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Montag, 06.08.2018

Vize-Sachsenmeister verstärkt sich doppelt

Von Robert Eifler

Aurelijus Stankevicius wechselt aus Kamenz nach Görlitz. Foto: Werner Müller
Aurelijus Stankevicius wechselt aus Kamenz nach Görlitz. Foto: Werner Müller

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Die Sachsenliga-Handballer des SV Koweg Görlitz haben sich für die kommende Saison 2018/19 weiter verstärkt. Mit Torwart Peer Purschke und Linkshänder Aurelijus Stankevicius wechseln zwei starke Akteure vom HVH Kamenz in die Neißestadt. Neu-Trainer Philipp Domko sieht damit die Kaderplanungen als abgeschlossen an und geht nun mit 16 Mann in den zweiten Teil der Vorbereitung.

Die Görlitzer Sachsenliga-Handballer erleben gerade einen Aufschwung in den Kaderplanungen, wie es ihn selten zuvor gab. Nachdem sich Patrick Michel nach zwei Jahren zur Rückkehr entschieden hatte, kann Trainer Philipp Domko drei Wochen später der Mannschaft zwei weitere Neuzugänge präsentieren. Zunächst folgt Torhüter Peer Purschke dem Beispiel Michels und schließt sich ebenfalls nach zwei Jahren in anderem Trikot wieder dem Koweg-Team an. Purschke spielte seit 2008 in Görlitz und war acht Jahre die unangefochtene Nummer eins zwischen den blau-gelben Pfosten. 2016 entschied sich der Keeper zu einem Wechsel nach Kamenz. Nun folgt die Rückkehr. „Auf der Torhüterposition erschien es mir notwendig zu handeln. Wir haben aktuell drei Leute für zwei Mannschaften. Das ist auf Dauer schlicht zu wenig“, so Domko. In der letzten Saison fand man für den mehrwöchigen Ausfall von Erik Michel noch Florian Matthieu als Interimslösung, eine vollständige Rückkehr schloss Matthieu allerdings aus und ging nach Beendigung der Saison wieder in den handballerischen Ruhestand. Domko: „Ich freue mich, dass wir mit Peer Purschke ab sofort den wohl erfahrensten Sachsenliga-Torhüter in unseren Reihen haben. Er kann seine ganze Erfahrung an die jüngeren Keeper weitergeben und wird uns mit seiner Qualität enorm weiterhelfen.“ Da Purschke, der in wenigen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert, das Koweg-Umfeld kennt, dürfte die Integration fast reibungslos vonstatten gehen.

Als weitere hochkarätige Verstärkung ist es Domko gelungen, Linkshänder Aurelijus Stankevicius an die Neiße zu locken. „Das ist einer der ersten Namen, der dir einfällt, wenn du mindestens auf Sachsenliga-Ebene nach einem Linkshänder suchst“, so Domko, der mit dieser Verpflichtung und einschließlich der Rückkehr von Michel die wohl größte Baustelle des Teams der letzten Jahre behebt: eine qualitativ hochwertige Besetzung des rechten Rückraums. Die Torgefahr vor allem in der vergangenen Saison war (nach dem Weggang des Tschechen Hana) von dort aus bescheiden, da die Position nur behelfsmäßig besetzt werden konnte. Die Hauptlast mussten drei bis vier Rückraumkräfte tragen. Nun hat Domko gleich zwei Torschützenkönige der letzten Jahre auf diesem Arbeitsbereich. Der gebürtige Litauer Stankevicius wurde 2013 (196 Tore) und 2015 (152 Tore) bester Werfer der Sachsenliga, Michel legte 2016 (162 Tore) nach. Der Name Stankevicius war seit 2011 fest mit dem HVH Kamenz verbunden und stets einer der treibenden Kräfte. Bis auf die letzten zwei Spielzeiten, in denen er jeweils nicht alle Spiele bestreiten konnte, war der 30-jährige Sportlehrer immer in den Top-Ten der Torschützenliste und damit auch im Blickpunkt einiger anderer Vereine. Nach sieben Jahren beim HVH Kamenz entschied sich „Aure“ nun, eine neue sportliche Herausforderung anzunehmen und kommt mit klarer Kampfansage: „Ich will mit dieser Mannschaft um die Meisterschaft mitspielen.“ Domko: „Sportlich ist seine Leistung unbestritten. Nach dem ersten Treffen mit ihm war ich zu 100 Prozent sicher, dass er auch menschlich hervorragend zu uns passt und schnell integriert werden kann. Es ist toll, dass es uns gelungen ist, ihn von uns zu überzeugen.“ Der Wechsel verdeutlicht einmal mehr die gestiegene Attraktivität des Görlitzer Handballs nach den schwierigen, aber dennoch erfolgreichen letzten Jahren mit zwei Bronzeplätzen und einer Vizemeisterschaft.

Mit 13 Feldspielern und drei Torhütern steht Domko ein quantitativ, aber vor allem auch qualitativ sehr guter Kader für die neue Spielzeit zur Verfügung. Seine Aufgabe besteht in den kommenden Wochen nun darin, den Fokus verstärkt auf die Arbeit mit dem Ball zu setzen, um das Zusammenspiel gerade mit den Neuzugängen voranzutreiben. Neben den „gewöhnlichen“ Einheiten werden sich die Koweg-Herren am kommenden Wochenende zu einem dreitägigen Trainingslager im polnischen Zagan treffen. Möglichkeiten zum Testen verschiedener konzeptioneller und taktischer Vorstellungen wird es am 18. August in einem Freundschaftsspiel gegen Oberligisten ESV Lok Pirna (16 Uhr in der Sporthalle Rauschwalde) und am 26. August beim Verbandsligisten SSV Stahl Rietschen geben.