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Samstag, 13.10.2018

Wer bekommt wie viel vom Ehrenamtsgeld?

Die Kommunen versuchen, das Geld verantwortungsbewusst für die Engagierten einzusetzen. Doch das ist nicht einfach.

Von Sylvia Jentzsch

Der Mockritzer Ortswehrleiter Michael schaut beim Dienst der Jugendwehr vorbei. Er freut sich über den Nachwuchs. Für sein Engagement bei der Feuerwehr und im Jugendverein Mockritz ist er mit vielen weiteren Ehrenamtlichen zum Empfang der Gemeinde eingeladen.
Der Mockritzer Ortswehrleiter Michael schaut beim Dienst der Jugendwehr vorbei. Er freut sich über den Nachwuchs. Für sein Engagement bei der Feuerwehr und im Jugendverein Mockritz ist er mit vielen weiteren Ehrenamtlichen zum Empfang der Gemeinde eingeladen.

© Dietmar Thomas

Region Döbeln. Ob am Wochenende, am Feiertag oder in der Nacht – wenn sich der Piepser meldet, sind Michael Winkler und seine Kameraden zur Stelle. Er ist seit Januar 2017 Ortswehrleiter der Mockritzer Ortswehr und seit 1994 Feuerwehrmann.

Um Chef der Mockritzer Wehr zu werden absolvierte er viele Lehrgänge. Winkler fühlt sich verantwortlich für seine Jungs. Ihm geht es um den Zusammenhalt, das Miteinander und die Einsatzbereitschaft. Um diese zu gewährleisten, stehen alle 14 Tage Dienste an. Diese und auch Übungen müssen vorbereitet werden. Hinzu kommen für Michael Winkler noch jede Menge Büroarbeiten. „Da geht schon ein großer Teil der Freizeit drauf. Aber ich mache das gern“, sagt der Mockritzer. Und so ganz nebenbei organisieren die Kameraden das Maibaumsetzen und den Mini-Weihnachtsmarkt. Michael Winkler ist nicht nur Leiter der Ortsfeuerwehr, sondern auch seit 2013 Vorsitzender des Jugendvereins Mockritz. Den leitet er gemeinsam mit Volker Pönitz. Der Verein bietet jungen Leuten einen Treffpunkt an. Weil der Mockritzer sich ehrenamtlich engagiert, sind er und viele andere Helfer von der Gemeinde Großweitzschen zum Empfang in den„Nicolaner“ eingeladen.

100 000 Euro für den Landkreis


So wie Michael Winkler sind viele Leute in der Region für andere im Einsatz. Der Freistaat unterstützt das ehrenamtliche Engagement mit einer Zuwendung. Insgesamt hat der Landkreis Mittelsachsen 100 000 Euro bekommen.

80 000 Euro davon wurden auf die Gemeinden je nach Anzahl der Einwohner aufgeteilt. So haben Kommunen wie Großweitzschen mit weniger als 5 000 Einwohnern 1 300 Euro erhalten. „Wir wollen das Geld so einsetzen, dass möglichst viele Ehrenamtliche davon profitieren“, sagte Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Deshalb habe die Gemeinde zum Ehrenamtsempfang eingeladen.

Feierstunde in Waldheim


Zu einer Feierstunde lädt auch die Stadt Waldheim ein. Sie erhielt 1800 Euro, weil sie mehr als 5 000 Einwohner hat. Für den 2. November sind die Ehrenamtlichen zu einer Feierstunde im Rathaus eingeladen. „Das ist eine schöne Wertschätzung für die Leute, die sich ehrenamtlich engagieren“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Die Vereine schlugen diejenigen vor, die dabei sein sollen. „Wir haben uns bemüht, eine breite Masse anzusprechen, also nicht nur Vereine, sondern auch Institutionen oder die Stadtführer“, sagte Ernst. Die Geladenen können sich auf Kultur und ein gemütliches Beisammensein freuen.

In Hartha und Leisnig steht noch nicht fest, wie das Geld verwendet werden soll. „Der Bürgermeister hat eine Möglichkeit der Ehrung favorisiert. Es soll in der nächsten Woche noch einmal darüber gesprochen werden“, sagte Harthas Kämmerin Barbara Müller.

Die Gemeinde Ostrau unterstützt ihre Vereine in Anerkennung ihrer Arbeit sowieso jedes Jahr großzügig. So stimmten die Räte im Februar einem Zuschuss von mehr als 19 000 Euro zu. „Wir wollen das Geld, das wir für das Ehrenamt bekommen haben, nicht streuen. Denn bei vielen Vereinen und anderen engagierten Leuten würde da nicht viel ankommen“, sagte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Sollte das Geld für die Ehrenamtlichen noch einmal ausgereicht werden, könnte es künftig zum Neujahrsempfang von Ostrau und Zschaitz-Ottewig eingesetzt werden.

„Die 2 600 Euro, die Döbeln erhält, sind als Dankeschön für ehrenamtliche Tätigkeiten in den Bereichen Soziales, Bildung, Kultur und Sport vorgesehen. Danach werden wir bei der Verteilung des Geldes verfahren“, sagte der Döbelner Stadtsprecher Thomas Mettcher.

Angebot der Paten vergrößert


Der Landkreis Mittelsachsen setzt den Anteil „Ehrenamt innovativ“ in Höhe von 20 000 Euro für die Ausweitung des Familienpatenprojektes ein. „Das heißt, ehrenamtliche Familienpaten können nun auch für Familien mit Kindern im Alter von über drei Jahren gewonnen und eingesetzt werden“, sagte Kreissprecher André Kaiser.

Außerdem werde das Geld für die Unterstützung eines Ausflugs ehrenamtlicher Helfer von Tafeln verwendet. Der Landkreis nutzt das Budget für die Übernahme des Teilnahmebeitrags für Juleica-Schulungen des Kreisjugendringes Mittelsachsen. Dabei handelt es sich um die Qualifizierung von Leuten, die in der offenen Jugendarbeit tätig sind. Geplant ist eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für ehrenamtliches Engagement.

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