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Freitag, 10.08.2018

Vorfall im Geibeltbad ist Ausnahme

Jugendliche Asylsuchende haben sich in Pirna danebenbenommen. Andere Freibäder kennen solche Probleme kaum.

Von Mareike Huisinga

Jugendliche Asylsuchende wurden am vergangenen Sonnabend im Geibeltbad laut und ignorierten Ansagen des Badpersonals. Sie erhielten Hausverbot. Mit solche Extremfällen hatten andere Freibäder noch nicht zu tun.
Jugendliche Asylsuchende wurden am vergangenen Sonnabend im Geibeltbad laut und ignorierten Ansagen des Badpersonals. Sie erhielten Hausverbot. Mit solche Extremfällen hatten andere Freibäder noch nicht zu tun.

© Marko Förster

Pirna. Der Vorfall im Geibeltbad schlägt hohe Wellen. Eine Gruppe jugendlicher Asylsuchender hatte sich am vergangenen Sonnabend untereinander gestritten und so auffällig benommen, dass das Badpersonal die Polizei alarmierte. Erst mithilfe von fünf Polizisten und drei Badmitarbeitern konnten die renitenten Jugendlichen des Bades verwiesen werden. Sie erhielten Hausverbot.

Allerdings scheint diese Auseinandersetzung in der Region eher eine Ausnahme zu sein. Das ergab eine Nachfrage der Sächsischen Zeitung in einigen anderen Freibädern im Landkreis. „Nein, solche Ereignisse, wie die Kollegen jetzt im Pirnaer Geibeltbad erlebt haben, hatten wir bisher nicht“, sagt Marko Paeslack, Badleiter vom Albert-Schwarz-Bad in Heidenau. Die Badegäste mit Migrationshintergrund, die das Heidenauer Freibad aufsuchten, würden sich bislang einwandfrei benehmen. Dennoch kommt es manchmal zu Zwischenfälle. „Vor Kurzem mussten wir einigen deutschen Jugendlichen Hausverbot erteilen, da sie laut wurden und randalierten. Die Betroffenen haben sich daran gehalten. Es gab keine größeren Komplikationen“, erklärt der Badchef. Auch Dirk Hergesell vom Freibad im Wehlener Ortsteil Pötzscha stellt fest: „Dass größere Gruppen auf unserem Gelände aneinandergeraten sind, ist bisher nicht passiert“, sagt er auf SZ-Nachfrage. Allerdings käme es manchmal vor, dass nicht alle ausländischen Badegäste die Anweisungen der Aufsicht befolgen. „Nicht alle von ihnen können schwimmen. Wir verweisen dann auf das Nichtschwimmerbecken, allerdings oft mit begrenztem Erfolg“, sagt Dirk Hergesell.

Etwas zurückhaltender ist der Badleiter vom Freibad Billy in Berggießhübel. Er möchte sich zu dem Thema nicht äußern und verweist auf den Bürgermeister von Bad Gottleuba-Berggießhübel. „Bis dato hatten wir in dem Billy-Bad keine negativen Erlebnisse mit dieser Klientel“, sagt Thomas Mutze (parteilos). Die Haus- und Badeordnung des städtischen Freibades sei eindeutig und werde befolgt, betont er.

Auch Bernd Mutzscher hat bereits von dem Vorfall im Pirnaer Geibeltbad erfahren. „Mir ist nicht bekannt, dass sich bisher ein ähnlicher Vorfall in dem Waldbad Polenz ereignet hat. Das hätte ich sonst erfahren“, sagt der Pächter des Freibades bei Neustadt. In Polenz baden die Gäste auf eigene Gefahr, es gibt keine Aufsicht, Eintritt wird nicht verlangt.

Was sich genau im Geibeltbad am vergangenen Sonnabend ereignet hat, ist noch unklar. Die Jugendlichen seien über Stunden auffällig gewesen, hätten gestritten und Weisungen des Badpersonals ignoriert – so lange, bis die Polizei mit Verstärkung eintraf. Weitere Details geben die Stadtwerke Pirna als Geibeltbad-Betreiber vorerst nicht preis, da der Hergang zunächst mit der Polizei und den betroffenen Mitarbeitern rekonstruiert werde. Laut der Stadtwerke seien bei dem Vorfall keine Badegäste belästigt worden oder gar zu Schaden gekommen. Auch künftig, so die Stadtwerke, würden Ordnung und Sicherheit für die Badegäste gewährleistet. Dabei werde stets versucht, Konflikte zu umgehen und gemeinsam mit den Beteiligten nach Lösungen zu suchen, bevor eine Situation eskaliert. Allerdings sei es dabei unumgänglich, die im Bad geltenden Regeln einzuhalten.