• Einstellungen
Donnerstag, 08.11.2018

Viel Platz für Pfiffi und Co.

Die Hundewiese kann nach Aufräumarbeiten wieder genutzt werden. Katrin Stenker bewältigte diesen Kraftakt gerne.

Von Elke Braun

Katrin Stenker knuddelt ihre Border-Collie-Mischlingshündin Kira auf der Hundewiese an der Uferstraße in Roßwein. Das Areal hat sie auf Vordermann gebracht. Von den Roßweinern hat sie dafür bisher viele positive Rückmeldungen erhalten.
Katrin Stenker knuddelt ihre Border-Collie-Mischlingshündin Kira auf der Hundewiese an der Uferstraße in Roßwein. Das Areal hat sie auf Vordermann gebracht. Von den Roßweinern hat sie dafür bisher viele positive Rückmeldungen erhalten.

© André Braun

Roßwein. Katrin Stenker stopft Laub in einen großen blauen Sack. Dabei wird sie von ihrer Border-Collie-Mischlingshündin Kira beobachtet, die sich auf der Hundewiese tummelt. Das Laub fällt jetzt zuhauf von den großen Bäumen an der Uferstraße. Katrin Stenker will zunächst einen Teil davon wegräumen. Sie hat seit Anfang Oktober die Patenschaft über die Roßweiner Hundewiese offiziell übernommen. Schon seit Ende August hat sie sich dafür eingesetzt, dass die Wiese überhaupt wieder genutzt werden kann.

Der eingezäunte Platz, auf dem die Roßweiner ihre Vierbeiner auch einmal ohne Leine toben lassen können, liegt idyllisch direkt an der Mulde. Viele Jahre fristete er aber eher ein trostloses Dasein. Niemand kümmerte sich um das Areal und so verwucherte es zusehends.

Katrin Stenker arbeitet in der Roßweiner Zukunftswerkstatt mit. Als sich das Gremium im April zum traditionellen Frühjahrsputz abstimmte, wurde auch über die Hundewiese gesprochen. Für Katrin Stenker, die als Tierfriseurin arbeitet, war das ein Anstoß, sich zunächst bei der Putzaktion der Wiese anzunehmen. „Dabei habe ich gesehen, dass es mit Putzen allein nicht getan ist.“

Seit Ende August legte sie deshalb Hand an und brachte das Gelände Stück für Stück auf Vordermann. „Wenn ich die Kinder in den Kindergarten gebracht habe, bin ich immer mal für ein bis zwei Stunden auf den Platz und habe aufgeräumt.“ Dabei war nicht nur der Rasen auf der geraden Fläche zu beackern. Im hinteren Teil befindet sich noch ein kleiner Hang. Dort hatte sich Gestrüpp ausgebreitet und Katrin Stenker musste mit Säge und Ast-Schere ran. Sträucher mussten zurückgeschnitten und kleinere wildgewachsene Bäume abgesägt werden.

Damit das Areal auch künftig in Ordnung bleibt, hat sich Katrin Stenker entschlossen, die Patenschaft dafür zu übernehmen. „Ich schaue immer mal nach dem Rechten“, erzählt die Roßweinerin. Wenn der Einsatz größerer Technik vonnöten ist – etwa beim Mähen der großen Rasenfläche – bekommt sie Unterstützung vom Baubetriebshof der Stadt. Die Mitarbeiter wollen auch noch den großen Berg mit Ästen wegräumen, den Katrin Stenker am Zaun aufgeschichtet hat.

„Vielleicht kann im hinteren Teil noch eine weitere Bank aufgestellt werden“, so die Überlegungen von Katrin Stenker. Von dort aus haben die Besucher einen wunderschönen Blick auf das Muldenufer und die Innenstadt mit Kirch- und Rathausturm.

Tiere liegen der Roßweinerin sehr am Herzen. Ihr Ehemann Michael ist Inhaber des Hundesalons „Pfiffi Chic“ an der Nossener Straße, in dem Katrin Stenker als Tierfriseurin arbeitet. Den Salon hat ihr Mann vor einem reichlichen Jahr übernommen. Auch deshalb habe sie sich einfach berufen gefühlt, sich der Hundewiese anzunehmen. Doch das sei nicht der alleinige Grund gewesen. „Mir liegt etwas an Roßwein. Die Stadt ist mir sehr ans Herz gewachsen“, erzählt Katrin Stenker, die mit ihrem Mann und den Kindern im Jahr 2009 von Chemnitz zugezogen ist. Finanziell könne sie es sich nicht leisten, größere Summen aufzubringen. „Da helfe ich lieber mit praktischer Arbeit“, sagt sie.

Für ihren Einsatz auf der Hundewiese hat sie von den Roßweinern schon viel Lob bekommen. „Eine Hundebesitzerin kam sogar in den Salon und hat sich bedankt“, erzählt Katrin Stenker. Darüber habe sie sich sehr gefreut. Jeder Hundebesitzer kann seinen Vierbeiner nun auf der Wiese spielen und rennen lassen. Der Bedarf ist da. Immerhin sind laut Kämmerin Heidi Roßberger in Roßwein und Niederstriegis 380 Erst- und 35 Zweithunde angemeldet.

Dass die Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere wegräumen, ist für Katrin Stenker selbstverständlich. „Und das klappt auch prima“, sagt sie. Direkt neben dem Tor wurde dafür sogar eine Hundetoilette aufgestellt, die regelmäßig mit Tüten bestückt und auch geleert wird.

Wer weitere Anregungen, Verbesserungsvorschläge hat oder Verunreinigungen entdeckt, kann sich an Katrin Stenker wenden. Ihre Kontaktdaten sind auf dem Plakat am Zaun der Hundewiese nachzulesen.

Desktopversion des Artikels