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Dienstag, 09.10.2018

Vier Pumpen für Heidenaus Sicherheit

Hochwasser richten großen Schaden an. Dass der das nächste Mal geringer ist, dafür gibt es nun eine weitere Chance.

Von Heike Sabel

Sieht kompliziert aus und soll nun für mehr Hochwasserschutz erweitert werden: Die Pumpstation an der Pillnitzer Straße in Heidenau.
Sieht kompliziert aus und soll nun für mehr Hochwasserschutz erweitert werden: Die Pumpstation an der Pillnitzer Straße in Heidenau.

© Norbert Millauer

Heidenau. Jahr für Jahr war die Antwort auf die Frage nach den Hochwasserpumpen für Heidenau-Nord immer die gleiche: Schulterzucken. Immer hieß es aus dem Rathaus, es scheitere an den fehlenden Fördermitteln. Erste Vorplanungen gab es zwar schon 2006, aber weiter ging es bisher nicht. Nun besteht erstmals die Chance, sich die 2,7 Millionen Euro Baukosten wenigstens zur Hälfte fördern zu lassen. „Das Warten hat sich gelohnt“, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Steffen Wolf, Linken-Fraktionschef im Stadtrat, pflichtet ihm bei: „Jetzt können wir ein Zeichen setzen.“

Das Hochwasserpumpwerk Nord soll bis 2020 gebaut werden. Dafür soll das Gelände an der Pillnitzer Straße genutzt werden. Hier befindet sich seit 2008 bereits ein sogenanntes Trennbauwerk. Es leitet bei starkem Regen Wasser in Sickerbecken oder Vorfluter, um es von der Kläranlage fernzuhalten. Beim Bau des Trennbauwerkes hatte man schon an die Erweiterung gedacht und entsprechende Vorarbeiten geleistet. Das künftige Pumpwerk wird in einem neu zu bauenden Gebäude untergebracht, das ähnlich wie das bestehend in Süd an der Hafenstraße gestaltet wird. Es bekommt zudem ein begrüntes Flachdach. Die prognostizierte Lärmbelästigung für die Wasserstraße liege unter den Richtwerten, sagt die Stadtverwaltung.

Die Pumpen werden leistungsfähiger sein als 2006 geplant. Schließlich war 2013 wieder ein Hochwasser, das noch einmal zu einer Überprüfung und Änderung der Pläne führte. Die vier Motorpumpen sollen künftig zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde pumpen können. Damit schützen sie Heidenau zwar nicht direkt vor Hochwasser, doch sie helfen, dass das Kanalnetz entlastet wird und nicht derart hohe Schäden wie eben 2013 entstehen.

Das neue Pumpwerk ist ein Schritt, aber nicht der letzte, um Heidenau besser vor Hochwasser zu schützen bzw. Schäden zu verringern. Nach der Mauer an der Elbe, die im Frühjahr 2019 fertig sein soll, ist noch eine Schutzwand nördlich der Müglitzmündung geplant, für die eventuell der alte Bahndamm mit genutzt wird. An der Müglitz soll ein Hochwasserschutz für den Bereich Autobahnbrücke Dohna bis zur Mündung in die Elbe geschaffen werden. Die Maßnahmen hat die zuständige Landestalsperrenverwaltung schon mehrfach auf Einwohnerversammlungen erläutert. Termine dafür gibt es noch nicht.