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Mittwoch, 05.09.2018

„Wir sind auf einem guten Weg“

Detlev Seidel begibt sich als Trainer auf Neuland. Erstmals betreut er eine fusionierte Mannschaft.
Detlev Seidel begibt sich als Trainer auf Neuland. Erstmals betreut er eine fusionierte Mannschaft.

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Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. So auch, wenn einem Verein aus Altersgründen die Handballspieler ausgehen. Ein Problem mit dem die HSG Muldental, ein Zusammenschluss zwischen Roßweiner SV und Grün-Weiß Niederstriegis, nicht allein konfrontiert war, sondern auch der ATV 1899 Pappendorf. Die Lösung ist, künftig in der 2. Bezirksklasse Chemnitz gemeinsame Sache zu machen. So wurden die verblieben Roßweiner Handballer nach Niederstriegis umgemeldet und zwischen Grün-Weiß und Pappendorf die HSG Striegis gebildet. Der Döbelner Anzeiger sprach über den ersten Punktspielauftritt und das, was sich aus der Zusammenarbeit entwickeln soll, mit Trainer Detlev Seidel.

Detlev Seidel, vergangene Saison heuerten Sie nach ein paar Jahren der Pause wieder bei der HSG Muldental an. Wann war Ihnen klar, dass es perspektivisch alleine nicht reichen würde?

Das war mir bereits vor der vergangenen Saison bewusst. Wir haben mit einem viel zu kleinen Kader begonnen und mir war klar, dass es künftig nicht mehr reichen würde.

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Die Pappendorfer hatten ähnliche Probleme. Es gab bereits vergangenes Jahr Bestrebungen zur Zusammenarbeit. Es war für beide Vereine praktisch die vorletzte Chance, nicht unterzugehen.

Warum eigentlich Pappendorf, hätte sich keine Spielgemeinschaft im Altkreis Döbeln angeboten?

Es gab Bestrebungen, aber wir wären dann geschluckt worden. Dazu gab es ein Nein von den Spielern, die noch da waren.

Wo spielt die HSG Striegis?

Wir tragen unsere Punktspiele abwechselnd in Hainichen und in Roßwein aus.

Sie sind ein alter Trainerfuchs, alles andere als ein Frischling. Was reizt Sie an dieser Aufgabe?

Ich habe das erste Mal die Möglichkeit mitzuerleben, wie zwei Vereine fusionieren. Das stellt auch an mich bestimmte Anforderungen. Vorher hatte ich etwas Bauchschmerzen. Aber es läuft. Ich glaube, alles richtig gemacht zu haben. Ich habe die Entscheidung getroffen und denke, dass wir das bestmögliche Ergebnis erreichen.

Wie sind die Aufgaben zwischen beiden Vereinen aufgeteilt, wer ist in welcher Beziehung federführend?

Federführend bin generell ich. Es gibt zwar einen Teamverantwortlichen aus Pappendorf, der sich um organisatorische Dinge kümmert. Sportlich habe ich das Sagen.

Das erste Punktspiel gegen Mylau-Reichenbach konnte am Wochenende gewonnen werden. Wie zufrieden waren Sie mit der Leistung Ihrer Mannschaft?

Wenn man ein Spiel gewinnt, ist man immer zufrieden. Aber es gibt natürlich Baustellen, an denen man arbeiten muss. Wenn wir am Wochenende nach Zwickau fahren, werden wir erstmals in Bestbesetzung antreten. Die Grundsieben steht und harmoniert auch gut zusammen. Jetzt kommen noch drei Mann hinzu, die eingebaut werden. Da muss sich die Mannschaft immer neu finden. Aber das ist sehr spannend – auch für mich – aber ich denke, wir sind auf einem sehr guten Weg.

Für Sie ist die 2. Bezirksklasse Chemnitz ebenso Neuland wie für die Niederstriegiser und Roßweiner Spieler. Wo ordnen Sie Ihre Truppe in der Liga ein?

Vor der Frage hatte ich am meisten Angst, aber die musste ja kommen. Ich habe die Mannschaft noch nie in Bestbesetzung spielen sehen, da ist das schwer einzuschätzen. Aber die Mannschaft ist unheimlich motiviert und will etwas reißen.

Mit welchem Saisonziel ist die HSG Striegis gestartet?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Wenn eine Kreisreform stattfindet und nur die ersten beiden Mannschaften danach weiter im Bezirksmaßstab weiterspielen, dann müssen wir alles dafür tun, dabei zu sein. Die andere Variante wäre die sanftere Tour, die ich aber ohnehin nicht beherrsche. Die würde bedeuten, das bestmögliche Ergebnis herauszuholen und die Sache langsam weiter aufzubauen.

Was soll künftig erreicht werden?

Es soll erreicht werden, dass der Handballsport in unserer strukturschwachen Region nicht untergeht. Und wenn die Mannschaft Erfolg hat, Zuschauer und Kinder in die Halle kommen, hoffe ich, dass dann auch wieder mehr Nachwuchs beginnt, Handball zu spielen. Damit wollen wir einen Grundstein legen, dass hier weiter dieser Sport betrieben wird.

Es fragte: Dirk Westphal

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