• Einstellungen
Montag, 20.08.2018

VfL glückt die Revanche

Von Jürgen Schwarzund Andreas Reiche

Bild 1 von 2

Pokalsieg und Hochzeit: Wilsdruff-Coach Paul Rabe. Foto: Andreas Weihs
Pokalsieg und Hochzeit: Wilsdruff-Coach Paul Rabe. Foto: Andreas Weihs

© Andreas Weihs

Torschütze Stefan Höer (links) und Florian Kärger feiern denSiegtreffer der Copitzer. Höer war vor der Saison vom Oberliga-Absteiger Einheit Kamenz gekommen. Foto: Lutz Kollmann
Torschütze Stefan Höer (links) und Florian Kärger feiern den Siegtreffer der Copitzer. Höer war vor der Saison vom Oberliga-Absteiger Einheit Kamenz gekommen. Foto: Lutz Kollmann

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Insgesamt 97 Mannschaften hatten für den Fußball-Landespokal 2018/19 gemeldet, 40 Teams sind am Wochenende ausgeschieden. Die Auslosung der zweiten Runde erfolgt am kommenden Freitag im Rahmen der Landesklasse-Staffeltagung auf dem Forstsportplatz in Weixdorf. Mit in der Lostrommel befinden sich dann auch die sächsischen Oberligisten, während Drittligist FSV Zwickau und die Regionalligisten Budissa Bautzen, Bischofswerda, Neugersdorf, Lok Leipzig, Auerbach und der neunfache Sachsenpokalsieger Chemnitzer FC noch einmal ein Freilos erhalten. Titelverteidiger ist die BSG Chemie Leipzig.

Weiter dabei ist auch Landesligist VfL Pirna-Copitz. Ein Jahr nach dem frühen Pokal-Aus im Radebeuler Weinbergstadion, drehten die Gäste diesmal den Spieß um. Wie damals entschied ein einziger Treffer über den Einzug in Runde zwei. Erik Prentki hatte sich in der 68. Minute auf der rechten Außenbahn durchgetankt, Stefan Höer wusste genau, wo die Eingabe seines ehemaligen Kollegen landet. Der Ex-Kamenzer konnte sich bei seinem ersten Pflichtspieltor für den VfL die Ecke praktisch aussuchen. „Glückwunsch an die Copitzer. Die haben aus wenig viel gemacht“, meinte RBC-Trainer Matthias Müller. „Wir mussten einige Ausfälle kompensieren, deshalb bin ich gar nicht mal unzufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft.“ Und zu VfL-Trainer Frank Paulus gewandt, ergänzte er: „Dann müsst ihr jetzt das machen, was uns im Vorjahr gelang.“ Die Radebeuler waren damals erst im Halbfinale am FC Oberlausitz Neugersdorf gescheitert. „Bis dahin ist es noch ein weiter Weg“, weiß Paulus und sprach von einem „holprigen Auftakt in das neue Pflichtspieljahr“.

Vor nur 95 zahlenden Besuchern bestimmten die Gastgeber im ersten Durchgang das Geschehen. VfL-Schlussmann Ron Wochnik musste zweimal gegen RBC-Neuzugang Yassen Hidaly klären. Die Partie war zudem von vielen versteckte Fouls und Nickligkeiten geprägt. „Wir hatten uns darauf eingestellt, dass es ein ekliges Spiel wird.“ Enrico Mühle, zusammen mit Paulus auch in diesem Spieljahr das Trainerduo bildend, dachte dabei an die letzten drei Partien gegen Radebeul, die nichts für Fußball-Feinschmecker waren.

VfL-Trainer stellen taktisch um

„Wir haben uns in der Pause entschieden, unsere Blöcke weiter nach vorn zu verschieben, um den Gastgebern etwas den Angriffsschwung zu nehmen.“ Die Maßnahme von Paulus und Mühle zeigte Wirkung. Die Radebeuler kamen nur noch selten in den Copitzer Strafraum. Auf der Gegenseite entwickelten die Gäste mehr Zug zum Tor. „Uns war klar, wer bei diesen Temperaturen den ersten Treffer erzielt, geht als Sieger vom Platz.“ Erik Prentki klatschte nach dem Abpfiff jeden mitgereisten VfL-Fan persönlich ab. Zuvor hatten die Gäste in der Schlussphase noch eine heikle Situation zu überstehen. RBC-Mittelfeldakteur Robert Lauterbach ging nach einem Zweikampf mit Sebastian Scholz im Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Christopher Fiebig (Leipzig) entschied auf Weiterspielen. „Die Entscheidung war wohl auch ein wenig der Fallsucht einiger RBC-Spieler geschuldet“, atmete Enrico Mühle erleichtert auf.

Eröffnet hatten den Wettbewerb am Freitagabend die SG Motor Wilsdruff und der LSV Neustadt/Spree, amtierender Meister der Landesklasse Ost (1:0). Das Tor des Tages im Parkstadion erzielte Domenik Kohl in der 40. Minute. Damit gelang der Mannschaft um Kapitän Stefan Göldner und Neuzugang Philip Heineccius das erhoffte (vorzeitige) Hochzeitsgeschenk für ihren Trainer Paul Rabe, der am Samstag seine Theresa geheiratet hat. Bannewitz setzte sich im Landesklasse-Duell in Hartmannsdorf 2:0 durch. Spannend machte es Landesklasse-Aufsteiger Heidenauer SV, der beim SV Eintracht Leipzig-Süd zur Pause 1:3 hinten lag, aber in der 89. durch ein Strafstoßtor von Markus Hexamer noch zum 3:3 kam. Zuvor hatte Oliver Werner doppelt für den HSV getroffen. Robert Nietzold, Manuel Kahlig, Franz Zieger, Vit Turtenwald und erneut Hexamer trafen dann vom Punkt. Eine überraschende 0:3-Niederlage kassierte der amtierende sächsische Vizemeister Großenhainer FV beim Landesklässler in Freiberg. Ein denkbar schlechter Einstieg für den neuen GFV-Coach Thomas Kupper.