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Freitag, 31.08.2018

Weinböhlas Herren in der Mitfavoriten-Rolle

Von Dirk Rostig

Endlich geht es auch für die Handballer wieder „richtig“ los. Nach den Pokalspielen der vergangenen Woche starten unter anderem Sachsen- und Verbandsliga in die neue Saison. Ebenso der Nachwuchs. Die Ambitionen sind unterschiedlich. Allein der HSV Weinböhla geht mit insgesamt 14 Mannschaften ins Rennen. Neben zahlreichen Jugendmannschaften stehen natürlich die beiden Verbandsliga-Teams der Männer und Frauen im Fokus.

Als Vorjahresdritter werden die HSV-Männer natürlich mit ihrem Top-Torschützen Michal Fric – mit 186 Toren in 22 Spielen Torschützenkönig der vergangenen Saison – oft zum Gejagten. „Auch wenn die Weiterentwicklung im Vordergrund steht, am Ende sollte doch ein Platz unter den ersten drei stehen“, so Co-Trainer Nils Gäbler zum Ziel für die kommende Spielzeit. Dabei kann er zusammen mit Trainer Kovar auf ein eingespieltes Team setzen. Neben den beiden Eigengewächsen Felix May und Georg Arnold sind die beiden „Rückkehrer“, Torhüter David Kleist und Tobias Gustmann, wieder im Weinböhlaer Aufgebot. Hinzu kommt der ebenfalls erst 20-jährige Martin Prokop. Torhüter Philipp Roepke und Linkshänder Vincent Hasselbusch verließen dagegen Weinböhla, letzterer zog nach nur einer Spielzeit ausbildungsbedingt nach Magdeburg.

Staffelfavorit sind neben Weinböhla Absteiger Hartha und auch die Verbandsliga-Urgesteine ESV Dresden und TBSV Neugersdorf mit ihren eigenwilligen Heimspielstätten, die in den Vorjahren so manchen Favoriten ins Straucheln brachten. Vorjahresvize Radeberg will offiziell nur „Vierter bis Sechster“ werden. Der neu geformte Kader dürfte aber auch dieses Jahr wieder oben mitspielen, zumal er in Runde 1 des Sachsenpokals den amtierenden Sieger rauswarf. Ein Fragezeichen steht hinter der dritten Mannschaft des HC Elbflorenz. Im Pokal trat diese mit höherklassig erfahrenen Spielern an. Auch der KJS Club Dresden, Aufsteiger aus der Ostsachsenklasse, wird mit seiner Vielzahl an osteuropäischen Spielern eine Wundertüte sein.

Der SV Niederau, der gut die Hälfte seiner Heimspiele in der Nassauhalle Weinböhla austragen wird, geht nach Platz 10 im Vorjahr mit dem Ziel „Mittelfeldplatz“ ins Rennen. Das Gesicht der Mannschaft hat sich verändert, junge Neuzugänge aus der Region – u. a. Torhüter Kevin Hein aus Meißen – sollen Konstanz in die Mannschaft von Trainer Tobias Gröger bringen, der die Niederauer Männer seit Sommer betreut. Der bisherige Jugendtrainer bringt gleich drei Nachwuchsspieler mit, zudem steigen weitere Akteure nach teilweise längeren Verletzungspausen wieder ins Trainingsgeschehen mit ein. Auch bei Radebeul (8.) und die SG Großenhain/Zabeltitz (5.) gibt es personelle Veränderungen, mit sechs bzw. drei Neuzugängen. Beide Lokalrivalen haben einen gesicherten Mittelfeldplatz als Ziel ausgegeben.

Die Weinböhlaer Frauen beendeten auf Rang 5 im gesicherten Mittelfeld die Vorsaison. In dieser Spielserie ist allerdings alles anders, gleich drei Absteiger treten in der Verbandsliga an und wollen offiziell oder inoffiziell so schnell wie möglich wieder ins sächsische Oberhaus.

Für die HSV-Frauen keine einfache Situation, zumal es personell zum Saisonbeginn urlaubs- und krankheitsbedingt eng aussieht. Mit Silvana Bischoff und Kathleen Bohatzsch sind zwei Spielerinnen in die erste Mannschaft, die bis auf Gina Hübner (Auslandsjahr) keinen Abgang zu verzeichnen hat, aufgerückt. Allerdings schaut Trainer Michael Becker auch auf die zweite Mannschaft: „Beide Frauenmannschaften müssen in dieser Saison enger zusammenrücken. Bei einigen Spielerinnen gab und gibt es Nachwuchs, andere müssen gesundheitsbedingt kürzer treten, sind noch nicht wieder voll einsatzfähig oder mussten ganz aufhören. So müssen sich die Mannschaften dieses Jahr gegenseitig aushelfen“, so Becker zur Situation. Der Fokus liegt aber auf dem Verbandsliga-Team, das so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern soll.

Beste Chancen auf den Titel und damit den direkten Wiederaufstieg hat der VfB Bischofswerda (Sachsenliga 10. im Vorjahr). Neben dem ehemaligen Radeberger Trainer Sebastian Hartmann, der gleich Doreen Zerbst, Claudia Nauendorf und Luise Lösche vom ehemaligen Mitteldeutschen Oberligisten mit nach Schiebock brachte, sind zudem Natascha Will (SC Hoyerswerda, MDOL) und Johanna Richter (USV TU Dresden, Sachsenliga) neu im Team. Auch Heidenau (11.) und Neustadt-Sebnitz (9.) können sich Chancen ausrechnen. Das vom ehemaligen Weinböhlaer Coach Bernd Berthold trainierte Team des hatte den Klassenerhalt sportlich geschafft, musste aufgrund von Abstiegsregeln in der MDOL aber auch mit in die Verbandsliga absteigen.

Bei den Frauen des VfL Meißen gab es im Sommer wichtige Einschnitte: Trainer Paul Rinkewitz, der seit Jahren an der Seitenlinie stand, übergab das Traineramt an Andreas Lemke, der von Sachsenligist USV TU Dresden in die Domstadt wechselte. Rinkewitz übernimmt mit der neuen Saison die weibliche B-Jugend, die in der Sachsenliga spielt. Nach dem ausfallbedingten durchwachsenen Vorjahr (Rang 8) hat Meißen das Potenzial, wieder oben mitzuspielen, wenn auch der Klassenerhalt und die Ausbildung die primären Ziele sind. Langfristig hat der VfL das Ziel, wieder höherklassigen Handball in Meißen zu spielen. Neben einigen Jugendlichen kann Neu-Trainer Lemke auf ein eingespieltes Team setzen.

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