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Donnerstag, 08.11.2018

Video: Sprengung erfolgreich

Die Vernichtung von Munition im Osterzgebirge ist immer wieder ein Spektakel. Auch am Donnerstag gab es einen großen Knall, einen Krater und viele Schaulustige.

Von Egbert Kamprath

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Bei jeder Sprengung steigt eine meterhohe Rauchsäule auf. So auch am Donnerstag.
Bei jeder Sprengung steigt eine meterhohe Rauchsäule auf. So auch am Donnerstag.

© Egberth Kamprath

Übrig blieben nur einige Metallstücke und ein rund drei Meter tiefer Krater.
Übrig blieben nur einige Metallstücke und ein rund drei Meter tiefer Krater.

© Egbert Kamprath

Reste einer Panzergranate nach der Sprengung, darunter auch ein Teil des Zünders. Daran zeigt sich, wie gut das Material im Inneren noch immer erhalten ist.
Reste einer Panzergranate nach der Sprengung, darunter auch ein Teil des Zünders. Daran zeigt sich, wie gut das Material im Inneren noch immer erhalten ist.

© Egbert Kamprath

Altenberg. Eine Bombensicht gab es am Donnerstagvormittag vom Kahleberg bei Altenberg. Was in dem Falle wörtlich zu nehmen war, denn 33 Panzergranaten vom Kaliber 8,8 Zentimeter, vier Panzerminen sowie eine Schützenmine wurden gesprengt. Abgedeckt mit Erde und einem mit 17 000 Litern gefüllten Wasserbehälter zündete Sprengmeister Thomas Zowalla vom Kampfmittelbeseitigungsdienst am Donnerstag um 11.15 Uhr die Ladung. Eine meterhohe Fontäne aus Wasser und Erde schoss über die Baumwipfel, kurz danach folgte der Knall.

Einen Tag vorher hätte man von diesem Schauspiel nichts zu sehen bekommen, denn der Nebel zog in dicken Schwaden über das Gebirge. Viele Zuschauer konnten so aus sicherer Entfernung das Schauspiel live miterleben und auch der neue Kahleberg-Wirt Daniel Szulzyk freute sich über den ungeplanten Umsatz. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, blieben als Resultat an der Sprengstelle nur einige Folienreste und im Boden war ein etwa drei Meter tiefer Trichter. Von der gesprengten Munition war kaum noch etwas übrig. Lediglich einige Splitter steckten im Schlamm.

Seit 2014 sucht ein privater Kampfmittelräumdienst in dem Gebiet systematisch nach Munition. Zum Kriegsende hinterließen die deutschen Truppen Unmengen an Kriegsmaterial. Die Munition wurde damals zusammengetragen und zum Zwecke der Entsorgung kurzerhand gesprengt. Das klappte aber nicht so wie vorgesehen. Viele Teile flogen nur durch die Luft, ohne selbst zu explodieren. Das macht die Sache für die Kampfmittelbeseitiger heute so brisant. Flächendeckend suchen die Mitarbeiter der Firma Schollenberger im Radius von mittlerweile 1 000 Metern um den früheren Sprengtrichter nach scharfer Munition. Im letzten Jahr wurden sieben Tonnen geborgen, die Zahlen in diesem Jahr sind ähnlich. Das meiste wird in die Kampfmittelzerlegeeinrichtung nach Zeithain zur Entsorgung gebracht.

Doch bei manchen der gefundenen Granaten ist der Transport zu gefährlich, sodass diese vor Ort gesprengt werden müssen. Das geschieht einmal im Jahr kurz vor dem Winter. Die Sprengung am Donnerstag war nicht die Letzte, denn die Suche ist noch lange nicht abgeschlossen. Der Ausbau der Rehefelder Straße wurde von den Kampfmittelbeseitigern mit überwacht. Im unmittelbaren Baubereich gab es zum Glück keine Probleme. Rund 20 Meter neben der Straße gab es dagegen reichlich Funde.

Die Munition macht auch den Forstleuten Kopfzerbrechen. Noch immer liegen auf mehreren Hektar die vom Sturm Herwart im letzten Herbst gefällten Bäume. Sie müssten dringend aufgearbeitet werden. Aus Sicherheitsgründen dürfen aber weder die Kampfmittelberäumer noch Waldarbeiter hier zum Einsatz kommen. Die Lösung soll ein gepanzerter Harvester sein. Er soll auf einer Fläche von rund 17 Hektar zum Einsatz kommen. Die Planungen dafür laufen noch, so dass bislang kein konkreter Zeitpunkt fest steht.

Erst Ende Oktober hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst bei Dipps mehrere Granaten vernichtet.