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Donnerstag, 15.02.2018

„Weniger Waffen wären wünschenswert“

Die Polizei sieht es kritisch, dass mehr Menschen mit Waffen unterwegs sind. Mehr Straftaten gebe es deshalb aber nicht, sagt Polizeisprecher Marko Laske.

Marko Laske ist Sprecher der Polizeidirektion Dresden. Er sagt, es gebe keine Garantie dafür, dass Waffen nicht auch mal benutzt würden.
Marko Laske ist Sprecher der Polizeidirektion Dresden. Er sagt, es gebe keine Garantie dafür, dass Waffen nicht auch mal benutzt würden.

© Foto: Polizei

Herr Laske, wie bewerten Sie es, dass im ganzen Land und auch in unserer Region immer mehr Menschen mit Waffen herumlaufen?

Wer einen kleinen Waffenschein hat, darf eine Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffe mit PTB-Zeichen in der Öffentlichkeit tragen – wenn auch nur verborgen. Das ist rechtlich zulässig, und die Bürger, das zeigen die Fakten, machen davon zunehmend Gebrauch. Über die Gründe dafür will ich als Polizist nicht weiter spekulieren. Bisher stellen wir aber nicht mehr Straftaten fest, nur weil die Leute mehr Waffen besitzen.

Was muss man beachten?

Wer eine solche Waffe trägt, muss dann den kleinen Waffenschein sowie seinen Personalausweis oder Pass dabei haben. Im Übrigen ist das Führen dieser Waffen auf öffentlichen Veranstaltungen wie beispielsweise Versammlungen oder Sportveranstaltungen generell verboten.

Stellt es denn die Polizei vor besondere Herausforderungen, wenn sich zunehmend mehr Menschen bewaffnen?

Es ist schon deshalb eine Herausforderung, da bei unseren Einsätzen nicht sofort zu erkennen ist, ob es sich um eine scharfe Waffe oder eine Schreckschusspistole handelt. Damit ist es zwangsweise immer mit einem Risiko verbunden, wenn man offen eine Waffe mitführt. Deshalb ist es gut, dass man auch mit einem kleinen Waffenschein die Waffen nicht offen tragen darf. Dass von einer Waffe immer eine Gefahr ausgeht, ist sicher unbestritten.

Welche Gefahren sind das?

Nur weil ich eine Waffe nicht benutzen darf, gibt es keine Garantie dafür, dass ich das nicht mache. Mit Waffen kann man immer Menschen verletzen – gewollt oder ungewollt. Bei Schreckschusswaffen zum Beispiel treten Gase aus. Wenn diese die Augen einer anderen Person treffen, können sie schweren Schaden anrichten.

Würden Sie sich wünschen, dass wieder weniger Bürger das Gefühl haben, sich bewaffnen zu müssen?

Es wäre wünschenswert, dass weniger Waffen im Umlauf sind. Jeder Einsatz, zu dem Polizisten gerufen werden, weil jemand in der Öffentlichkeit eine Waffe hat, birgt ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Die Menschen haben aktuell mehr Waffen. Mit diesem Fakt muss die Polizei umgehen. Wir wollen Besitzer von Waffenscheinen aber nicht unter einen Generalverdacht stellen.

Das Gespräch führte Franz Werfel.

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