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Donnerstag, 13.09.2018

Weg zur Saxonia ist unpassierbar

Die Verwaltung weiß um den Zustand. Die Reparatur bleibt auf der Liste „zu erledigen“. Personal dafür freizulenken, ist schwierig.

Von Heike Heisig

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Bei den letzten Stürmen ist im Wald zwischen Tragnitz und Leisnig einiges zu Bruch gegangen – auch von dem bisherigen Mobiliar. Der frühere Wanderweg zur Saxonia-Figur lässt sich nur noch beschwerlich laufen, die angelegten Holzstufen sind verwittert und verschwunden.
Bei den letzten Stürmen ist im Wald zwischen Tragnitz und Leisnig einiges zu Bruch gegangen – auch von dem bisherigen Mobiliar. Der frühere Wanderweg zur Saxonia-Figur lässt sich nur noch beschwerlich laufen, die angelegten Holzstufen sind verwittert und verschwunden.

© Heike Heisig

Auch die Ausschilderung ist überholungsbedürftig.
Auch die Ausschilderung ist überholungsbedürftig.

© Heike Heisig

Leisnig. Es wird Herbst. Eine Jahreszeit, die auch viele Wanderer genießen. Für sie sind in und um Leisnig Rundwege ausgewiesen. Der mit der Nummer sechs ist im Moment nur eingeschränkt zu empfehlen. Daran wird sich wohl erst im nächsten Jahr etwas ändern, wie Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) dem DA auf Anfrage erklärt.

Unterhalb des Schlossberges führt in einer Schluppe zwischen Gebäuden noch eine massive Treppenanlage hinauf in den Wald. Dort allerdings findet der Wanderer auf schon reichlich am Boden liegenden Blättern kaum noch Halt. Hier und da sind Metallverankerungen zu erkennen. Darauf haben einmal Holzbalken gelegen, die eine Art Aufgang bildeten. Doch davon ist nichts mehr zu sehen und genauso wenig zu spüren. Der einstige Aussichtspunkt mit der indes kopflosen Tonfigur „Saxonia“ ist beinahe unerreichbar. Wahrscheinlich bei den letzten Stürmen umgestürzte Bäume und Mobiliar liegen auf dem Weg.

„Die Eichenhölzer, die eingebaut werden sollen, sind inzwischen da“, sagt der Bürgermeister. Im Frühjahr hätten die Mitarbeiter des Bauhofes das nicht mehr geschafft. „Eventuell passiert das jetzt im nächsten Frühjahr“, stellt Goth in Aussicht. Damit seien aber noch nicht alle Mängel beseitigt. Um die Figur gebe es noch Sitzleisten. Auch die müssten erneuert werden. Dasselbe trifft auf die Ausschilderung zu. „Wir wissen, wie verwittert die Schilder in diesem Teilabschnitt aussehen“, so der Rathauschef.

Grundsatzproblem sei, dass Anfang der 1990er-Jahre im Gebiet von Leisnig und Bockelwitz große ABM-Gruppen unterwegs gewesen sind und Wanderwege ausgebaut haben. Doch für die permanent notwendige Pflege der Wege fehle inzwischen schlichtweg das Personal. Derzeit sei die Kommune bei Instandsetzungen am Rundwanderweg sieben an der Zschoche bei Gorschmitz. Das müsse dann entsprechend fortgesetzt werden.

In und um Leisnig sind insgesamt neun Rundwanderwege ausgeschildert. Einer davon führt durch die Innenstadt, ein weiterer verläuft am Stadtrand entlang. Auf den übrigen können Wanderer einige der Ortsteile entdecken oder das Tal der ehemals sieben Mühlen erkunden. Eine Wanderkarte dazu gibt es im Gästeamt an der Kirchstraße. Wem eine stichpunktartige Auflistung der Straßen und Wege genügt, der kann sich eine Beschreibung von der Internetseite der Stadt Leisnig ausdrucken.

Wie der Bürgermeister weiter berichtet, wäre es eigentlich notwendig, für die stetige Unterhaltung der Wanderwege in und um Leisnig einen Zwei-Mann-Trupp möglichst rund ums Jahr einzusetzen. Eine entsprechende Analyse mit einer Art Mängelliste gebe es bereits. Wann und ob es überhaupt gelänge, Personal für die Wanderwege einzustellen, sei noch völlig offen.

Dabei verweist Goth auf die weiterhin notwendige Haushaltkonsolidierung. Erst vor kurzem habe die Gruppe aus Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern, die alle Möglichkeiten der Einsparung beleuchtet, wieder zusammengesessen. „Und Tourismus ist nun einmal keine Pflichtaufgabe der Kommune, selbst wenn wir gern mehr Besucher in Leisnig begrüßen würden“, so der Bürgermeister.

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