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Montag, 10.09.2018

Wahnsinnsaufholjagd ohne Krönung

Von Falk Rösler

Beim Pokalduell zwischen Gastgeber Höckendorf (in Blau) und Dohna traf Maik Ritter (l.) dreimal für die Gäste. Foto: Frank Baldauf
Beim Pokalduell zwischen Gastgeber Höckendorf (in Blau) und Dohna traf Maik Ritter (l.) dreimal für die Gäste. Foto: Frank Baldauf

© Frank Baldauf

Vollgepackt mit all den Besonderheiten, die Pokalspiele so oft ausmachen, gingen die K.o.-Duelle der zweiten Runde im Fußball-Kreispokal am Wochenende über die Bühne. Als erstes Team qualifizierte sich am frühen Sonnabendnachmittag Kreisoberligist Gorknitz mit einem lockeren 10:0 Erfolg gegen die Höckendorfer Reserve für das Achtelfinale. Den teaminternen Wettstreit der beiden Gorknitzer Torjäger gewann Martin Dienelt gegen seinen Kapitän Nick Freudenberg mit 4:3 Treffern.

Einen echten Pokalkrimi bot dann ihren Anhängern gleich im Anschluss die Höckendorfer Kreisliga-Elf gegen Chemie Dohna. Zur Pause schier aussichtslos nach einem Hattrick des 38-jährigen Maik Ritter zurückliegend, starteten die Gastgeber in der zweiten Hälfte eine grandiose Aufholjagd. Höckendorf glich zum 3:3 aus (65.).

Damit zog man den Burgstädtern sichtlich den Nerv. Negativer Höhepunkt: Chemie-Kapitän Stefan Büttner kassierte in der 59. Minute die Ampelkarte und musste von draußen mitverfolgen, wie seine Elf in Unterzahl in Gefahr geriet, das Spiel völlig aus der Hand zu geben. Doch der Kreisoberligist zog noch mal den Kopf aus der Schlinge und sicherte sich durch den Treffer von Mike Möbius (87.) den knappen 4:3-Sieg.

HFV-Trainer Michael Trobsch, der sich in der 55. Minute selbst einwechselte, lobte trotz der Niederlage sein Team überschwänglich. „Wahnsinn – einfach eine tolle Moral meiner Mannschaft und das bei den Personalproblemen. Auch wir hätten hier den Siegtreffer machen können.“

Unerwartet nachsitzen musste Kreisoberliga-Aufsteiger Wurgwitz bei Schmiedeberg/Hennersdorf. Gäste-Spieltrainer Kai Starke hatte sich den Auftritt seiner Elf beim Tabellenführer der Kreisliga B Staffel-West auch etwas leichter vorgestellt. „Ein typisches Pokalspiel, indem die unterklassige Mannschaft über sich hinauswächst. Auf dem schrägen und etwas sonderbaren Rasen in Hennersdorf war es schwer, unser arteigenes Spiel durchzuziehen“, sagte er.

Sebnitz bezwingt Kesselsdorf

Ausgerechnet dem erst Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselten 18-jährigen Jannis Frigo gelang in der 112. Minute laut Starke „endlich der Dosenöffner zum Weiterkommen“, ehe Gästekapitän Jan Oldenburg eine Minute vor dem letzten Schiedsrichterpfiff den Endstand markierte.

Ohne Happy-End endete hingegen die Zusatzschicht für den Dorfhainer SV bei der SpG Lohmen/Wehlen. Zweimal lagen die höherklassigen Gäste in der regulären Spielzeit beim B-Kreisligisten in Führung, doch die kampfstarke Spielgemeinschaft antwortete stets prompt.

Besonders bitter für A-Kreisligist Dorfhain war der Ausgleich von Lohmen/Wehlen zum 3:3 in der 90. Minute. In der dann folgenden Verlängerung hatten etwas überraschend die Gastgeber mit 5:4 den längeren Atem. Dorfhains Abteilungsleiter Wieland Saupe war nach dem Pokal-Aus entsprechend enttäuscht. „Bei uns schwanden am Ende die Kräfte, das haben die Gastgeber clever ausgenutzt.“

Nichts anbrennen zum Auftakt der Sonntagspiele ließen indes die Pesterwitzer Kreisoberliga-Kicker bei ihrem 5:0-Erfolg bei der Langburkersdorfer Reserve.

Zeitgleich erledigte Pokalverteidiger Neustadt ähnlich souverän mit einem 5:1-Sieg seine Pflichtaufgabe bei der Bannewitzer Reserve in einem Nachholspiel aus der ersten Runde. Hier verdiente sich SVB-Torhüter Philipp Natusch ein „Extra-Lob“ seines Vereinsvorsitzenden Karl-Heinz van Pee, verhinderte er doch fast im Alleingang eine höhere Niederlage des B-Kreisligisten.

Im einzigen Kreisoberliga-Duell der zweiten Runde setzte sich Schönfeld mit 2:0 bei Stahl Freital II durch. Stahls Co-Trainer Roy Holfert stellte ernüchternd fest: „Zum Schluss war alles wie immer – besser war der Gegner nicht, zwei individuelle Fehler hinten und vorne kein Glück“.

Fast 100 zahlende Zuschauer sahen die Begegnung Kesseldorf kontra Sebnitz. Am Ende behielt der Favorit mit 2:1 die Oberhand. Für SGK-Spielertrainer Paul Seifert, der selbst für den zwischenzeitlichen Ausgleich (50.) sorgte, waren die Gäste „leider der falsche Sieger, denn gerade in der zweiten Halbzeit lief der Ball eigentlich nur in Richtung Sebnitzer Tor.“ Passend dazu der glückliche BSV-Siegtreffer in der 70. Minute durch einen abgefälschten Schuss nach einer Ecke. Jubel der Heimfans gab es dagegen in Rabenau. Beim 3:1-Sieg über die höherklassigen Langburkersdorfer trafen Ben Köhler und zweimal David Raupach.