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Freitag, 14.09.2018

Welch ein Auftakt: Sieg nach 0:3-Rückstand

Ein Verteidiger wird mit zwei Überzahltreffern zum Matchwinner gegen die Freiburger Wölfe.

Von Frank Thümmler

Das ist der Jubel nach dem ersten Saisontreffer der Lausitzer Füchse zum 1.3. Charlie Jahnke (Mitte) war der Torschütze. Der spätere Matchwinner Maximilian Adam jubelt mit ihm, Vorbereiter David Kuchejda kommt gratulieren. Foto: Thomas Heide
Das ist der Jubel nach dem ersten Saisontreffer der Lausitzer Füchse zum 1.3. Charlie Jahnke (Mitte) war der Torschütze. Der spätere Matchwinner Maximilian Adam jubelt mit ihm, Vorbereiter David Kuchejda kommt gratulieren. Foto: Thomas Heide

© Thomas Heide

Dieses Auftaktspiel dürfte die Füchse-Fans begeistert haben. Ihre Mannschaft gewann gegen die Freiburger Wölfe „zwar nur“ nach Verlängerung, aber wie: Im Mitteldrittel holten sie einen 0:3-Rückstand wieder auf, 70 Sekunden vor Schluss stand es noch 3:4. Aber dann wurde Maximilian Adam mit zwei Überzahltreffern zum Matchwinner.

Nach dem ersten Drittel dieser Saison war die Euphorie aufseiten der Lausitzer Füchse erst einmal weg. Da stand es 0:3, weil die Freiburger ihre Chancen wesentlich besser nutzten als die Gastgeber. Spielerisch und läuferisch wirkte das, was die Füchse in diesem ersten Abschnitt boten, gar nicht so schlecht, aber vorn fehlte es an Durchschlagskraft. Beide Mannschaften hatten zunächst die Chance, in einem Überzahlspiel den ersten Saisontreffer zu erziele, zuerst die Gäste. Beide Teams kamen auch gut in die Powerplay-Formation, schafften es aber nicht, zu den ganz klaren Abschlüssen zu kommen. Die erste Chance für die Füchse hatte Charlie Jahnke, der seinen Schläger in einen scharfen Pass von Maximilian Adam hielt und das Tor nur knapp verfehlte (6.). Nach zehn Minuten sorgten die Gäste mit einem Doppelschlag aber erst einmal für Ruhe auf den Tribünen. Erst wurde Stephan Seeger mit einem Querpass völlig freigespielt, schloss schnell in die kurze Ecke ab. Torwart Konstantin Kessler kam zu spät. In der nächsten Aktion kassierte Kapitän Anders Eriksson eine Strafe, als er einen Freiburger aus dessen „toten“ Winkel checkte. Die Freiburger benötigten acht Sekunden, um in Überzahl das Tor zu erzielen. Alex Miner-Barron hatte freie Schussbahn, Torwart Kessler war die Sicht verdeckt. Die Füchse griffen danach wütend an und machten viel Druck, fanden gegen die defensiv äußerst kompakt stehenden Freiburger aber nicht die entscheidende Lücke. Wie es geht, zeigte schließlich der Freiburger Verteidiger Marvin Neher, der an der Blauen Linie einen heranstürmenden Füchse-Spieler aussteigen ließ und den Puck aus der Distanz ins Tor schoss (16.). Füchse-Trainer Corey Neilson reagierte und nahm Torwart Kessler vom Eis. Olafr Schmidt kam zu seinem ersten Einsatz im Füchse-Trikot.

Die Füchse versuchten natürlich mit Beginn des Mitteldrittels – Neilson hatte die Reihen umgestellt und Boiarchinov für Schiemenz in die zweite Reihe gestellt – wieder ins Spiel zurückzukommen. Zunächst musste Gästetorwart Nemec Kopf- und Kragen riskieren, bekam einen Schuss an die Maske. Dann aber gelang den Füchsen ein Doppelschlag. Erst war Charlie Jahnke nach einer schönen Kombination frei und schloss in die kurze über den Schoner von Nemec ab – der erste Saisontreffer der Füchse. Wenig später erkämpfte sich Steve Saviano an der gegnerischen Blauen Linie den Puck, Vincent Hessler gewann das Laufduell mit einem Freiburger und wurde vor dem Tor gefoult. Es gab Penalty, Hessler lief (obwohl der Trainer seit dieser Saison nach einer Regeländerung frei Wahl hat) und ließ Nemec klassisch aussteigen. Er legte sich die Scheibe auf die Rückhand und hob sie über Nemec unter die Latte. Das Spiel danach war relativ ausgeglichen, beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Dann aber gelang den Füchsen erneut eine tolle Kombination. Am Ende passte George quer auf Kuchejda, der den Puck mit tollem Einsatz unter Bedrängnis über die Linie brachte. Dass, was Ende des ersten Drittels kaum jemand glauben wollte, war Realität geworden: Die Füchse hatten nach dem 0:3 den Ausgleich geschafft. Die Füchse nahmen danach sofort den Gästeschlussmann unter Beschuss. Kurz vor Ende des Drittels verhinderte Füchse-Torwart Olafr Schmidt bei einem Konter der Gäste aber eine Riesenchance der Gäste.

