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Mittwoch, 11.07.2018

Wie die Friedhofsmauer überwunden wird

Das zweite Tor bleibt zu, sagt die Stadt. Ausnahmen gibt es nur für Rollstuhlfahrer. Doch die Heidenauer sind einfallsreich.

Der zweite Eingang zum Heidenauer Nord-Friedhof bewegt die Anwohner.
Der zweite Eingang zum Heidenauer Nord-Friedhof bewegt die Anwohner.

© Andreas Weihs

Heidenau. Warum hat Heidenaus Nord-Friedhof zwei Tore, wenn eins fast immer geschlossen ist? Diese Frage bewegt die Heidenauer. Die Stadt sagt, ein Tor reicht. Das zweite wird nur bei Trauerfeiern geöffnet. Für einen betagten Rollstuhlfahrer wird eine Ausnahme gemacht. Wenn er das Grab seiner Frau besuchen will, muss er vorher in der Stadt anrufen, die dann das Tor öffnet. Es könnte einfacher gehen und würde vielen den Weg abkürzen, wenn es denn immer offen wäre. Das geschlossene Tor war jetzt auch Thema bei der Sprechstunde der Heidenauer Bürgerinitiative, sagt Vorsitzender und Stadtrat Michael Schürer. „Für viele Menschen mit und ohne Behinderung ist der Weg weit und beschwerlich, wenn sie vom Haupteingang entfernte Grabstätten besuchen wollen.“ Hinzu komme der Transport von Utensilien für die Pflege und Bepflanzung, wie Eimer, Pflanzen, Geräte. Die Antworten der Stadt auf seine Fragen hätten Schürer bisher nicht zufriedengestellt. Nun könnte es ein Thema für die neu zu gründenden Seniorengruppe sein.

Die Vermutung, Gärtner aus der benachbarten Anlage würden ihren Abfall auf den Friedhofsmüllplatz bringen, ist nicht bewiesen, räumt die Stadt ein. Einen für die Bürger triftigen Grund für das geschlossene zweite Tor nennt sie nicht.

Ein Heidenauer Ehepaar hat seinen Weg übers Tor gefunden, um nicht Eimer, Pflanzen, Gartengeräte und Zubehör durch den ganzen Friedhof tragen zu müssen. Die Frau läuft hinters Tor, er reicht ihr darüber alles zu. Wenn das Ehepaar fertig ist, das Gleiche andersherum. (SZ/sab)

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