die Epidemie zu kontrollieren, müsse man die Anbauflächen beaufsichtigen und einen Befall frühzeitig erkennen. Bislang geschehe das oft erst dann, wenn die Pflanzen schon sichtbare Schäden haben – etwa entlaubte Kronen oder vergilbte und vertrocknete Blätter. Das Problem: Solche Hinweise zeigen sich meist erst viele Monate nach der Infektion.

Insgesamt lag die Zuverlässigkeit der Luftbilder für die Bewertung der Pflanzen bei über 80 Prozent – das ist deutlich höher als die aufwendigere Beurteilung durch Pflanzenpathologen. Die Kameras erfassten auch den Großteil jener infizierten Bäume, die Pflanzenpathologen als unauffällig eingestuft hatten.

(dpa)

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