Im Schlussdrittel hatten wohl beide Trainer die Devise ausgegeben, erst einmal defensiv zu denken. Das gelang den Gästen aber besser. Olafr Schmidt im Füchse-Tor rettete zweimal großartig bei einem 2:1-Konter und einer weiteren Chance. Dann aber griff er bei einem Wittfoth-Schuss über die rechte Schulter am Puck vorbei – ein klarer Torwartfehler, der zum 3:4 führte. Den Füchsen schien danach die Zeit davonzulaufen. Hessler vergab nach einem Eriksson-Pass eine Riesenchance zum Ausgleich (53.), die Gäste trafen zwei Minuten später die Latte. Dann aber beging der Freiburger Minor-Barron binnen zehn Sekunden zwei Fouls und wurde vier Minuten auf die Strafbank geschickt. Die Füchse liefen den Puck zwar gut laufen, schienen aber mehrfach die Chance des entscheidenden Schusses zu verpassen, bis Maximilian Adam 65 Sekunden vor der Schlusssirene Maß nahm – der Ausgleich. In der Verlängerung, die ja Drei-gegen-Drei gespielt wurd, erkämpfte Jahnke dann eine Überzahl. Erneut war es Adam, diesmal wunderbar freigespielt von Eriksson, der den Puck ins Tor beförderte, Riesenjubel bei ihm, bei der kompletten Mannschaft und in der Weißwasseraner Eisarena.

Auf der Pressekonferenz resümierte Trainer Corey Neilson ein „schwaches erstes Drittel, in dem wir große Fehler gemacht haben, ein viel besseres zweites Drittel, in dem wir den Puck viel schneller haben laufenlassen, und einen großen Kampf beider Mannschaften im letzten Drittel. Zum Glück hatten wir am Ende Überzahl.“ Am Sonntag fahren die Füchse zum ersten Sachsenderby nach Crimmitschau. Die Eispiraten haben ihr erstes Spiel mit 3:1 in Heilbronn verloren.

Statistik:

Lausitzer Füchse – Freiburger Wölfe 5:4 n. V. (0:3; 3:0; 1:1)

0:1 Stephan Seeger 9:47 (Assist: Havel, Baptista)

0:2 Alex Miner-Barron 10:16 (Überzahl, Brückmann, Linsenmaier)

0:3 Marvin Neher 15:49 (ohne Assist)

1:3 Charlie Jahnke 25:57 (Kuchejda, Hessler)

2:3 Vincent Hessler 26:12 (Penalty)

3:3 David Kuchejda 36:31 (Owens, Hayes)

3:4 Marc Wittfoth 46:39 (Miner-Barron, Brückmann)

4:4 Maximilian Adam 58:55 (Überzahl, Eriksson, Hayes)

5:4 Maximilian Adam 63:27 (George, Eriksson)

Lausitzer Füchse

Tor: Kessler (15:49), Schmidt

Abwehr: Kania, Owens – Adam, Bär – Monteith, Granz – Geiseler, Kuschel

Sturm: Saviano, Eriksson, Hessler – George, Schiemenz, Hayes – Boiarchinov, Jahnke, Kuchejda – Kuschel, Reichel, Dietz

Freiburger Wölfe

Tor: Nemec

Abwehr: Miner-Barron, Brückmann – Meyer, Havel – Rießle, Neher – Maly,

Sturm: Linsenmaier, Fronk, Neuert –

Wittfoth, Herm, Baptista – Saccomani, Meder, Seeger, Stas Bauhof, Bräuner, Cihak

Schiedsrichter: Göran Noeller, Kevin Salewski

Strafen: Weißwasser 10, Freiburg 12

Zuschauer: 2 404