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Samstag, 10.11.2018

Vermittelte Hündin im Internet zum Verkauf angeboten

Als die Tierheim-Mitarbeiter in Ostrau einen Hinweis erhalten, sind sie zunächst schockiert. Doch dann reagieren sie schnell.

Von Frank Korn

Tierschützerin Carmen Posner hält Bonny im Arm. Die Mischlingshündin wurde auf einem Verkaufsportal im Internet für 500 Euro angeboten. Dabei ist es verboten, Tiere aus dem Tierheim weiterzuverkaufen.
Tierschützerin Carmen Posner hält Bonny im Arm. Die Mischlingshündin wurde auf einem Verkaufsportal im Internet für 500 Euro angeboten. Dabei ist es verboten, Tiere aus dem Tierheim weiterzuverkaufen.

© André Braun

Ostrau. Bonny ist noch jung. Die Mischlingshündin ist sechs Monate alt, sie ist voller Energie und hat einen ausgeprägten Spieltrieb. Tierschützerin Carmen Posner wird von ihr stürmisch begrüßt. „Wir sind froh, dass Bonny wieder bei uns ist, wollen sie aber möglichst schnell an verantwortungsbewusste Menschen vermitteln“, sagt Carmen Posner.

Dabei war die Hündin kürzlich erst vermittelt worden. Das junge Paar hat lange darauf warten müssen, da der Welpe noch in ärztlicher Behandlung war. „Sie haben sich sehr gefreut, als sie Bonny abgeholt haben“, erinnert sich Carmen Posner. Doch dann passiert etwas, womit die Tierschützer nicht gerechnet haben. „Wir haben eine reichliche Woche später einen Hinweis über Facebook erhalten. Unsere Hündin wurde bei Ebay-Kleinanzeigen für 500 Euro angeboten“, sagt Carmen Posner. Erst habe man es nicht glauben wollen. Doch ein Vergleich der Fotos, die das Tierheim gespeichert hatte, mit denen auf der Internetplattform ergab, dass es sich tatsächlich um Bonny handelte. Auch die Telefonnummer des Anbieters stimmte mit der überein, die das Tierheim von dem jungen Paar hatte.

Die Tierschützer meldeten sich bei dem Paar und fragten, ob der Hund noch da wäre. „Wir haben das Paar aufgefordert, Bonny zurückzubringen. Das ist auch umgehend geschehen“, so Posner. Deshalb habe man auch von einer Anzeige abgesehen. Über die Gründe, warum die jungen Leute das Tier zum Verkauf angeboten haben, kann sie nur mutmaßen. „Wahrscheinlich war es so, dass sie mit Bonny nicht zurechtgekommen sind“, so Posner. Dabei seien sie darauf hingewiesen worden, dass die Hündin erst an die neue Umgebung gewöhnt werden müsse. „Das geht nicht in ein paar Tagen, dafür braucht es Zeit“, sagt Carmen Posner. Das Tierheim biete stets Hilfe und Rat an, wenn während der Eingewöhnungszeit Fragen auftauchen. „Doch die jungen Leute haben sich nicht gemeldet. Stattdessen haben sie Bonny zum Verkauf angeboten.“

Wer ein Tier aus dem Tierheim übernimmt, geht einen Vertrag ein und zahlt eine Schutzgebühr. Der Vertrag untersagt jedoch den Verkauf der Tiere. „Eine Weitervermittlung der Hunde ist durchaus möglich, doch muss das immer mit uns abgesprochen werden“, sagt Carmen Posner.

Als die Tierschützer vom geplanten Verkauf der Hündin erfuhren, stellten sie sofort einen Artikel ins soziale Netzwerk Facebook. „Wir hoffen auf eine erzieherische Wirkung“, sagt die Tierschützerin. Vor einigen Jahren habe es schon einmal einen solchen Fall gegeben. „Damals sind wir aber nicht an die Verkäufer herangekommen, weil die Anzeige ganz schnell wieder gelöscht war. Ich hoffe, dass wir so etwas nicht wieder erleben“, so Carmen Posner.