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Sonntag, 08.07.2018

Welches Krankenhaus bietet was?

Der große Krankenhaus-Vergleich: Patienten können in Dresden zwischen fünf verschiedenen Häusern wählen. Jedes setzt eigene Schwerpunkte.

Von Juliane Richter

Ein Rettungswagen im Einsatz.
Ein Rettungswagen im Einsatz.

© dpa

Dresden. Egal ob Notfall oder geplante Operation: Wer in Dresden auf medizinische Hilfe angewiesen ist, kann zwischen fünf verschiedenen Krankenhäusern wählen. Während bei Notfällen meist der kürzeste Weg entscheidet, informieren sich Patienten bei geplanten Eingriffen immer stärker über das angebotene Profil.

Die Krankenhäuser müssen wiederum ausreichend hohe Patientenzahlen vorweisen, um sich trotz des wachsenden Kostendrucks finanziell zu tragen. Dabei spielt neben dem Angebot im Umland auch die direkte Konkurrenz in der Stadt eine Rolle.

Weil sie ein besonders breites Spektrum auch spezialisierter Behandlungen anbieten, buhlen Uniklinikum und Städtische Kliniken um gleiche Patientengruppen. Die beiden kleineren Häuser, das St. Joseph-Stift und das Diakonissenkrankenhaus, haben sich über die Jahre hinweg ihre Nischen gesucht, um neben den Großen bestehen zu können. Sie sind zudem stark vom christlichen Gedanken getragen, der im Umgang mit den Patienten eine besondere Rolle spielt.

Universitäts-
klinikum

Das Dresdner Uniklinikum gilt als Krankenhaus der Maximalversorgung und deckt deshalb das gesamte medizinische Spektrum ab. Dennoch hat sich das Klinikum vier besondere Schwerpunkte gesetzt. Das ist zum einen die Krebstherapie, die sich zum Beispiel Tumoren im Hirn, der Prostata, den Nieren oder der Gebärmutter widmet. Mit der Protonentherapie, die sehr wirksam und dennoch schonend Krebszellen bekämpft, ist das Klinikum weit über Sachsens Grenzen bekannt.

Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich Stoffwechselerkrankungen aller Altersklassen, wie Diabetes, Rheuma, Osteoporose und Niereninsuffizienz. Besonderes Gewicht, auch in der universitären Forschung, hat zudem der Bereich neurodegenerative Erkrankungen, zu denen neben Schlaganfallpatienten auch an Alzheimer, Multiple Sklerose, Parkinson und ALS-Erkrankte zählen. Darüber hinaus wurde vor einigen Jahren ein eigenes Institut zum Thema Versorgungsforschung gegründet. Dieses analysiert wissenschaftlich das Gesundheitssystem und seine Versorgungsmöglichkeiten.


Städt. Klinikum
Neustadt

Die beiden Städtischen Kliniken behandeln jährlich 60 000 Patienten stationär und 110000 ambulant. Hauptansatz ist, die Dresdner wohnortnah zu versorgen. Deshalb finden sich viele Disziplinen nach wie vor in beiden Häusern. In Neustadt hat sich dresdenweit vor allem das Adipositaszentrum einen Namen gemacht. Neben Ernährungs-, Verhaltens- oder auch Bewegungstherapien stehen modernste Operationsmethoden wie Magenballons oder Magenbänder zur Verfügung.

Ebenfalls in Neustadt von besonderer Bedeutung ist die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Hierfür gibt es eine eigene Spezialambulanz. Durch enge Absprachen von Diabetologen und Podologen können so auch Amputationen verhindert werden. Besonders gefragt ist das Krankenhaus außerdem bei werdenden Müttern. Obwohl bei den 1 700 Geburten im vergangenen Jahr auch komplizierte Fälle vertreten waren, weist das Haus mit 16 Prozent die zweitniedrigste Kaiserschnittrate in Dresden auf. Hier wird somit in besonderem Maße Wert auf eine möglichst natürliche Geburt gelegt.



Städt. Klinikum
Friedrichstadt

Friedrichstadt gilt als überregionales Traumazentrum in der Unfallchirurgie. Außerdem ist in Friedrichstadt für plastische Operationen auch das erste in Dresden zertifizierte Kopf-Hals-Tumor-Zentrum untergebracht. Außerdem widmet sich die Klinik für Dermatologie und Allergologie schweren Hauterkrankungen und etwa der Entfernung von Hauttumoren.

Als weiteren Schwerpunkt führt das Klinikum ohnehin sein Onkologisches Zentrum an, welches alle Bereiche von Krebspatienten verbindet. Wichtigster Baustein für die Zusammenarbeit sind die Tumorkonferenzen, bei denen verschiedene Disziplinen die optimale Behandlung abstimmen. Dazu gehören unter anderem auch das Brust-, das Darmkrebs oder das Viszeralonkologische Zentrum welches für Krebserkrankungen des Darms, der Bauchspeicheldrüse, Leber und des Magens zertifiziert wurde. Eine Besonderheit ist die Augenklinik in Friedrichstadt. Diese führt nahezu alle Operationen auf dem Bereich der Netzhaut-. Makula und Glaskörperchirurgie durch, ebenso wie auf dem Gebiet der Katarakt- und Glaukomchirurgie.


Diakonissen-
Krankenhaus

as Diako ist ein christliches Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 220 Planbetten. Seinen besonderen Schwerpunkt sieht das Krankenhaus bei der Versorgung von Krebspatienten. Ziel ist es demnach, das Haus als onkologisches Zentrum zu etablieren. Spezialisiert ist das Haus bereits auf Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts, auf Brust- und Prostatakrebs. Bei Untersuchungen des Bauchraums kommen besonders leistungsfähige Ultraschallgeräte und Endoskope zum Einsatz.

Als weiteren Schwerpunkt führt das Diakonissenkrankenhaus die Geburtshilfe an, die über eine eigene neonatologische Station für Neugeborgene verfügt. Rund um die Geburt und die ersten Lebenstage verfolgt das Haus einen bindungs- und stillfördernden Ansatz. Vergangenes Jahr gab es hier rund 1 500 Geburten. Besonderen Wert legt das Krankenhaus auch beim Thema Pflege auf die christlichen Werte und den Leitsatz „Zuwendung leben“.


Krankenhaus
St. Joseph-Stift

Auch das in der Johannstadt gelegene Krankenhaus ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung. Als besonderer Schwerpunkt wird die Gastroenterologie angeführt, die sich Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts widmet. Aus diesem Grund verfügt das Krankenhaus über eine modern ausgestattete Abteilung für Funktionsdiagnostik. Pro Jahr werden mehr als 5 000 Patienten endoskopisch im St. Joseph-Stift untersucht.

Darüber hinaus ist das Krankenhaus als zertifiziertes Brustzentrum auf die Behandlung von Frauen mit Brustkrebs und anderen Brusterkrankungen spezialisiert. Außerdem gibt es ein Netzwerk Beckenboden, das auf Störungen desselben spezialisiert ist. Erst vor wenigen Wochen hat das St. Joseph-Stift einen Schwerpunkt noch stärker ausgebaut: So wurde die größte Akutgeriatrie in Dresden mit 54 Betten eingeweiht. Das Haus widmet sich nun noch intensiver über 80-Jährigen. Ab 2019 soll deshalb auch eine geriatrische Tagesklinik etabliert werden.