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Sonntag, 10.06.2018

„Vogelschiss“-Äußerung war „politisch unklug“

Nach heftiger Kritik versucht AfD-Chef Gauland seine Äußerung vom historischen „Vogelschiss“ der Nazizeit geradezurücken. Und stellt schon wieder einen fragwürdigen Vergleich an.

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AfD-Chef Alexander Gauland
AfD-Chef Alexander Gauland

© dpa

Nürnberg. AfD-Chef Alexander Gauland hat seine relativierende Äußerung über die Nazi-Zeit als „missdeutbar und damit politisch unklug“ bezeichnet. „Ich habe nichts bagatellisieren, sondern die moralische Verkommenheit von Hitler und seinen Spießgesellen ausdrücken wollen“, sagte Gauland am Samstag in Nürnberg. Er trat dort beim Parteitag der bayerischen AfD auf und sagte in seiner Rede, wegen des NS-Regimes habe es 50 Millionen Tote und darunter sechs Millionen ermordete Juden gegeben - dies „kann mit dem von mir verwendeten Begriff nicht angemessen ausgedrückt werden“. Er fügte hinzu: „Und deshalb war der Begriff eben eine Dummheit.“

Der AfD-Fraktionschef im Bundestag hatte beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten.

In Nürnberg kritisierte Gauland ferner Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heftig für ihre Flüchtlingspolitik und bezeichnete sie als „verhängnisvollste Figur der deutschen Nachkriegsgeschichte“. Er stufte ihr Wirken damit schlimmer ein als etwa das der DDR-Machthaber Walter Ulbricht und Erich Honecker, die für Mauerbau und Menschenrechtsverletzungen die politische Verantwortung trugen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Roba

    Wenn das "Dritte Reich" ein "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte gewesen wäre, werden der zu mehrfachen Dummheiten fähige Gauland und AFD-Größen nur als Eintags - Fliegenschisser in die deutsche Geschichte eingehen.

  2. Manfred Hengst

    Na ja er wird die Ostdeutschen die das Groh seiner Wählerschaft nicht verprellen wollen. Warum ist er den nicht in Hessen geblieben, auch so ein rechter Aufbauhelfer Ost. Er immer zündeln und danach relativieren , gute alte CDU -Schule

  3. Max Anders

    Im Gegensatz zu anderen Politikern, räumt der wenigstens seine Fehler ein. Und sein Fehler war nicht die Aussage an sich, sondern daß diese Wortwahl geradezu danach schrie, von DIESER Presse aus dem Kontext gerissen zu werden. Für so nen alten, eigentlich erfahrenen Mann eine große Dummheit. Zumal über der Debatte leider die dringend notwendigen Debatten über unsere aktuellen Probleme in den Hintergrund rücken.

  4. Berg

    ALLE historischen Vergleich sind Unsinn und überflüssig. Sie stimmen NIE. "Das ist wie....." ist zwar sehr beliebt, aber unüberlegt. NICHTS ist so wie etwas anderes!!

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