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Donnerstag, 11.10.2018

Volksbankhaus wechselt Besitzer

Die Wohnungsgenossenschaft hat das Gebäude an der Meißner Straße übernommen. Auch Bargeld gibt es dort weiterhin.

Von Kevin Schwarzbach

Der Geldautomat ist bereits an der Außenwand installiert, am neuen Eingang zur Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft wird aber noch gebaut.
Der Geldautomat ist bereits an der Außenwand installiert, am neuen Eingang zur Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft wird aber noch gebaut.

© Sebastian Schultz

Nünchritz. Der Wohnungsgenossenschaft Nünchritz steht ein Umzug bevor: Der Vermieter verlässt seinen Standort an der Meißner Straße 1 a und zieht in das Gebäude an der Meißner Straße 2 c direkt gegenüber. Das teilte jetzt Enrico Kretzschmar, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, auf Anfrage der SZ mit. „Wir freuen uns darauf, unseren Kunden bald eine neue Geschäftsstelle mit verbesserter Parksituation bieten zu können“, sagt Kretzschmar. Das Gebäude steht direkt neben einer Lidl-Filiale und ist an zwei Seiten von Parkflächen umgeben.

Bis der Umzug stattfinden kann, sind allerdings noch einige Umbauarbeiten zu erledigen. Bisher wurde die alte Eingangstür zugemauert, dafür eine neue gebaut. Noch fehlt ein befestigter Weg zum neuen Eingang, innen stehen Malereimer und Leitern in den Räumen. „Wir werden den Umzug bis zum Jahresende vollziehen“, sagt Kretzschmar. Das sei auch deshalb nötig, weil die Mietverträge im aktuellen Objekt zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt worden sind.

Dass der Umzug gerade jetzt stattfindet, ist laut Kretzschmar eher Zufall. Man habe sich als Wohnungsgenossenschaft immer mal wieder umgesehen, aber nichts Konkretes geplant gehabt. „Wenn es nicht jetzt geworden wäre, dann vielleicht in den nächsten zwei bis drei Jahren.“

Markus Ziron, Vorstand der Volksbank Riesa, dagegen ist froh, dass das Gebäude jetzt den Eigentümer gewechselt hat. Die Volksbank hatte die Geschäftsstelle in Nünchritz bereits zum 24. Dezember 2016 geschlossen, bisher aber keinen geeigneten Interessenten gefunden. „Das lag auch daran, dass wir als Volksbank natürlich bemüht waren, unseren Kunden einen seriösen Partner zu bieten“, sagt Ziron. Es sei seiner Aussage nach nicht schwer gewesen, überhaupt einen Nachmieter zu finden. Nur die Suche nach dem richtigen Kandidaten habe eben gedauert. Die meisten Interessenten hätte es in der Imbissbranche gegeben, erzählt Ziron. Ihn freut, dass es am Ende die Wohnungsgenossenschaft geworden ist, mit der man einen Verkauf abwickeln konnte. „In ihr haben wir einen verlässlichen und regional verankerten Partner gefunden, in dessen seriöses Umfeld ein Geldautomat passt“, so Ziron.

Denn die Volksbank hat zwar die Geschäftsstelle aufgegeben, nicht aber ihren Bankautomaten. Der wurde im Rahmen eines Umbaus von innen nach außen verlegt und ist den Kunden somit jederzeit zugänglich. „Das ist Teil unserer langfristigen Strategie“, sagt Ziron. „Die Digitalisierung hat dafür gesorgt, dass wir den Beratungsraum in Nünchritz nicht mehr benötigen. Sehr wohl aber den Bankautomaten. Denn solange es Bargeld gibt, werden die Menschen sich damit versorgen wollen.“

Damit das auch künftig gewährleistet ist, hat die Volksbank mit der Wohnungsgenossenschaft langfristige Verträge geschlossen. Über deren Inhalt sowie die Verkaufssumme gibt es keine Auskunft. Markus Ziron verrät aber: „Es ist ein vertrauensvoller Umgang, der den Kunden beider Seiten zugutekommen wird.“ Bis diese Synergieeffekte eintreten können, stehen für die Wohnungsgenossenschaft nun erst einmal Umbauarbeiten auf dem Plan. Bis Ende Dezember soll alles geschafft sein. „Spätestens ab dem neuen Jahr wollen wir unsere Kunden am neuen Standort bedienen“, sagt Enrico Kretzschmar. Immerhin wird es ein Umzug mit kurzen Wegen.

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