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Montag, 15.10.2018

Was wird aus dem Pulsnitzer Stadion?

Das Areal an der Hempelstraße ist sanierungsbedürftig. Ein Termin vor Ort brachte noch keine Lösung für die Zukunft.

Von Reiner Hanke

Das Pulsnitzer Stadion ist zum Sorgenkind geworden.
Das Pulsnitzer Stadion ist zum Sorgenkind geworden.

© Rene Plaul

Pulsnitz. Die Zukunft des Ludwig-Jahn-Stadions an der Hempelstraße ist in der Diskussion. Hintergrund ist der Sanierungsbedarf. Eigentümer des Stadions ist die Stadt, Betreiber per Nutzungsvertrag seit 2011 der TSV 1920 Pulsnitz. Zu den Nutzern gehören auch die Schüler der Oberschule und die Leichtathleten vom HSV 1923. Diese kritisierten insbesondere den Zustand der Laufbahn. Aber auch der Fußballrasen müsste grundhaft saniert werden. Der jährliche städtische Zuschuss von 30 000 Euro reiche für die Unterhaltung nicht mehr, heißt es. Die Bedingungen hätten sich seit der Übernahme 2011 durch den Verein verändert. Der TSV verweist zum Beispiel auf deutlich gestiegene Betriebskosten und den Investitionsrückstau. Die Sanierung würde etwa eine halbe Mio Euro kosten.

Bei einem Vororttermin der Beteiligten mit dem technischen Ausschuss der Stadt wurde die Situation jetzt besprochen. Bürgermeisterin Barbara Lüke: „Eine endgültige Lösung gibt es erwartungsgemäß noch nicht.“ Die Stadt ließ wissen, dass wohl auch seitens des Vereins nicht alle Pläne wie angedacht aufgegangen seien. „Das durch den Verein eingeplante und der Stadt zugesagte ehrenamtliche Engagement ließ nach rund zwei Jahren deutlich nach. Die Einnahmenseite konzentrierte sich auf wenige große Unterstützer, womit das Risiko in der Abhängigkeit stieg und anderweitiges Engagement offenbar erlahmte.“

Nach dem Gespräch vor Ort werde seitens der Stadt nun auch die Rücknahme der Anlage in eigene Regie geprüft, wenn der TSV die Pflege nicht mehr zu den vereinbarten Konditionen leisten könne. Der schlägt nun vor, die Laufbahn ganz abzuschaffen, um Kosten zu sparen. Der Vorschlag sorgt wiederum bei den Leichtathleten für Stirnrunzeln. Die können immerhin einige sportliche Erfolge vorweisen.

Zuerst müssten sich die Beteiligten nun mit dem Thema Pflege auseinandersetzen und klären, wie diese in der Zukunft organisiert wird. Solange komme aus Sicht der Stadt eine Sanierung nicht in Betracht, so Bürgermeisterin Barbara Lüke. „Was hilft eine Sanierung, wenn unmittelbar danach wieder der Pflegenotstand eintritt? Dann stehen wir in fünf Jahren wieder da und haben viel Geld versenkt.“ Es seien nun die unterschiedlichen Optionen zu prüfen.

Eine Streichung der Laufbahn stehe für die Stadt nicht zur Diskussion, eine Rücknahme der Anlage durchaus. Dazu müssten sich Verein und Stadt über die derzeitige Nutzung austauschen. Dann würde es freilich auch Veränderungen bei den finanziellen Konditionen geben. Jetzt werden wohl alle Seiten erst einmal kalkulieren und sich dann wieder zusammenfinden. Im Rahmen der Haushaltsplanung werde sich der Stadtrat dann ebenfalls äußern.