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Dienstag, 21.08.2018

Aufbruchstimmung bei Störchen

Bergenhusen. Viele Storchen-Horste auf Schornsteinen und Dächern sind schon verlassen. Ein leeres Nest bedeutet jedoch nicht gleich den Aufbruch der Vögel gen Süden. Erst einmal sammelten sich die Störche, sagte Storchenexperte Kai-Michael Thomsen vom Deutschen Naturschutzbund (Nabu). Zunächst „vagabundieren“ vor allem die Jungstörche herum. Die sehr geselligen Vögel treffen sich dann an markanten Punkten – in Norddeutschland zum Beispiel in der Elbtalaue, erklärt der Biologe. „Dann ziehen sie an irgendeinem Tag bei sonnigem Wetter los und verschwinden.“ Für Weißstörche als Segelflieger ist laut Nabu eine gute Thermik wichtig. Sie nutzten den Spätsommer mit viel Sonneneinstrahlung, die den Boden erwärmt, um hoch in die Luft zu kreisen und dann weite Strecken segeln zu können. So schaffen die Tiere bis zu 500 Kilometer am Tag.

Die jährliche Reise in Richtung Afrika ist den Störchen angeboren. Dabei ist es nach Nabu-Angaben nicht die Kälte, sondern die Nahrungsknappheit im Winter, die die Tiere dazu treibt, den anstrengenden Flug in die fernen Winterquartiere auf sich zu nehmen. Die Reise gen Süden treten die Störche in der Regel über zwei unterschiedliche Routen an. Entweder überqueren sie das Mittelmeer im Westen über Gibraltar, um dann in Westafrika zu überwintern. Oder sie ziehen über den Bosporus und den Nahen Osten nach Nordafrika, um von dort entlang des Nils in die ost- und südafrikanischen Überwinterungsgebiete zu gelangen. Welchen Weg jeder einzelne nimmt, lernt er nach Angaben des Nabu auf seiner ersten Reise.

(dpa)

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