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Donnerstag, 08.11.2018

Von Waldheim nach Oxford

Von Cathrin Reichelt

Als Fremdsprachenassistentin unterstützt Becca Kirkby derzeit die Englischlehrer an der Oberschule Waldheim. Dort möchte sie die Schüler für eine Brieffreundschaft mit Schülern aus England begeistern. Derzeit sucht sie in ihrer Heimat eine Patenschule.Foto: Dietmar Thomas
Als Fremdsprachenassistentin unterstützt Becca Kirkby derzeit die Englischlehrer an der Oberschule Waldheim. Dort möchte sie die Schüler für eine Brieffreundschaft mit Schülern aus England begeistern. Derzeit sucht sie in ihrer Heimat eine Patenschule. Foto: Dietmar Thomas

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Wenn Becca Kirkby in der Pause durch die Gänge der Oberschule Waldheim geht, wird sie immer wieder von den Schülern gegrüßt. Die junge Engländerin ist beliebt und inzwischen hat sie sich auch an den deutschen Schulalltag gewöhnt. „Am Anfang war ich geschockt, dass es so zeitig losgeht“, sagt die 22-Jährige. In ihrer Heimat beginnt der Unterricht erst um 9 Uhr, in Waldheim um 7.30 Uhr. Das ist nicht der einzige Unterschied. Täglich gibt es in England fünf Schulstunden, die jeweils 55 Minuten lang sind. Etwas bedauert die junge Frau, dass die deutschen Kinder keine Schulkleidung tragen. „Die habe ich geliebt“, meint sie. Ein weißes Hemd mit Krawatte und einen schwarzen Anzug sind in ihrer Heimat für die Elf- bis 16-Jährigen Pflicht. Und noch etwas hat Becca Kirkby festgestellt: „Die Kinder hier sind ruhiger und die Lehrer schreien nicht.“

Seit August unterstützt die junge Frau als Fremdsprachenassistentin die Englischlehrer an der Oberschule. Sie hält kleine Vorträge über die Politik und Kultur in ihrem Heimatland und hilft, die Aussprache der Schüler zu verbessern. „Es ist sicher nützlich für die Kinder, eine Muttersprachlerin zu hören“, meint sie.

Genau deshalb ist Becca Kirkby auch nach Waldheim gekommen. Sie möchte besser Deutsch lernen, dort, wo es gesprochen wird. Denn Deutsch, vor allem den Satzbau, die Fälle und Artikel findet sie super schwierig. Italienisch und Französisch, was sie auch beherrscht, gehen ihr dagegen leichter über die Lippen.

Becca Kirkby ist in Penrith im Norden Englands aufgewachsen. „Das ist eine kleine Stadt wie Waldheim. Deshalb fühle ich mich hier auch so wohl“, meint sie. Einen Tag pro Woche hat sie frei. Den nutzt sie für Ausflüge und findet es toll, dass sie von Waldheim aus mit dem Zug überall hinkommt. Am besten hat es ihr bisher in Meißen und Freiberg gefallen. Nach Dresden und Leipzig möchte sie sich von den größeren Städten auch noch Berlin und München anschauen.

Im Mai endet ihr Aufenthalt in Waldheim. Mit der bisherigen Ausbildung könnte die Engländerin in ihrer Heimat zum Beispiel als Dolmetscherin arbeiten. Doch sie möchte Lehrerin für Deutsch und Französisch werden. Dafür ist noch ein Studienjahr nötig, das sie gern in Oxford absolvieren würde. Doch die Anforderungen dort sind sehr hoch. „Ich weiß nicht, ob ich gut genug bin“, meint sie zweifelnd. Trotzdem will sie ihre Bewerbung bald abschicken.

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