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Freitag, 22.06.2018

„Wir haben ein klares Konzept“

Trainer Frank Paulus (Mitte) und seine Mannschaft legten in der Landesliga einen tollen Endspurt mit fünf Siegen in Folge hin. Foto: Marko Förster
Trainer Frank Paulus (Mitte) und seine Mannschaft legten in der Landesliga einen tollen Endspurt mit fünf Siegen in Folge hin. Foto: Marko Förster

© Marko Förster

Bis zum 14. Juli ruht beim VfL Pirna-Copitz der Ball. Die Spieler haben Zeit, auch mal komplett vom Fußball abzuschalten. Nach dem achten Platz in der abgelaufenen Landesliga-Saison herrscht viel Zufriedenheit im Pirnaer Lager. Die junge Mannschaft – das Durchschnittsalter des Kaders betrug 22,9 Jahre – hat nicht nur frühzeitig die Klasse gehalten, sondern sich auch weiterentwickelt. Ein paar erfahrene Säulen sollen das Team nun verstärken, wie das VfL-Trainerduo Frank Paulus und Enrico Mühle im Interview bestätigen.

Herr Paulus, Glückwunsch zum Klassenerhalt. Wie fällt das Fazit nach ihrer ersten Saison als Trainer im Männerbereich aus?

Frank Paulus: Es war mehr ein Saisonabschnitt von elf Spielen, den Enrico und ich nach dem Rücktritt von Nico Däbritz gemeinsam geleitet haben. Unsere erste gemeinsame Spielzeit steht erst noch bevor. Wir werden sie mit viel Zuversicht angehen. Neben dem Erreichen des Saisonziels freut uns am meisten, wie die Jungs zuletzt aufgetreten sind: Sie waren mutig, entschlossen, haben zusammengehalten und

konnten plötzlich auch wieder ihre fußballerische Qualität ausspielen.

Herr Mühle, Sie haben sowohl Nico Däbritz als auch Frank Paulus erlebt. Was unterscheidet sie?

Enrico Mühle: Beide haben ihre Stärken. „Paule“ (Frank Paulus, Anm. d. Red.) war bis zuletzt selbst noch Spieler und hat einen unglaublich engen Draht zu den Jungs. Er kann sich wunderbar in sie hineinversetzen. Als Trainer macht mir die Zusammenarbeit mit ihm viel Freude. Wir wollen in die gleiche Richtung und nehmen jede Einheit ernst.

Der Saisonendspurt fiel mit fünf Siegen in Serie äußerst positiv aus. Was war das Erfolgsgeheimnis?

Mühle: Wir haben ein bisschen an der Taktik getüftelt und auf ein 4-4-2-System umgestellt. Durch zwei Stürmer konnten wir die Gegner viel früher anlaufen und sie in ihrem Spielaufbau stören. Dadurch haben wir die Bälle verstärkt in der gegnerischen Hälfte erobert und unser Weg bis zum gegnerischen Tor war nicht allzu lang.

Und damit kehrte das Selbstbewusstsein zurück.

Paulus: Ja, genau. Viele haben den erhofften Schritt gemacht, gerade für unsere jüngeren Akteure war es eine unglaublich erkenntnisreiche Phase. Zwar wollen wir stets mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen, aber die Basis muss aus Leidenschaft und Einsatz bestehen. Das haben wir verinnerlicht.

Was haben Sie außerdem verändert?

Mühle: Wir haben uns auch abseits des Platzes viele Gedanken gemacht. Fakt ist, dass wir im Amateur- und Freizeitsport unterwegs sind, die Jungs wollen mit ihrem Hobby auch Spaß haben. Wir wissen, dass viele Freundschaften zwischen den Spielern der „Ersten“ und der „Zweiten“ existieren. Also haben wir vor einiger Zeit schon beide Kabinen nebeneinandergelegt. Plötzlich wurde zusammen nach dem Training Champions League geschaut oder auch mal Pizza bestellt. Das Ganze hat die Zusammenarbeit zwischen erster und zweiter Mannschaft, die nun in die Landesklasse aufsteigt, nochmals gestärkt.

Der VfL Pirna geht in seine vierte Landesliga-Saison seit dem Wiederaufstieg. Damit steigt das Interesse von außen?!

Mühle: Das Handy von „Paule“ hat zuletzt deutlich häufiger geklingelt.

Wirklich?

Paulus: Es ist tatsächlich so, dass sich viele Spieler bei uns melden und hier kicken wollen. Sie wissen um die guten Bedingungen im Willy-Tröger-Stadion, die gute Atmosphäre und den Vorteil, bei uns Landesliga spielen zu können. Aber deswegen machen wir keine irren Sachen. Wir haben ein klares Konzept, wollen weiterhin unsere eigenen Nachwuchstalente einbinden und verpflichten nur externe Spieler, wenn sie definitiv einen Qualitätsgewinn für die Mannschaft versprechen.

Das Gespräch führte Ronny Zimmermann