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Freitag, 09.11.2018

Wie Mittelndorf zu einem Dorfplatz kommt

Von Anja Weber

Die Bauarbeiter am neuen Dorfplatz in Mittelndorf haben es fast geschafft. Zuletzt wird das Dach des Gewölbekellers begrünt. Die Pflanzarbeiten sind erledigt. Jetzt wird noch Rasen ausgesät.
Die Bauarbeiter am neuen Dorfplatz in Mittelndorf haben es fast geschafft. Zuletzt wird das Dach des Gewölbekellers begrünt. Die Pflanzarbeiten sind erledigt. Jetzt wird noch Rasen ausgesät.

© Dirk Zschiedrich

Mittelndorf. Die Einwohner in Mittelndorf sind in Sorge. Schlägt das Wetter um, könnten sich ganz schnell die letzten Bauarbeiter vom neuen Dorfplatz verziehen und dann würde aus einer Einweihung noch in diesem Jahr nichts werden. Aber sie haben Hoffnung. Noch vor fünf Jahren hätte wohl kein Anwohner daran geglaubt, dass aus einem Areal mit einer Ruine ein so schöner Dorfplatz werden kann.

Modellprojekt für den ländlichen Raum

Im Jahr 2014 gelang der Durchbruch. Der Sebnitzer Ortsteil Mittelndorf wurde als Modellprojekt ausgewählt. Das Landratsamt Pirna hatte gemeinsam mit dem sächsischen Innenministerium und der Stadt Sebnitz ein Projekt entwickelt, welches die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Ortskerne der Dörfer untersucht. Zentraler Punkt war hier die Zukunft der Ruine des ehemaligen Gasthofes.

Stadt Sebnitz kauft Ruine bei einer Zwangsversteigerung

Um den Abriss des alten Gasthofes voranzutreiben, hatte die Stadt im Dezember 2015 das Objekt bei einer Zwangsversteigerung für 14 000 Euro erworben. Damit war praktisch der erste Schritt getan. Für den Abriss konnte die Stadt Fördermittel aus dem Landesbrachenprogramm nutzen. Im Oktober 2016 folgte dann der nächste Schritt. Der eigentliche Abriss konnte beginnen. In der Zwischenzeit wurde dann an den Plänen gearbeitet, wie die Fläche gestaltet werden soll.

Neue kulturelle Mitte entsteht für das gesamte Dorf

Auf dem Platz ging es schon früher gesellig zu. Ältere Mittelndorfer erinnern sich noch an Tanzveranstaltungen und Ähnliches im alten Gasthof. So fröhlich soll es hier wieder werden. Deshalb wurde die Fläche des ehemaligen Gasthofes zu einem Rastplatz für Einheimische, Touristen, Radfahrer und Wanderer schrittweise umgestaltet . Damit der Platz von jedem genutzt werden kann, wurde ein behindertengerechter Zugang geschaffen, der praktischerweise auch mit dem Kinderwagen befahren werden kann. Die Gesamtkosten für den Dorfplatz belaufen sich auf 650 000 Euro. 393 500 Euro davon hat die Stadt an Fördermitteln bekommen.

Architekten haben auf Details viel Wert gelegt

Das neue Dorfzentrum verfügt über mehrere Bereiche. Bereits fertig ist der Bolz- und Ballspielplatz. Am historischen Gewölbekeller wird derzeit das Dach begrünt. Dieser musste aus Denkmalschutzgründen erhalten werden und erinnert somit auch die nächsten Generationen daran, dass hier einmal ein Gasthof gestanden hat. Darüber hinaus gibt es verschiedene Ruhebereiche. Auf dem Vorplatz entsteht eine Stellfläche für die mobile Versorgung, also für Bäcker- und Fleischerauto. Auch die Bushaltestelle wurde neu und behindertengerecht ausgebaut.