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Freitag, 15.06.2018

Wie weiter am Bärwalder See?

Einen Maßnahmeplan bis 2025 hat der Gemeinderat Boxberg jetzt beschlossen. Mit viel Raum für private Investoren.

Von Constanze Knappe

Das Landschaftsbauwerk Ohr am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees wird für Freilufttheater und andere Open-Air-Veranstaltungen genutzt. Zum Beispiel wieder am 24. Juni zu „Meister Klecks und Spaßimir“ oder beim Konzert mit der Gruppe MTS am 28. Juli. Karten für die Veranstaltungen gibt es in der Tourist-Information Boxberg.
Das Landschaftsbauwerk Ohr am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees wird für Freilufttheater und andere Open-Air-Veranstaltungen genutzt. Zum Beispiel wieder am 24. Juni zu „Meister Klecks und Spaßimir“ oder beim Konzert mit der Gruppe MTS am 28. Juli. Karten für die Veranstaltungen gibt es in der Tourist-Information Boxberg.

© André Schulze

Bis 2025 soll es an der Gedenkstätte am Merzdorfer Ufer des Bärwalder Sees Bootsanlegestelle und Imbiss geben. Das jedenfalls geht aus einem Maßnahmeplan zur weiteren Entwicklung von Sachsens größtem Binnensee hervor – vom Gemeinderat Boxberg jetzt einstimmig beschlossen. Das Papier fasst all das zusammen, was die Gemeinde Boxberg in den nächsten Jahren selber anpacken oder aber als Vorarbeiten für private Investoren leisten will. TAGEBLATT nennt einige Schwerpunkte:

Aktualisiertes Konzept schafft Rechtssicherheit für private Investoren

Auf Beschluss des Gemeinderats soll das von 2004 stammende Strukturkonzept „Landschaftspark Bärwalder See“ fortgeschrieben werden. Das sei nötig, da einige der Maßnahmen längst umgesetzt, andere wie beispielsweise eine Pontonbrücke nicht realisierbar sind, begründete Roman Krautz, der Seebeauftragte der Gemeinde Boxberg. Auch das Amt für Kreisentwicklung des Landkreises Görlitz drängt auf eine solche Überarbeitung des Entwicklungskonzepts, damit man bei Anfragen von privaten Investoren Rechtssicherheit habe.

Grundlage für die Fortschreibung des Strukturkonzepts bleibt die Gebietskulisse vom Anfang der 2000er-Jahre. Die Karte habe in ihrer Abgrenzung nach wie vor Gültigkeit, sie werde lediglich grafisch aufgehübscht. Im Haushalt der Gemeinde Boxberg 2018 sei ein kleines Budget für die Überarbeitung des Strukturkonzepts enthalten. Ob man bei der aktuellen Marktlage gleich jemanden dafür findet, bleibe abzuwarten. „Im Sinne der privaten Investoren sollten wir es aber auf den Weg bringen“, so Roman Krautz.

Uferbereich Boxberg: Selbst auferlegtes Motto in allen drei Teilen erfüllt

Am Boxberger Ufer sind mittlerweile etliche Vorhaben umgesetzt. Es gibt einen Textil-, FKK- und Hundestrand ebenso wie eine Anlegestelle für Sportboote, eine Uferpromenade, die Tourist-Information „Bärwalder See“, den benachbarten Campingplatz mit Fahrradverleih und Imbiss sowie die Kombüse „Seewirtschaft“ als gastronomische Einrichtung eines privaten Betreibers. Mit dem Landschaftsbauwerk Ohr, wo die Saison über vielfältige kulturelle Veranstaltungen stattfinden, wird man am Boxberger Ufer auch dem dritten Teil des selbst auferlegten Mottos „Sportlich, natürlich, kunstvoll“ gerecht.

Noch offen sind das Fahrgastschiff wie auch Bootsausleihe, Souvenirverkauf, Adventure- und Fußballgolf und das beabsichtigte Hotel. Neu auf der Vorhabenliste steht die Umsetzung eines „Investitionskonzepts für erholungsorientiertes Wohnen“ am Boxberger Ufer, ausgewiesen im Bebauungsplangebiet „Lausitzer Ferienpark“.

