• Einstellungen
Dienstag, 13.03.2018

Wettpate in Bedrängnis

Ante Sapina, der Drahtzieher des Fußball-Wettskandals, ist nun in Athen erneut verurteilt worden.

Von Ferry Batzoglou, Athen

Er hat eine Europapokal-Partie manipuliert. Ante Sapina – hier 2011 bei einem Prozess in Bochum – soll dabei Millionen verdient haben.
Er hat eine Europapokal-Partie manipuliert. Ante Sapina – hier 2011 bei einem Prozess in Bochum – soll dabei Millionen verdient haben.

© picture alliance / dpa

Berlin. Man nennt ihn „Zockerkönig“ oder „Don Ante“: Ante Sapina, ein Berliner mit kroatischen Wurzeln, hat es in der Wettmafia zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht. Doch nun hat der 42-Jährige seine bisher höchste Haftstrafe kassiert. Ein Athener Gericht verurteilte ihn zu 16 Jahren Haft.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Sapina die Uefa-Pokal-Partie am 1. Dezember 2004 zwischen Panionios Athen und Dinamo Tiflis manipuliert hat. Bei der Urteilsverkündung war der Kroate nicht anwesend. Beim Spiel in Athen lagen die Gäste zur Halbzeit überraschend mit 1:0 in Führung, das Spiel endete aber mit einem klaren Sieg der griechischen Gastgeber. Wer auf diese Kombination Halbzeit (Führung für die Gäste) sowie Endstand (Sieg für die Gastgeber) gewettet hatte, sicherte sich enorme Gewinne.

Für das Athener Gericht ein unumstösslicher Beweis für Sapinas Schuld: Zwei Tage nach der Partie, also am 3. Dezember 2004, reiste ein Sapina-Komplize in die nordgriechische Metropole Thessaloniki, um einen Koffer mit gut zwei Millionen Euro in bar aus illegal kassierten Wettgewinnen abzuholen.

Ante Sapina ist der Drahtzieher des Fußball-Wettskandals 2005. Dafür war er bereits 2005 vom Berliner Landgericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt worden. Nach 17 Monaten kam er auf Bewährung frei. Dennoch manipulierte Sapina nach seiner Entlassung weiterhin Spiele, bis er 2009 zunächst erneut in Untersuchungshaft landete. Nach jahrelangem Rechtsstreit musste Sapina in Berlin im Jahr 2015 wieder ins Gefängnis. Er war wegen seiner Verwicklung in den sogenannten Wettskandal im Jahr 2009 zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.

Die Partie in Athen rief die Europäische Fußball-Union (Uefa) auf den Plan. „Dieses Spiel hat uns die Augen dafür geöffnet, was im Bereich Spielmanipulationen mit Wettbetrug läuft, welche Dimension dies angenommen hat“, offenbarte der Schweizer Peter Limacher, damaliger Leiter der Uefa-Disziplinarabteilung. Inzwischen gibt es das Überwachungssystem BFDS. Es kontrolliert seit 2009 jährlich europaweit rund 32 000 Spiele.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.