Uferbereich Merzdorf: Noch fehlt Infrastruktur für Fun-Wassersportler

Wichtig für das Merzdorfer Ufer wäre eine auf die Bedürfnisse von Fun-Wassersportlern wie etwa den Kite-Surfern ausgerichtete Infrastruktur mit Toiletten, Wohnmobilstellplätzen und einfachen Übernachtungsmöglichkeiten bei Selbstverpflegung. Voraussetzungen dafür wären allerdings die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans sowie die medientechnische Erschließung. Die Gemeinde Boxberg sieht dies wie auch Imbissversorgung und Bootsanlegestelle in den Händen privater Investoren. „Der Entwicklung im Uferbereich Merzdorf muss man sich stellen. Wir sind gut beraten, den Bebauungsplan in Angriff zu nehmen“, erklärte Gemeinderat Horst Jannack (Linke).

Uferbereich Uhyst: Uferpromenade und Seebühne als nächste Schwerpunkte

Auch in der Gestaltung des Uhyster Strands konnten bereits einige Vorhaben als erledigt abgehakt werden. So die Anlegestelle für Sportboote, Textil-, FKK- und Hundestrand, der Imbiss „Seeperle“ wie auch das Polarsternrohr als Kunst in der Landschaft. Nicht zu vergessen das Safariwildgehege. Bis 2025 stehen Vorhaben an wie die Uferpromenade, Boots- und Fahrradausleihe, Tourist-Information mit Souvenirverkauf, Aussichtspunkt und Seebühne, die von privaten Investoren umgesetzt werden sollen.

Uferbereich Klitten: Wassersport im erweiterten Hafen konzentriert

Im Plangebiet Klitten-Jasua befinden sich Textil- und Hundestrand sowie der Hafen für Motorboote mit Wasser- und Landliegeplätzen, deren Zahl war 2017 sogar erweitert worden. An der Marina in Klitten kann man Boote und Fahrräder ausleihen, Souvenirs kaufen, sich touristisch informieren lassen und mehrere gastronomische Angebote nutzen. Der Campingplatz hat einen neuen Betreiber. Noch offen ist der Bau von Ferienhäusern, wofür es eine öffentliche Erschließung geben soll. Nach Ansicht von Frank Knobloch fehlt am Klittener Ufer noch ein sogenannter Eyecatcher. Etwas Künstlerisches, was dem Motto „Sportlich, natürlich, kunstvoll“ gerecht wird, erklärte der Vorsitzende des Ortschaftsrats Uhyst.

Was sich Räte und Verwaltung sonst noch so vorstellen

Rund um den Bärwalder See wären wetterunabhängige Indoor-Ganzjahresangebote und Spielplätze wünschenswert. „Es fehlt auch noch etwas in Richtung Spaß am Wasser“, so Gemeinderat Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf), der sich eine Rutsche oder Ähnliches für Kinder vorstellt. „Ob man einen Investor dafür findet, steht auf einem ganz anderen Blatt, aber der Spaß am Wasser kommt bisher einfach zu kurz“, sagte er. Die Gemeinderäte waren sich schnell einig, dieses Vorhaben in den Maßnahmeplan bis 2025 aufzunehmen.

Kreisentwicklungsamt fordert Verkehrskonzept

Nach Aussage von Armin Hoffmann müsste noch deutlicher herausgearbeitet werden, dass die Gemeinde Verkehrswege und Parksituation am Bärwalder See im Blick hat. Der Landkreis fordert ein Verkehrskonzept zur Lenkung der Besucher und Ordnung der Verkehrsströme. Im Mai hatte der Gemeinderat Boxberg einstimmig das Rietschener Ingenieurbüro Sweco GmbH mit der Erstellung eines solchen Konzepts beauftragt. In dessen Rahmen sollen das Straßen- und Radwegenetz analysiert, Lösungen zur Erweiterung der Parkflächen vorgeschlagen, Möglichkeiten zur verkehrstechnischen Erschließung untersucht und ein Übersichtsplan erstellt werden. Drei Ingenieurbüros hatten sich an der Ausschreibung beteiligt. Mit 48 000 Euro waren die Rietschener am günstigsten.

Kritik gab es vonseiten der Gemeinderäte, dass der Ordnungsdienst der Gemeinde Boxberg Fingerspitzengefühl vermissen lasse. „Wir werden Urlauber verlieren, wenn sie sich abgezockt fühlen“, hieß es. Hauptamtsleiter Arian Leffs verwies auf die Pflicht der Gemeinde zur Verkehrssicherung. In Übereinstimmung mit dem Bergbausanierer LMBV gehe man konsequent gegen wildes Campen auf Parkplätzen vor. Da hatte es zuletzt viel Ärger gegeben.